Autoritäre Dynamiken. Alte Ressentiments – neue Radikalität / Leipziger Autoritarismus Studie 2020. Hrsg. Elmar Brähler und Oliver Decker

Auf Grundlage der Ergebnisse einer 2020 durchgeführten repräsentativen Bevölkerungsumfrage zeigen die Autorinnen und Autoren, wie stark sich die Gesellschaft polarisiert und wie sehr sich die extreme Rechte inzwischen radikalisiert hat. Dass ihr dabei dennoch mittels Antisemitismus, Verschwörungsmythen und Antifeminismus der Anschluss an die gesellschaftliche Mitte gelingt, verdeutlicht, wie groß die Herausforderungen sind, vor denen wir alle stehen. Seit 2002 berichtet die Studiengruppe um Oliver Decker und Elmar Brähler über die rechtsextreme Einstellung in Deutschland.

ISBN 978-3-8379-3000-9     24,90 €  Portofrei     Bestellen  
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In den Leipziger Autoritarismus Studien, einem der wichtigsten Barometer zur politischen Kultur, untersuchen die Forscherinnen und Forscher die Verbreitung antidemokratischer Ressentiments in der Mitte der Gesellschaft und thematisieren die damit verbundenen Gefahren für die Demokratie. Mit Beiträgen von Elmar Brähler, Kazim Celik, Oliver Decker, Chana Dischereit, Barbara Handke, Ayline Heller, Nele Hellweg, Charlotte Höcker, Johannes Kiess, Juliane Lang, Lydia Lierke, Massimo Perinelli, Gert Pickel, Susanne Pickel, Katrin Reimer-Gordinskaya, Clara Schließler, Andre Schmidt, Julia Schuler und Alexander YendellDie Veröffentlichung der Leipziger Autoritarismus Studie erfolgt in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung und der Otto Brenner Stiftung.

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Inhaltsverzeichnis

Leseprobe des Verlags

"Dann bin ich auch ein Delegitimierer." Ein Gespräch mit Hajo Funke über die Gefahren der "Querdenker"-Bewegung, eine neue Verfassungsschutz-Kategorie und darüber, warum bedingungslose Staatsgläubigkeit keine demokratische Alternative istInterview: Claudia Wangerin → Telepolis 03.05.2021

Presse:

»Die ›Leipziger Autoritarismus-Studie 2020‹ (...) nimmt die Verbreitung von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit in der deutschen Gesellschaft in den Blick. Dazu gehört auch Antiziganismus, der gegen Sinti und Roma gerichtete Rassismus.« Beobacher News. Magazin für politische Bewegung im Südwesten, 24. November 2020

»Die Leipziger Autoritarismus-Studie 2020 ist eines der besten Bücher, die ich zum Thema Autoritarismus gelesen habe: Wissenschaftliche Erkenntnisse werden mit Zahlen untermauert. Die Zahlen werden in Beziehungen zueinander gesetzt und daraus Prinzipien und Tendenzen abgeleitet.« Matthias Baumann, BTB concept, Presseorgane.de, 23. November 2020

»Etablierten Institutionen und Akteuren werde die Autorität abgesprochen, ›jedoch nur, um sich in diesem Zuge anderen, besseren, weil stärkeren Autoritäten zu unterwerfen‹, heißt es in der Studie. Denen werde von Menschen mit jener Mentalität bereitwillig geglaubt, sodass zu vermuten sei, dass hier ein letztlich besonders starkes Autoritätsbedürfnis am Werke ist.«
Matthias Kamann, Die Welt, 19. November 2020

»Eine alarmierende Feststellung haben die Wissenschaftler gemacht: Während rechtsextreme Einstellungen im Westen zuletzt rückläufig waren, haben sie im Osten sogar wieder leicht zugenommen.« Zeit Online, 18. November 2020

»Während die Zahl der Menschen, bei denen die Forscher eine ›Verschwörungsmentalität‹ erkannten, zwischen 2012 und 2018 (...) sank, stieg sie 2020 wieder an: auf 38,4 Prozent.« Süddeutsche Zeitung, 18. November 2020

»Oliver Decker und Elmar Brähler, die seit 2002 die Entwicklung autoritärer und rechtsextremer Einstellungen beobachten, bezeichnen die Ausländerfeindlichkeit weiterhin als Einstiegsdroge in den Rechtsextremismus.« Lea Schulze, Tagesspiegel, 18 November 2020

