SACHLICH RICHTIG (Medienpräsenz)

1:14:41

Er wurde bespuckt, ausgegrenzt, abschätzig behandelt – und ist trotzdem seit über 30 Jahren ein Liebling der Medien – Gregor Gysi, Rechtsanwalt und Bundestagsabgeordnete der Partei Die Linke. 

In dieser Folge von „Sachlich Richtig" spricht er offen über jahrzehntelange Erfahrungen mit Journalisten, Talkshowmoderatoren und Intendanten. Gysi fordert vom Medienbetrieb mehr Mut, Hartnäckigkeit und Differenzierung. Warum bleiben platte Sätze oft einfach stehen, wieso kommen Stimmen wie die von Gabriele Krone-Schmalz oder Egon Bahr im öffentlich-rechtlichen Rundfunk kaum noch zu Wort, weshalb werden der AfD zu selten die richtigen Fragen gestellt?

Zwischen persönlichen Anekdoten, der Warnung vor KI-Deepfakes – auch unter Missbrauch seines eigenen Namens - sowie seinem Plädoyer für mehr Mut zur Gegenrede entsteht das Porträt eines Politikers, der genau weiß, wie Medien funktionieren.
 

1:09:54

Anmerkung: Dies ist eine alte Folge, die wir bearbeiten mussten. Wir haben sie neu hochgeladen, da sie trotzdem hörenswert ist. Eine Mitarbeiterin des RBB sah in der Folge ihre Persönlichkeitsrechte verletzt. Vorsorglich haben wir die eine Passage auf Wunsch der Interviewten entfernt, um einen Rechtsstreit zwischen der RBB-Mitarbeiterin und Frau Kapek zu vermeiden. wir produzieren in den kommenden Tagen eine aktuelle Folge zu den Hintergründen.

Antje Kapek sieht schwarz für den RBB. Sie war mehrere Jahre Mitglied im RBB-Rundfunkrat und gibt in diesem Gespräch ungewohnt offene Einblicke in ein Aufsichtsgremium, das seiner Aufgabe nicht gerecht werden kann. Auch die sogenannte „Schlesinger-Affäre“ 2022 führte nicht, wie von ihr und anderen erhofft, zu einem echten Wendepunkt, wie die Causa Gelbhaar nur anderthalb Jahre später zeigte. Ihr ernüchterndes Fazit: Solange in der Führungsetage nicht wirklich aufgeräumt wird, hat der RBB keine Zukunft.

1:13:54

Die langjährige Justiziarin des RBB hat uns geschrieben: Wir sollen eine Folge ändern! Ihr Vorgehen hat sie mit dem RBB abgesprochen. Was wir getan haben und warum, was die Justiziarin überhaupt gestört hat - das ist Teil 1 dieser aktuellen Folge von "Sachlich richtig", dem Medien-Podcast mit Annekatrin Mücke, Peter Welchering und Alexander Teske.

In Teil 2 reden wir über die Programmbeschwerden. Die nehmen zu. 5000 waren es in 2025. Dabei ist es schwierig, sich über ARD, ZDF oder Funk zu beschweren. Warum und welche Wege es gibt, das erklären im Detail. Und wir begründen auch, warum wir das ganze Verfahren eigentlich für abgeschafft und ersetzt halten.

In Teil 3 unseren Gesprächs geht es um die anstehende Programmreform bei Deutschlandradio und Deutschlandfunk. Diese beiden vielleicht letzten Säulen im ÖRR, wo noch Fachjournalismus möglich war, sollen nun geschliffen werden. Die Sender sollen jünger und durchhörbarer werden. Wir haben Informationen dazu aus erster Hand.

1:09:09

Florian Gallwitz ist Professor für Informatik und Medien – Muster- und Spracherkennung, Deep Learning und KI. Er spricht über Fehlinformationen im digitalen Zeitalter und sogenannte Faktenchecks, darüber, wie soziale Medien und KI-Fakes unsere Wahrnehmung manipulieren und warum die technologischen Fortschritte uns vor große Herausforderungen stellen.

Gallwitz erzählt von seinen Erfahrungen mit gefälschten PDFs und der Russland-Verschwörungstheorie – Themen, die zeigen, wie leicht Faktenverdrehung und Digitalverschwörungen voranschreiten und gibt konkrete Tipps, wie Journalisten und Bürger KI sinnvoll einsetzen können, ohne dabei auf Fehler hereinzufallen. 
Außerdem warnt er vor einer drohenden Monopolisierung von KI-Technologien und erläutert die Gefahren einer unkontrollierten, weltweiten Konzentration auf wenige Firmen.  
 

1:18:50

Wir haben uns drei Themen heute ausgesucht. Wir fangen an mit der Frage: Wie wird man Experte in den Medien? Sind das Besten in ihrem Fach? Oder gehen die einfach zuerst ans Telefon? Wieviel Geld bekommen die? Was sagen die Kollegen zu deren Sprüchen? Und was passiert, wenn sie widerlegt werden? Das Thema hat Alex mitgebracht. Seine These: Wer eine besonders steile These raushaut, ist ein gern gesehener Gast.

