Überwachen und Strafen – diese beiden Mittel dienen dazu, die Menschen in der kapitalistischen Gesellschaft zu konditionieren und zu disziplinieren. Der französische Soziologe Michel Foucault hat das vor mehr als 30 Jahren in seinem gleichnamigen Buch beschrieben und analysiert. Er zeigte am Beispiel des Gefängnisses, wie im sich herausbildenden Kapitalismus die Macht die Menschen sich untertan macht. Foucault verdeutlichte, wie die Macht Körper und Verhalten formt. Er zeigte, wie der Mensch zu einem trainierten, anpassungsfähigen, steuerbaren Subjekt wird. Zentrale Mittel waren und sind dabei Rituale, Zeitpläne, Bewertungssysteme und Normen. Und: Wer sich der Norm widersetzt, wird nicht einfach bestraft, sondern abweichend etikettiert, überwacht und angepasst.
Erhard Crome, Dr. rer. pol. habil., Jahrgang 1951, Politikwissenschaftler und Autor. 1971-1976 Studium der Außenpolitik am Institut für Internationale Beziehungen der DDR in Potsdam-Babelsberg. Anschließend dort wissenschaftlicher Mitarbeiter, 1980 Promotion, 1987 Habilitation. 1991-2000 Mitarbeiter an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam; 2001 Gastprofessur an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt / Oder. 2002-2016 Referent für Friedens- und Sicherheitspolitik in der Rosa-Luxemburg-Stiftung. 1993 Mitbegründer und Mitglied der Redaktion der außenpolitischen Zeitschrift WeltTrends. Seit 2017 Geschäftsführender Direktor des WeltTrends-Instituts für Internationale Politik.
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