Diesem Vaterland nicht meine Knochen
Ausgewählte Gedichte
Die Lektüre von Peter Hacks' Gedichten ist ein Vergnügen auf höchstem ästhetischen und intellektuellen Niveau. Sein lyrisches Werk ist vielgestaltig. Diese Auswahl vereint Gedichte, die sich explizit mit dem Zustand der Gesellschaft auseinandersetzen und auf eine Positionsbestimmung des Individuums zielen. Zu Recht erwartet man scharfe, despektierliche, ironische Gedichte mit aktuellem Bezug auf die Jetztzeit, in denen er kopflose Politik und geistlosen Kunstbetrieb dem Spott preisgibt.
Zu den aggressiven Epigrammen und skurril-balladesken Texten treten Historien, in denen Hacks der entrückten Geschichte gründlich durchdachte Lehren für die Gegenwart abgewinnt - von der Antike bis ins 20. Jahrhundert und zu jenem Thema, das die Gedichte seiner letzten Lebensjahre pärgte: Wie man sich nach der großen Schreckenswende verhalten soll.
Tagtraum
Ich möchte gern ein Holperstein
In einer Pflasterstraße sein.
Ich stell mir vor, ich läge dort
Jahrhunderte am selben Ort,
Und einer von den Kunsteunuchen
Aus Medien und Kritik
Käm beispielsweise Hacks besuchen
Und bräch sich das Genick.