Dann geht es um die Meinungsfreiheit in Deutschland. Anlass ist der Tag der Pressefreiheit am 3. Mai und danach steht die Woche der Meinungsfreiheit an. Wie ist denn eigentlich die Situation hier in Deutschland? Wer unterstützt diese Woche und warum sind da einige Partner dubios? Anne bringt das Thema ein und wirft auch einen Blick auf das neue Buch von Norbert Häring "Der Wahrheitskomplex? Spoiler: Es ist super! Warum? Reinhören...

Und dann thematisiert Peter einen Klassiker: Die neuesten Vorgänge um Correktiv. Einmal das Urteil des Landgerichts Berlin zum "Geheimplan gegen Deutschland", der hilflose Auftritt von Markus Benzmann bei Markus Lanz im ZDF und anschließend die "exklusive" Recherche von Correktiv, indem sie ihr Drama um den Geheimplan gegen Deutschland rechtfertigen wollen: Die Mitglieder hörten ein Gedicht. Dabei wurde das R gerollt!

1:15:44

Wie Medien zu willigen Helfern der Politik werden – darüber reden wir mit der Sprachwissenschaftlerin und Medienexpertin Prof. Sabine Schiffer. Was da in der Berichterstattung über den Ukraine-Krieg, über die Kämpfe im Gaza-Streifen, über die Angriffe auf den Iran oder in Sachen Libanon und Syrien alles schief gegangen ist in Redaktionen und Medienhäusern, zeigt Sabine Schiffer im Gespräch mit Alexander Teske und Peter Welchering an vielen Beispielen auf. Und wir reden auch darüber, dass das gar nicht neu ist. Sabine Schiffer hat sich nämlich schon in ihrer Doktorarbeit vor vielen Jahren damit beschäftigt, wie einzelne Fakten so ausgewählt werden und als Pars pro Toto durch ständige Wiederholung dann das gesamte journalistische Bild letztlich bestimmen.

Wir gehen auch Fragen nach, wie Journalisten möglichst transparent und unvoreingenommen berichten können und diskutieren, wie Organisationen mit viel Macht vorgeben, welche Quellen für Journalisten glaubwürdig sein sollen.

1:07:37

„Das ist nicht die Gesellschaft, in der ich leben möchte“, stellt Christian Zeller fest, wenn er über die zunehmende Einschränkung des Diskurses in Deutschland und der EU spricht. Als Soziologe und Mitinitiator der Berliner Erklärung hat er gemeinsam mit dem Bündnis Redefreiheit ein klares Signal gesetzt. In diesem Dokument bekennen sich 162 Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kultur, Recht und Medien als Erstunterzeichner zur Meinungsfreiheit als unverzichtbare Säule unserer Demokratie. Schon nach zwei Tagen haben den Aufruf fast 5.000 Menschen unterschrieben.

Die Erklärung wendet sich gegen eine „Verengung des Meinungsspektrums“, die durch soziale Ächtung, staatlich geförderte Meldestrukturen sowie vage Rechtsbegriffe wie „Hass und Hetze“ begünstigt wird. Die Initiatoren kritisieren zudem den Einsatz von „politischen Kampfbegriffen“, die dazu dienen, politisch Andersdenkende zu diffamieren.

Im Podcastgespräch wird deutlich: Meinungsfreiheit lässt sich nicht in einfache rechts-links-Schubladen pressen. Sie ist vielmehr ein fundamentaler Grundpfeiler funktionierender Demokratien, der den offenen Austausch aller Standpunkte schützt.

Zeitmarken

Fallbeispiele und „Canceling“

  • Fall Luzian Michaelis: Zeller berichtet von einem Beamten auf Probe, dem nach der Teilnahme an Corona-Demonstrationen mangelnde Verfassungstreue unterstellt wurde. Trotz gerichtlicher Feststellung seiner Verfassungstreue endete das Verfahren in einer Kündigung [02:23]
  • Wirtschaftliche Sanktionen: Es wird auf Kontokündigungen bei Personen mit unliebsamen Meinungen verwiesen, etwa beim YouTuber Flavio von Witzleben oder im Umfeld der AfD [06:45]
  • EU-Sanktionslisten: Zeller kritisiert, dass Journalisten wie Hussein Dokrou aufgrund von EU-Sanktionen (Vorwurf der Nähe zu Russia Today) ihre wirtschaftliche Existenzgrundlage entzogen wird [01:02:05].

