Höhenrausch. Das kurze Leben zwischen den Kriegen. Von Harald Jähner

Deutschland 1918. Ende des Ersten Weltkriegs, Revolution, Sieg der Demokratie. Zugleich beginnt ein Siegeszug befreiter Lebensweisen. Die Inflation bringt die überlieferten Werte ins Wanken. Alles soll von Grund auf anders werden: die «Neue Frau», der «Neue Mann», «Neues Wohnen», «Neues Denken». Als es Mitte der Zwanziger auch wirtschaftlich aufwärtsgeht, wird Deutschland ein anderes Land. Frauen erobern die Rennpisten und Tennisplätze, gehen abends alleine aus, schneiden sich die Haare kurz und denken nicht ans Heiraten. Unisex kommt in Mode, Androgynes und Experimentelles. Jähner erzählt von der Erfindung der Freizeit, von Boxhallen und Tanzpalästen, und von den Hotspots der Neuen Zeit, vom Büro und Großstadtverkehr, vom Warenhaus als Glücksversprechen oder der Straße als Ort erbitterter Kämpfe.

ISBN 978-3-7371-0081-6     28,00 €  Portofrei     Bestellen

So vieles wirkt heute verblüffend modern. Die Vorliebe für Ironie, das Gradlinige und Direkte. Aber auch die Angst vor der «Entwertung aller Werte», der Herrschaft des Billigen. Ein großer Teil der Deutschen fand sich im Aufbruch nicht wieder. Als das Geld knapper wurde und die Zukunft düsterer, offenbarte sich die tiefe Spaltung der Gesellschaft und die Unfähigkeit, sie auszuhalten.

Harald Jähner liefert eine Gesamtschau dieser so pulsierenden, reichen Zeit - und zeichnet das Bild eines zerrissenen Landes voll gewaltiger und erschreckender Energien. Es ist uns irritierend ähnlich und - hoffentlich - doch ganz anders.

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Inhaltsverzeichnis

Leseprobe des Verlags

Wie sich die Weimarer Republik anfühlte. Nur 15 kurze Jahre hatte die Weimarer Republik Bestand. Doch hat diese Zeit Kultur, Politik und Gesellschaft nachhaltig geprägt. Der Autor Harald Jähner blickt hinter die Kulissen einer ebenso faszinierenden wie schwierigen Epoche. Harald Jähner im Gespräch mit Joachim Scholl →  Deutschlandfunk Kultur 19.08.2022

So golden waren die Zwanziger nun auch nicht. Jahre der explosiven Unausgeglichenheit: Harald Jähner widmet der Zeit zwischen den Weltkriegen eine kundige und souverän erzählte Darstellung. Von Alexander Gallus FAZ 21.09.2022

Harald Jähners fulminantes neues Buch "Höhenrausch". Dieses temporeich geschriebene, exzellente Buch über ein weit zurückliegendes Kapitel deutscher Geschichte lässt einen nachdenklich auf unsere Gegenwart schauen. Von Knut Cordsen BR24 20.08.2022

Deutschlands aufregendste Jahre: wie die 1920er die Gesellschaft veränderten. Das Leben in der Weimarer Republik glich einer Achterbahnfahrt mit jähem Ende. In einem brillant erzählten Buch ergründet Harald Jähner, was die rasante Zeit mit den Menschen machte. Von Florian Keisinger NZZ 06.10.2022

Alles neu, neu, neu. Harald Jähners Dekadenporträt "Höhenrausch": Frauen, befreit aus ihren kaiserzeitlichen Bonbonverpackungen, bestimmten die Szene: Aufnahme von 1926. So wurde dieses Jahrzehnt noch nicht beschrieben: "Höhenrausch" von Harald Jähner ist eine brillante, rasende Ereignisgeschichte der Zwanzigerjahre. Von Gustav Seibt SZ 07.09.2022

Der Autor:

Harald Jähner, Jahrgang 1953, war bis 2015 Feuilletonchef der «Berliner Zeitung», zugleich Honorarprofessor für Kulturjournalismus an der Universität der Künste Berlin. 2019 erschien das Buch «Wolfszeit. Deutschland und die Deutschen 1945–1955», das mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet wurde und monatelang auf der «Spiegel»-Bestsellerliste stand; es wurde in zahlreichen Ländern veröffentlicht, darunter USA und England, wo es für den renommierten Baillie-Gifford-Preis nominiert wurde. «The Times» schrieb: «Eine bewegende, faszinierende Lektüre. Jähner versteht es meisterhaft, die tragischen, schrecklichen, komischen und aufbauenden Geschichten derer zu erzählen, die dabei waren.»

 

Erstellt: 12.12.2022 - 11:36  |  Geändert: 09.07.2024 - 11:16

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