Otto Köhler (1935 - 2026) war ein deutscher Journalist und Publizist. 

Wikipedia (DE): Otto Köhler

Otto Köhler erlebte das Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 in einem kleinen Dorf bei Bad Kissingen als sogenannter Pimpf des Deutschen Jungvolks. Nach eigenem Bekunden konnte er zwei weitere Jahre lang nicht glauben, dass Hitler tot und der Krieg verloren war – entsprechend lange brauchte er, um sich mit der amerikanischen Literatur anzufreunden. Vor der Kurt-Tucholsky-Gesellschaft in Hamburg bekannte er ein halbes Jahrhundert später: „...Und hätte ich nicht die Gnade der allzu späten Geburt gehabt, in der Waffen-SS wäre ich auch noch gelandet.“

Nachruf

Ein Kriegsenttüchtiger: Zum Tod des Publizisten Otto Köhler: Was erlebt einer, der 1935 geboren wurde und 2026 gestorben ist, der nach 1945 in Westdeutschland, der BRD und schließlich im wiedererstandenen Großdeutschland als Publizist und Chronist arbeitete? Jede Menge Alt- und Neonazis, Wiederbewaffnung der Wehrmacht und nach 1990 nicht nur neue deutsche Angriffskriege, sondern auch den Anspruch auf Führung in »Europa«. Das sollte für Resignation reichen. Nicht bei Otto Köhler. Von Arnold Schölzel junge Welt 17.03.2026

2015 , Deutsch

Otto Köhler skizziert 16 schaurige biographische Porträts zum Thema NS-Kontinuität in der BRD. Seine hier versammelten Schriften zeichnen ein eindeutiges Bild: Die Bundesrepublik hat sich als Rechtsnachfolgerin des NS-Staates nie eindeutig mit dem faschistischen Erbe auseinandergesetzt oder sich ideell wie personell distanziert. Nach wie vor ungeheuerliche Lektüre zu einem immer noch aktuellen Problem.

ISBN 978-3-95841-518-8 2015 7,99 € Portofrei Bestellen (EPUB)