Eine angekündigte Katastrophe
Überleben und Widerstand. Reportagen aus dem besetzten Palästina
Der US-amerikanische Journalist und Pulitzer-Preisträger Chris Hedges legt mit "Die angekündigte Katastrophe" eine umfassende Analyse und Dokumentation der jüngsten Ereignisse im Gazastreifen und im Westjordanland vor. Auf Grundlage zahlreicher Augenzeugenberichte und eigener Erfahrungen als langjähriger Kriegsberichterstatter in der Region zeichnet Hedges ein präzises Bild der israelischen Militärpolitik und ihrer Auswirkungen auf die palästinensische Bevölkerung.
Ob und was sich für diese nach dem Trump’schen Friedensplan vom Oktober 2025 geändert hat, ist Gegenstand eines eigenen Kapitels.
Das Buch beschreibt den Völkermord in Gaza, die Zerstörung ziviler Infrastruktur, die katastrophale humanitäre Lage in den besetzten Gebieten sowie die politischen und historischen Hintergründe des Konflikts. Es stellt die Ereignisse seit dem 7. Oktober 2023 in den größeren Kontext einer jahrzehntelangen Besatzungspolitik, die durch Landenteignungen, Siedlungsbau, Ausgangssperren und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit geprägt ist.
Hedges bezieht sich auf zahlreiche Gespräche mit palästinensischen SchriftstellerInnen, ÄrztInnen, LehrerInnen und Familien, die den Alltag unter der Besatzung schildern. Ergänzt werden diese Berichte durch Analysen internationaler Organisationen, Menschenrechtsbeobachtungen und politische Einordnungen, die die strukturelle Dimension der zionistischen Gewalt verdeutlichen.
Der Autor untersucht außerdem die Rolle westlicher Regierungen und Medien bei der öffentlichen Wahrnehmung des Konflikts. Das Buch endet mit einem „Brief an die Kinder von Gaza“, der als moralischer Appell an die Verantwortung der Leserinnen und Leser formuliert ist.
Rezension
Ein schockierender Vor-Ort-Bericht: Mit „Eine angekündigte Katastrophe“ legt Chris Hedges ein Buch vor, dass nicht über, sondern mit den Menschen in Palästina spricht — leichte Kost ist das nicht: Chris Hedges ist Journalist und Pulitzerpreisträger. Lange Jahre arbeitete er als Auslandskorrespondent für die New York Times im Nahen Osten, sieben davon im besetzen Palästina. Man könnte auch sagen: Der Mann weiß, wovon er spricht. Wie einige andere Journalisten der alten Schule veröffentlicht er seine heutigen Beiträge allerdings nur noch auf seiner eigenen Website. Für sein neues Buch „Eine angekündigte Katastrophe. Überleben und Widerstand. Reportagen aus dem besetzten Palästina“, das im Februar 2026 im Promedia-Verlag erschien, reiste er zurück an jenen Ort, der immer wieder zu leiden hat unter den militärischen Entwicklungen in der Region. Neben Hintergründen und Analysen liefert das Buch vor allem eines: Perspektiven der Menschen vor Ort, Einblicke in ihre Lebenswelt und das Grauen, dass zu ihrem Alltag gehört. Eine Rezension. Von Viktoria Waltz MANOVA 15.04.2026

