07.03.2026
„Iran kämpft gegen den Imperialismus“ – Joti Brar über die Spaltung der Linken
auf YouTube (07.03.2026) 58:57
Medienpräsenz
In diesem Video spricht Joti Brar, eine Vertreterin der Kommunistischen Partei Großbritanniens (ML), über die geopolitische Lage im Nahen Osten, insbesondere über die Rolle des Iran im Kampf gegen den westlichen Imperialismus.
Zeitmarken
Geopolitische Einordnung und Völkerrecht
- Illegalität des Krieges: Brar bezeichnet die Aggressionen gegen den Iran als eklatanten Verstoß gegen das Völkerrecht und die Nürnberger Prinzipien. Ein Angriffskrieg sei das schwerste Verbrechen gegen die Menschlichkeit [01:36].
- Souveränität als Konfliktursache: Der Hauptgrund für die Spannungen sei, dass die imperialistischen Mächte keinen souveränen, unabhängigen Staat im Herzen des Nahen Ostens akzeptieren können, der seine Ressourcen selbst verwaltet [04:31].
Die Rolle des Iran in der Region
- Speerspitze des Widerstands: Der Iran wird als führende Kraft der vielfältigen Widerstandsbewegungen in der Region beschrieben. Brar betont, dass der Iran sowohl einen Verteidigungskrieg als auch einen Befreiungskrieg für die gesamte Region führt [05:31].
- Bündnisse statt Stellvertreter: Die verschiedenen Kräfte (Sozialisten, religiöse Gruppen, Säkulare) seien keine bloßen „Stellvertreter“ Irans, sondern Verbündete, die das gemeinsame Ziel verfolgen, die Region von der US-Vorherrschaft zu befreien [06:41].
Ökonomische Interessen und Geschichte
- Ölreserven: Die Region (Naher Osten und Nordafrika) hält etwa 58 % der weltweiten Ölreserven. Dies sei der fundamentale Grund für das dauerhafte Interesse und die Interventionen des Westens [10:37].
- Koloniales Erbe: Brar zieht eine Linie vom Ersten Weltkrieg und dem Sykes-Picot-Abkommen bis heute. Israel wird in diesem Kontext als „imperialer Außenposten“ beschrieben, der geschaffen wurde, um eine loyale Kraft inmitten einer nach Unabhängigkeit strebenden arabischen Welt zu haben [12:12].
Mediennarrative und psychologische Kriegsführung
- Kontrolle der Erzählung: Trotz der Dominanz westlicher Medien und sozialer Netzwerke sieht Brar ein Zerfallen der offiziellen Narrative. Die Rechtfertigungen für Konflikte würden immer chaotischer und unglaubwürdiger [15:44].
- Fehlkalkulationen: Sie kritisiert, dass westliche Geheimdienste die Stabilität der iranischen Regierung und die Unterstützung in der Bevölkerung oft massiv unterschätzen, ähnlich wie bei den Sanktionen gegen Russland [17:17].
Die Situation der Linken
- Spaltung im Westen: Brar kritisiert Teile der westlichen Linken scharf. Diese würden oft westliche Propaganda (z. B. Fokus auf das Kopftuch oder Geschlechterfragen) übernehmen, ohne die tieferen antiimperialistischen Strukturen der iranischen Revolution zu verstehen [50:43].
- Wesenskern der Revolution: Für sie ist der Kern der iranischen Regierung trotz religiöser Form antiimperialistisch und populär, da sie dem Volk Souveränität und Schutz vor externer Ausbeutung biete [56:51].
Sprache (Ton)
Deutsch
Laufzeit
58min 57s
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