»Auf den sogenannten Hygienedemos gegen die Corona-Einschränkungen manifestiert sich nach Ansicht der Wissenschaftler ›wie weit verbreitet die antidemokratische Orientierung in der Gesellschaft ist‹.« Focus Online, 18. November 2020

»Das Thema Verschwörungstheorien ist zum fünften Mal Teil der Leipziger Studie (...) Die Befragung habe gezeigt, dass der Glaube an Verschwörungstheorien (...) seit 2018 zugenommen habe.« Emmanuele Continu, Neue Züricher Zeitung, 18. November 2020

»Der Direktor des Kompetenzzentrums für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung der Universität Leipzig, Oliver Decker, sprach von einer Zunahme solcher Einstellungen und warnte, dass Verschwörungmythen als ›Einstiegsdroge‹ für ein antimodernes Weltbild wirken könnten. Sie seien neben der Ausländerfeindlichkeit derzeit sehr tragfähige Bindeglieder zwischen den verschiedenen antidemokratischen Milieus – genauso wie Antisemitismus und Antifeminismus.« Jüdische Allgemeine, 18. November 2020

»Die Pandemie hat den Hang zu Verschwörungsmythen beeinflusst. Zwischen 2012 und 2018 sank die Zahl der Menschen, bei denen die Forscher eine ›Verschwörungsmentalität‹ feststellten.« Deutschlandfunk Nova, 18. November 2020

»›Gerade jetzt, wo viele Menschen bei Querdenken auf die Straße gehen, ist es wichtig, diese Entwicklung quantitativ zu messen‹, sagt Agena von der Amadeu Antonio Stiftung. Denn das zeige auch, wie wichtig Engagement gegen Verschwörungserzählungen sei.« Christina Gutsmiedl, taz.de, 20. November 2020

»Die Studie zeigt auch: Ost und West driften politisch immer weiter auseinander.« Anne-Beatrice Clasmann, Aachener Zeitung, 18. November 2020

»Die Studie, in der auch der Glaube an Verschwörungstheorien thematisiert wird, entstand in Kooperation mit der Heinrich-Böll- und der Otto-Brenner-Stiftung. (...) Fast jeder Zehnte dort Befragte hat ein geschlossenes rechtsextremes Weltbild.« Leipziger Internet Zeitung, 19. November 2020

»Der Studie zufolge gab es bei 47,8 Prozent der Befragten eine deutliche Zustimmung zu der Aussage: ›Die Hintergründe der Corona-Pandemie werden nie ans Licht der Öffentlichkeit kommen‹ und bei 33 Prozent zu der Aussage: ›Die Corona-Krise wurde so groß geredet, damit einige wenige davon profitieren können‹. (...) Der Direktor des Kompetenzzentrums für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung der Universität Leipzig, Oliver Decker, sprach von einer Zunahme solcher Einstellungen und warnte, dass Verschwörungmythen als ›Einstiegsdroge‹ für ein antimodernes Weltbild wirken könnten. Sie seien neben der Ausländerfeindlichkeit derzeit sehr tragfähige Bindeglieder zwischen den verschiedenen antidemokratischen Milieus – genauso wie Antisemitismus und Antifeminismus.« MiGAZIN, 18. November 2020

»Einsatzwagen der Polizei schützen das Haus der Bundespressekonferenz vor den Corona-Demonstrierenden im Berliner Regierungsviertel. Drinnen sprechen zwei Leipziger Professoren über den Anstieg von Verschwörungsmythen. Selten hatte die Autoritarismus-Studie so viel Aktualität.« Jan Sternberg, RND.de Redaktionsnetzwerk Deutschland. 18. November 2020

»Der Psychologe und Soziologe Elmar Brähler erläuterte, die Unzufriedenheit mit der Demokratie werde von Befragten in den neuen Bundesländern auch damit begründet, dass sie keine Möglichkeiten der politischen Partizipation hätten. Sie fühlten sich nicht von den Parteien vertreten. Teilhabe müsse deshalb gestärkt werden – in Betrieben, an Schulen, in der Politik. Das sei ein zentraler Punkt.« evangelisch.de, 18. November 2020

