Jeffrey Sachs: Stehen wir am Anfang des Dritten Weltkriegs?
auf YouTube (07.03.2026) 48:15
Prof. Jeffrey Sachs argumentiert, dass die Welt sich möglicherweise bereits in den frühen Phasen des Dritten Weltkriegs befindet, da der sich rasch zuspitzende Konflikt mit Iran beginnt, weitere Länder und regionale Akteure hineinzuziehen. Die ersten Angriffe und Vergeltungsschläge bergen das Risiko, eine breitere Kettenreaktion im gesamten Nahen Osten und darüber hinaus auszulösen, insbesondere da verbündete Milizen, Regionalmächte und Weltmächte zunehmend involviert werden. Die traditionellen Mechanismen zur Kontrolle von Eskalationen – diplomatische Zurückhaltung, klare rote Linien und internationale Vermittlung – scheinen zu zerfallen, was die Gefahr erhöht, dass eine ursprünglich regionale Konfrontation sich zu einem weit umfassenderen globalen Konflikt entwickeln könnte.
Zeitmarken
1. Der Weg in einen globalen Krieg
- Sachs vertritt die Ansicht, dass wir uns bereits in den Anfangstagen des Dritten Weltkriegs befinden könnten [03:26]. Er sieht weltweit lose miteinander verbundene Konflikte (Ukraine, Nahost, Iran, Spannungen mit China), die außer Kontrolle geraten [04:07].
- Die Strategie der USA unter Trump beschreibt er als planlos und von einem „Nebel des Krieges“ sowie von „wirren Äußerungen“ geprägt [01:01].
2. Kritik an der US-Hegemonie und dem „Deep State“
- Sachs argumentiert, dass die US-Außenpolitik seit Jahrzehnten von der CIA und dem militärisch-industriellen Komplex gesteuert wird [23:10].
- Er zieht Parallelen zwischen dem Ende der römischen Republik und dem Zustand der USA: Die Institutionen seien nur noch eine Fassade, während das Land faktisch ein Militärstaat sei [28:44].
- Er behauptet zudem, es gebe überwältigende Beweise dafür, dass die CIA hinter der Ermordung von John F. Kennedy im Jahr 1963 steckte, weil dieser sich dem Sicherheitsapparat entgegenstellte [26:43].
3. Zerstörung des Völkerrechts und der UN
- Trump und der „tiefe Staat“ streben laut Sachs nach globaler Vorherrschaft und betrachten die Vereinten Nationen als Hindernis [08:15].
- Die USA würden das Völkerrecht (insbesondere das Gewaltverbot in Artikel 2 Absatz 4 der UN-Charta) systematisch ignorieren oder demontieren [11:34].
4. Die Rolle Europas und Deutschlands
- Sachs kritisiert die europäische Führung scharf als „unterwürfig“ gegenüber den USA [15:36].
- Besonders die deutsche Führung wird negativ bewertet: Er bezeichnet Olaf Scholz als den schwächsten Kanzler der Geschichte [16:40] und wirft Friedrich Merz Unkenntnis der Geschichte sowie Kriegstreiberei vor [17:11]. Sachs meint, Merz hätte sofort den Dialog mit Putin suchen müssen, um eine Katastrophe abzuwenden [17:42].
5. Wirtschaftliche Folgen
- Er warnt vor einer massiven weltweiten Energiekrise, da die USA und Israel versuchen würden, die Energiemärkte (insbesondere iranisches und russisches Öl) zu kontrollieren [04:40]. Dies werde vor allem Europa und Asien schwer treffen [05:07].
6. Multipolarität vs. Dominanz
- Sachs plädiert für eine multipolare Welt, in der Nationen nach den Vorstellungen von Franklin D. Roosevelt zusammenarbeiten [33:12].
- Dem stellt er die „Hobbes’sche“ Denkweise der aktuellen US-Führung gegenüber, die glaubt, die Welt brauche einen „Leviatan“ (einen Herrscher), um Ordnung zu halten – und diese Rolle beanspruchen die USA für sich selbst [45:17].