Mediensystem und Journalismus

  • Politische Einseitigkeit: Unter Berufung auf Studien (z. B. TU Dortmund) führt Zeller aus, dass ein Großteil der Journalisten im Mainstream und bei Volontären politisch dem links-grünen Spektrum zuzuordnen sei [01:03:07].
  • Diskursverengung in Krisen: Mit jeder gesellschaftlichen Krise (Migration, Klima, Corona, Ukraine) gehe eine Verengung des sagbaren Raums einher, in der Abweichler schnell diffamiert würden [27:51].
  • Kritik am ÖRR: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk wird aufgrund mangelnder Staatsferne und inhaltlicher Ausfälle scharf kritisiert; Zeller plädiert für eine grundlegende Reform oder Abschaffung in der jetzigen Form [42:11].

Technologie und Plattformen

  • Plattform X (ehemals Twitter): Die Übernahme durch Elon Musk und Instrumente wie „Community Notes“ werden als positiver Beitrag zur Debattenkultur gewertet [32:19].
  • Digital Services Act (DSA): Zeller warnt vor der EU-Regulierung, da diese neben „illegalen“ Inhalten auch „schädliche“ Informationen erfasse, was der staatlichen Willkür Tür und Tor öffne [52:57].

Gesellschaft und Politik

  • NGO-Komplex: Es wird kritisiert, dass die Regierung über die Finanzierung von NGOs indirekt Einfluss auf die Zivilgesellschaft nimmt und so demokratische Legitimationsketten umkehrt [49:48].
  • Konformismus: Aus soziologischer Sicht wird die menschliche Tendenz zum Konformismus erläutert, die in der aktuellen Debattenkultur instrumentalisiert werde [26:30].
  • Berliner Erklärung: Das Ziel der Initiative ist es, einen Kristallisationspunkt für ein kritisches Milieu zu schaffen und die Meinungsfreiheit als funktionales Prinzip der Gesellschaft zu sichern [57:09]

1:14:09

Das mediale Quartett der "Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung" diskutiert im Studio in Berlin über Majestätsbeleidigungen und Meinungsfreiheit, Selbstkontrolle der Medien und die Einrichtung einer Prüfgruppe mit martialischem Namen durch die Landesmedienanstalten, über die Zukunft der Printmedien und politische Einseitigkeit bei Wikipedia bis hin zur Zensur.

Die Folge wurde am 4. Februar 2026 aufgenommen.

Hier drei Links zum Fall David Bendels vom Deutschlandkurier, wo es um das Meme mit Nancy Faeser, der damaligen Bundesinnenministerin von der SPD, ging ("Ich hasse die Meinungsfreiheit"):
https://www.lto.de/recht/nachrichten/...
https://www.welt.de/politik/deutschla...
https://www.br.de/nachrichten/bayern/...

Hier die Zahlen zum Sinkflug der verkauften Zeitungen und Magazine:
https://meedia.de/news/beitrag/21006-...
https://meedia.de/news/beitrag/20974-...
https://meedia.de/news/beitrag/20999-...

Hier können Sie den Fall des Bloggers Alexander Wallasch und der Prüfgruppe der Landesmedienanstalten gegen ihn nachlesen:
https://www.alexander-wallasch.de/ser...
https://norberthaering.de/news/wallas...

1:17:23

Ulrich Siegmund, AfD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026, will an seinem ersten Amtstag als neuer Ministerpräsident die Medienstaatsverträge aufkündigen – so er es werden sollte. Doch was bedeutet das? Noch nie hat ein Bundesland einen solchen Schritt unternommen, die Konsequenzen sind nicht eindeutig geklärt. Und was soll es anstelle des öffentlich-rechtlichen Programms für die Bewohner von Sachsen-Anhalt geben?

Wir sprechen mit Ulrich Siegmund über die medienpolitische Strategie der AfD und wollen wissen: Stecken hinter seinen markigen Worten auch konkrete Pläne? Was versteht man unter „neutraler Berichterstattung“? Wie realistisch hält er selbst einen Erfolg seiner Pläne? Warum ist sehr aktiv auf den Sozialen Medien? Wie begründet er die Berichterstattung über die Verwandten-Affäre bei der AfD? Und warum hat er gerade eine Auseinandersetzung auf X mit einem Moderator vom MDR?

1:09:33

Katrin Seibold hat 18 Jahre lang bei ZDF und 3Sat als Autorin, Reporterin, Moderatorin und Redakteurin gearbeitet. 2022 stieg sie aus. Ihr Interview zu den Gründen bei BILD-TV ging viral. Danach ist sie abgetaucht bzw. hat sich zurückgezogen. Sie gibt Kurse in Yoga und Shiatsu.

Nun spricht Katrin Seibold ehrlich und schonungslos in „Sachlich richtig“ über den aktuellen KI-Fake im ZDF, den Intendanten Nobert Himmler und seine geplante Wiederwahl, den Studioleiter Washington Elmar Theveßen und die Moderatorin des heute Journals Dunja Hayali sowie die Chefredakteurin Bettina Schausten. Es geht um alternative Medien, Geheimdienste, Betriebsversammlungen, den Geist im ZDF und den sozialen Preis, den man nach einem Ausstieg aus dem ÖRR zahlen muss.