Das Prinzip Verzweigung
Über ökologische Planung in Wirtschaft und Gesellschaft

Wie lässt sich der ökologische Zusammenbruch aufhalten, wenn Marktmechanismen systematisch versagen? In »Das Prinzip der Verzweigung« stellen Cédric Durand und Razmig Keucheyan die ökologische Planung ins Zentrum einer realistischen Ausstiegsstrategie aus der Klimakrise.

Ausgehend von der Einsicht, dass Kapitalismus und ökologische Stabilität unvereinbar sind, argumentieren sie für eine bewusste, kollektive Steuerung von Produktion, Konsum, Infrastruktur und Ressourcen. Gegen die Mythen von grünem Wachstum und individueller Verhaltensänderung entwickeln sie die Prinzipien einer demokratischen Planung, die Prioritäten setzt und gesellschaftliche Bedürfnisse politisch bestimmt.

ISBN 978-3-320-02436-9 1. Auflage 10.03.2026 24,00 € Portofrei Bestellen (Buch | Softcover)

Dabei knüpfen sie an historische Erfahrungen der Wirtschaftsplanung in Krisen- und Kriegszeiten an – und denken sie radikal neu: dezentral, partizipativ und ökologisch. Gegen die Ideologie des freien Marktes formulieren sie die Prinzipien einer planbaren Zukunft, in der gesellschaftliche Bedürfnisse und ökologische Realitäten wieder zur Deckung kommen. Ein präzises, theoretisch fundiertes Buch, das Planung nicht als technokratisches Relikt, sondern als unverzichtbares Instrument ökologischer Transformation neu denkt.

»Die planerische Kalkulation ist die Bedingung ökonomischer Freiheit.« Cédric Durand & Razmig Keucheyan

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Inhaltsverzeichnis des Verlags

Inhalt

Einleitung. Mögliche Welten

1. Teil
Markt, Staat und die ökologische Krise

1 — Grüner Kapitalismus, ein Widerspruch in sich

   Wirtschaftswachstum als Fressfeind der Natur
   Nötig ist ein echter Strukturwandel
   Investitionen
   Die Anarchie des kapitalistischen Marktes
   Der Neo-Industrialismus und seine Grenzen

2 — Wirtschaft ist politisch Kriegswirtschaft

   Pandemie
   Die Klima-Raum-Zeit
   Vergesellschaftung
   Das geistige Kapital der lebenden Menschheit
   Finanzkonzentration
   Die Politik hat das Sagen
   Der sozialisierende Staat

2. Teil
Bedarfsbewirtschaftung

3 — Die doppelte Universalität der Bedürfnisse

   Eine Spezies im Griff ihrer Bedürfnisse
   Die Bedürfnisse des Kapitals
   Kein Kapitalismus in Reinform
   Happiness Studies
   Wunsch oder Bedürfnis?
   Infrastruktur der Bedürfnisse
   Ein menschenwürdiges Leben
   Echte Bedürfnisse

4 — Die Kontrolle wiedererlangen

   Kontrollverlust
   Zwei Arten der Kommodifizierung
   Die Kostennutzenrechnung als Luftschloss
   Effizienz oder Effektivität – das ist die Frage!
   Das Gebot der Naturalrechnung
   Die Grammatik ökonomischer Kalkulation
   Das Trilemma der Wirtschaftsrechnung im Sozialismus
   Die Grammatik der Naturalrechnung
   Der demokratische Kampf ums Fachwissen
   Politisches, Technisches und Persönliches

3. Teil
Die ökologische Wirtschaftsrechnung

Zur Methodik institutioneller Utopien

   Emanzipatorische Sozialwissenschaften
   Ein Kompass

5 — Ökologische Buchführung

   Digitales Maßhalten
   Künstliche Himmelskörper
   Die funktionale Abbildung der planetaren Grenzen
   Ein »integrierter Ansatz« für den Profit
   We Care About Nature
   Entwurf einer makroökonomischen Steuerung

6 — Ökosozialistische Investitionen

   Das Modell von Michel Husson
   Modellierung einer Ökonomie durch Vergesellschaftung der Investitionen
   Das Elend des »de-risking«
   Die Aporie einer konservativen Transformation
   Geldpolitik und grüner Extraktivismus
   Politische Prioritäten verantworten
   Investitionen vergesellschaften und Arbeit befreien
   Wer investiert in materielles Negativwachstum?
   Mit Beschäftigungsgarantie zu sinnvollen Arbeitsplätze

7 — Emanzipierte Nachfrage

   Der Teufelskreis individueller Verantwortlichkeit
   Jenseits von Produktion und Konsumtion
   Schumpeter aufseiten der Nachfrage
   C2M integriert Plan und Dynamik
   Traffic als Dilemma
   Das höchste Stadium der Entfremdung
   Die Vergesellschaftung des Onlinehandels

4. Teil
Eine neue politische Ordnung

8 — Ökologischer Föderalismus

   Ebenen und Spielräume
   Chinesische Lektionen
   Dezentraler Autoritarismus
   Der politische Horizont im Planungszyklus
   Planung und Verwaltung

9 — Die politischen Institutionen der ökologischen Planwirtschaft

   Postwachstumskommissionen
   Grüne Verfassungen
   Der öffentliche Dienst

10 — Erweiterte Demokratie

   Föderalismus gegen Kretinismus
   Wirtschaftsdemokratie mit Cyberräten?
   Kann und muss: Repräsentation
   Vollzug der ökologischen Planung

11 — Der Weg zur Mehrheit

   Doppelt repräsentiert, doppelt gewichtet
   Die Grünwesten
   Ökosoziale Kombinationen
   Der Staat und der ökologische Richtungswechsel

Fazit

   Reibungen
   Internationalismus

Danksagung
Literatur

Autoreninfos

Cédric Durand (* 1975) ist ein französischer Wirtschaftswissenschaftler. Er studierte Ökonomie und wurde anschließend Lehrender an der Université Paris 13 (heute Universität Sorbonne Paris-Nord). 2020 wurde er Professor am Department „Histoire, Économie et Société“ der Universität Genf. 

Wikipedia (DE): Cédric Durand

Razmig Keucheyan (* 1975) ist ein Schweizer Soziologe.

Website (Stand 18.04.2026): razmigkeucheyan.com

Reihe

Erstellt: 18.04.2026 - 07:38  |  Geändert: 18.04.2026 - 07:59