Zehntausend Zivilisten sind im Jemen-Krieg bereits ums Leben gekommen. Doch aus dem Alltag inmitten des mörderischen Konflikts ist sehr wenig bekannt. Die jemenitische Autorin und Journalistin Bushra al-Maktari reiste inkognito durchs Land - inspiriert von der Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch - und sprach unter Lebensgefahr mit ihren Landsleuten. Sie verleiht den Opfern dieses vergessenen Krieges Namen, Gesichter, Stimmen. Zum Beispiel Nassiba, deren kleine Tochter starb, weil sie sie im falschen Moment zum Krämerladen schickte.
Bushra al-Maqtari (geb. 1979) ist eine jemenitische Schriftstellerin und Journalistin, die in Sanaa lebt. Im Arabischen Frühling 2011 führte sie im Jemen Proteste gegen den Autokraten Ali Abdallah Saleh an, woraufhin konservative Religionsführer eine Fatwa über sie verhängten und ihren Tod forderten. Sie hat eine Prosasammlung, einen Roman sowie das vielbeachtete Sachbuch Was du zurückgelassen hast (2018) über Kriegsopfer im Jemen verfasst. Zu ihren Auszeichnungen zählen der Françoise Giroud Award (Paris, 2013) und der Johann-Philipp-Palm-Preis für Meinungsfreiheit (2020).
Wikipedia (EN): Bushra al-Maqtari