Hrsg. Jens Mehrle

Der Weg zum künftigen Vaterland der Deutschen
Festansprache zum 20. Jahrestag der Gründung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands am 21. April 1966

Zum 20. Jahrestag der Gründung der SED hielt Walter Ulbricht 1966 eine viel beachtete Rede, in der er den Weg zu einer Wiedervereinigung Deutschlands skizzierte. Messerscharf analysiert er hierin die Lage der beiden deutschen Staaten und die der beiden größten deutschen Parteien SED und SPD. Er unterbreitet konkrete Vorschläge zur Zusammenarbeit von Ost und West und entwirft die Vision eines geeinten und friedlichen Deutschlands, in dem die Macht der Großbanken und Konzerne gebrochen ist, echte Demokratie und Gerechtigkeit herrschen.

Nun, 60 Jahre später, ist diese Rede auf erstaunliche Weise hochaktuell. Sie eröffnet eine der Sache nach dringend nötige Perspektive auf ein sozialistisches Deutschland. Dabei enthält sie nicht weniger als eine strategisch weitreichende Vision, die konzeptionelle Qualität entfaltet. 

ISBN 978-3-360-02779-5 1. Auflage 27.04.2026 14,00 € Portofrei Bestellen (Buch | Softcover)

Das tritt in unseren Tagen um so deutlicher hervor, als dass Imperialismus, Militarisierung der Gesellschaft und Sozialabbau, so wie auch die Lage der SPD, damals und heute durchaus vergleichbar sind. 60 Jahre später bedeutet eben nicht 60 Jahre weiter.

Die Neuausgabe der vollständigen Rede ist mit zahlreichen Anmerkungen und einem ausführlichen Nachwort versehen, die sie in ihrer Zeit und im Heute einordnen.

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Inhaltsverzeichnis

Aus dem Inhalt

Festansprache ............................................................... 5
Die geschichtliche Bedeutung der Vereinigung................................................................. 6
Bilanz der Verschmelzung der Arbeiterparteien..........................................................9
Wir haben der Menschlichkeit den Weg bereitet .......................................................11
Große Aufgaben stehen noch vor uns..................... 20
Über den Weg zum künftigen Vaterland der Deutschen......................................... 25
Über die Vorbereitung der deutschen Konföderation ..................................35
Was zu ändern in Westdeutschland notwendig ist ............................................................43
Beziehungen zwischen Staat und Kirche............... 52
Worum geht es also?................................................ 53
Westberlin und die deutsche Konföderation .......... 54
Über die Möglichkeiten der konföderierten deutschen Staaten in der Übergangszeit bis zur Vereinigung ..............................................................56

Vorabdruck / Leseprobe

Deutsche Einheit, aber auf Sozialistisch: Walter Ulbricht und eine deutsch-deutsche Konföderation: Jens Mehrle hat eine denkwürdige Rede des Staatsratsvorsitzenden wiederentdeckt: In der Berliner Dynamo-Sporthalle hielt Walter Ulbricht vor 60 Jahren, zum 20. Jahrestag der Gründung der SED, eine Festansprache, in der er die Vision von einem »Weg zum künftigen Vaterland der Deutschen«, zu einem konföderierten Deutschland, entwickelte. Vergleiche mit real existierenden wiedervereinigten deutschen Staaten drängen sich auf. Aus der Rede: "Für die lebenswichtigen nationalen und politischen Fragen muss eine friedliche Lösung gefunden und durchgesetzt werden, und die beiden deutschen Staaten müssen sich annähern und verständigen. Dann wären Grundlagen gegeben, um jene Ideen ins Leben umzusetzen, die sich mit der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung der Deutschen im letzten Drittel unseres Jahrhunderts befassen." Von Walter Ulbricht Neues Deutschland 27.04.2026

Rezension

Gegen Geltungsdünkel und spießbürgerliche Sattheit: Im April 1966 hielt Walter Ulbricht in der Berliner Dynamo-Sporthalle eine Rede. Die Halle gibt es noch immer, aber Ulbricht ist seit über fünfzig Jahren tot. Der Erste in Partei und Staat hielt viele Reden, gewiss. Diese jedoch war wirklich bedeutend, weil strategisch. Zwar ging sein Blick zunächst zurück, schließlich war der Anlass der Rede die Gründung der SED zwanzig Jahre zuvor. Doch dann dachte Ulbricht laut über „Deutschlands Stellung in der Welt von heute und in der Welt von morgen“ nach. Wohlgemerkt: nicht über den Platz der DDR, sondern über den Platz Deutschlands! Seine Überlegungen hatte er überschrieben mit: „Der Weg zum künftigen Vaterland der Deutschen“. (...) der Historiker Sebastian Haffner am 8. Mai 1966 im Stern klug formulierte: „Woran die SED hier appelliert, das sind doch gewisse verschüttete Gemeinsamkeiten: Marx, Engels, Bebel, die rote Fahne, der 1. Mai, Klassensolidarität der Arbeiter, Sozialismus. Aber an alles das möchte doch die heutige SPD um Himmels willen nicht erinnert werden. Sie will ja keine Arbeiterpartei mehr sein, sondern eine Volkspartei: sie gibt sich seit Jahren die äußerste Mühe zu beweisen, dass sie mit den bürgerlichen Parteien sehr vieles, mit den Kommunisten aber nichts und rein gar nichts gemeinsam hat.“ Von Jutta Grieser Das Blättchen 27.04.2026

Autoreninfos

Walter Ernst Paul Ulbricht (* 30. Juni 1893 in Leipzig; † 1. August 1973 in Groß Dölln) war ein deutscher kommunistischer Politiker. Ulbricht war ab 1949 stellvertretender und von 1955 bis 1960 Erster stellvertretender Vorsitzender des Ministerrats, anschließend bis 1971 Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrats und bis zu seinem Tod 1973 Vorsitzender des Staatsrats der DDR.  Er prägte in dieser Zeit den Aufbau und die Entwicklung der DDR zu einem sozialistischen Staat. 

Wikipedia (DE): Walter Ulbricht

Herausgegeben von

Jens Mehrle, geboren 1964, ist Regisseur und Publizist; Absolvent des Regieinstituts der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« Berlin, später Promotion in Leipzig; zahlreiche Inszenierungen unter anderem in Dessau, Dresden, Berlin und Almaty von Stücken von Volker Braun, Bertolt Brecht, Johann Wolfgang Goethe, Peter Hacks, Heiner Müller u.a.; dazu seit Mitte der 90er Jahre wissenschaftliche und publizistische Arbeiten zu Themen im Bereich Theater, Dramatik, Geschichte und zu Peter Hacks. Eulenspiegel Verlagsgruppe (06.07.2026)

Autoren

Erstellt: 06.07.2026 - 18:02  |  Geändert: 06.07.2026 - 18:31