»Antifeminismus als zentraler Angriffspunkt aus dem extrem-rechten Spektrum auf demokratische und pluralistische Gesellschaftsvorstellungen muss in der Rechtsextremismusprävention sehr viel stärker berücksichtigt werden. Dazu leistet die neue Mitte-Studie der Universität Leipzig einen wichtigen Beitrag.« Gesine Agena und Judith Rahner, Belltower. Netz für digitale Zivilgesellschaft, 18. November 2020

»55% der Ostdeutschen und 46% der Westdeutschen teilen Covid-19 bezogene Verschwörungsmythen. (...) Dazu schreiben die Forscher: die ›Anti-Merkel-Haltung‹ rechtsautoritärer Milieus, die sich gegen die parlamentarische Regierung richten, modifizieren sich in eine ›Anti-Drosten-Haltung‹, eine Ablehnung gegen alles, dass keine einfachen Antworten liefert. Kombiniert mit einer Verschwörungsmentalität werden daraus Ressentiments gegen alle Formen von bestehenden Autoritäten.« Simone Rafael, Belltower. Netz für digitale Zivilgesellschaft, 19. November 2020

»Die Ausländerfeindlichkeit hat in Deutschland laut einer Studie der Universität Leipzig in den vergangenen zwei Jahren abgenommen. Angestiegen ist hingegen nach Einschätzung der Forscher die Zahl der Anhänger von Verschwörungsmythen, ›die oft genug einen kaum noch kaschierten Antisemitismus verraten‹.« Radio Bielefeld, 18. November 2020

»Die seit Beginn der Studie 2002 festgestellten antidemokratischen Ressentiments blieben zwar gleich, suchten jedoch immer neue Ausdrucksmöglichkeiten, erklären die Forscher. Dies gelte für den Antisemitismus, der sich neu in Verschwörungsmythen ausdrücke, Antifeminismus werde zu einer ›Brückenideologie antimoderner Bewegungen‹ und viele Menschen seien ›inzwischen für Muslimfeindschaft und Antiziganismus empfänglich‹. Weil sich bestimmte Ideologie verfestigten und sich diese Milieus stetig radikalisierten, nehme auch die Gewalt gegen Betroffene von Ideologien der Ungleichwertigkeit weiter zu.« Kai Bulder, bnr.de, Blick nach rechts, 21. Novmber 2020

»Die Wissenschaftler stellten fest, dass Ausländerfeindlichkeit in Deutschland abgenommen hat, aber ingesamt rechtsextreme Einstellungen weiterhin auf einem hohen Niveau geblieben sind.« Norbert Schäfer, pro. Christliches Medienmagazin, 20. November 2020

»Für die Autoren der Studie zählt Autoritarismus als Persönlichkeitseigenschaft zu einer der Hauptursachen für äußerst rechte Einstellungen. Menschen mit autoritärem Charakter neigten zu ›rigiden Ideologien, die es gestatten, sich gleichzeitig einer Autorität zu unterwerfen, an ihrer Macht teilzuhaben und die Abwertung anderer im Namen dieser Ordnung zu fordern‹, so Brähler bei der Vorstellung der Ergebnisse. Rund ein Drittel der Deutschen zeige Merkmale eines autoritären Typus.« Kristian Stemmler, Junge Welt, 19. November 2020

»Ein neues Element der diesjährigen Studie waren Fragen zu Verschwörungsdenken in Bezug auf die Corona-Pandemie. Insgesamt wurde deutlich, dass die Verschwörungsmentalität der Deutschen auf lange Sicht gesehen zwar seit 2012 rückläufig ist, allerdings ist im Vergleich zur letzten Erhebung 2018 ein Anstieg um 7,4 Prozent zu beobachten, im Osten um 16,9 Prozent. So meinen 33 Prozent, die Coronakrise werde so groß geredet, damit einige wenige von ihr profitieren können. Gleichzeitig gaben rund 77 Prozent der Befragten an, sich von der Pandemie bedroht oder stark bedroht zu fühlen. Das ist jedoch nicht unbedingt ein Widerspruch. Verschwörungsmythen resultierten häufig aus dem Bedürfnis nach Kontrolle und Handlungsfähigkeit, so Decker.« Ulrike Wagener, nd. Neues Deutschland, 18. November 2020

 

Erstellt: 10.06.2021 - 09:01  |  Geändert: 10.06.2021 - 09:08