Sanierungsgebiete. Von Enno Stahl

Vor zehn Jahren: drei Menschen am Wasserturmplatz. Lynn ist Praktikantin in einem Architekturbüro und lernt das, was sie in ihrer Studie zu Sanierungsgebieten in Berlin erarbeitet hat, am eigenen Leibe kennen. Donata hingegen ist alleinerziehende Mutter und Redakteurin einer Gewerkschaftszeitung, sie muss sich durchbeißen - und aufsteigen. Ihr Ex-Freund, der Schriftsteller Otti, will dagegen an die Traditionen der Poeten des Prenzlauer Bergs anknüpfen und arbeitet an widerständigen Zeitschriftenprojekten. Stone wiederum hat sich von allen abgewandt, er will den Niedergang seines Kiezes nicht miterleben und zieht nach Neukölln - doch auch da holt ihn die Umwälzung der Stadtlandschaft ein. Enno Stahl zeigt in seinem großen Roman "Sanierungsgebiete", wie die Gentrifizierung den Menschen zunehmend die Partizipation am urbanen Leben versagt.

ISBN 978-3-95732-405-4     29,00 €  Portofrei     Bestellen

Und wie sie die Kieze selbst verändert, wenn nicht verödet. Dies tut er als Erzähler, doch in die Geschichten seiner Figuren bettet er immer wieder historische Exkurse, Statistiken und Interviews mit realen Menschen ein, die die Umwandlung ihrer Straßen erleben mussten. So komponiert er ein mitreißendes vielstimmiges Konzert, das schließlich der Stadt selbst eine Stimme verleiht.

Mehr Infos...

Leseprobe des Verlags

Die Eroberung der Stadt. Möglichkeiten des Handelns: Enno Stahls Gesellschaftsroman »Sanierungsgebiete« über Wendejahre der Gentrifizierung. Rezension von Kai Köhler → junge Welt 16.10.2019

Der Autor:

Enno Stahl, geboren 1962, lebt in Neuss. Er veröffentlichte Prosa, Lyrik, Essays, Glossen und Kritiken in Zeitschriften, im Rundfunk, in Anthologien und mehreren Büchern. Er erhielt zahlreiche Stipendien und Preise. Im Herbst 2019 erscheint der Essay »Die Sprache der Neuen Rechten. Populistische Rhetorik und Strategien« im Kröner Verlag. 2004 erschien sein Roman »2PAC AMARU HECTOR«. Im Verbrecher Verlag erschienen außerdem die Romane »Diese Seelen« (2008), »Winkler, Werber« (2012) und »Spätkirmes « (2017) sowie die Studie »Für die Katz und wider die Maus: Pohlands Film nach Grass« (2012) und der Essayband »Diskurspogo. Über Literatur und Gesellschaft« (2013). Mit Ingar Solty gab er in der Reihe lfb-Texte zudem er den richtungsweisenden Band »Richtige Literatur im Falschen? Schriftsteller – Kapitalismus – Kritik« heraus.

 

Erstellt: 18.10.2019 - 08:14  |  Geändert: 18.10.2019 - 08:14

Autoren: