SACHLICH RICHTIG (Medienpräsenz)

1:11:36

Sie war in den 1990er Jahren eines der bekanntesten Gesichter des deutschen Fernsehens – Eva Hermann: Tagesschau-Sprecherin, Moderatorin, Autorin. Eine glanzvolle Karriere, bis sie 2006 ihr Buch „Das Eva-Prinzip. Für eine neue Weiblichkeit“ veröffentlichte, in dem die berufstätige Mutter den Verfall konservativer Werte als Ursache für den starken Geburtenrückgang in der Bundesrepublik konstatierte. Hermann sah in der feministischen Emanzipation einen Irrweg, weil er berufstätigen Müttern einen zu großen Spagat zwischen Selbstbestimmung und Familie abverlange und Ursache für immer mehr bindungsgestörte Kinder sei.

Diese Thesen stießen 15 Jahre auf große Ablehnung. Feministinnen wie Alice
Schwarzer oder die Schriftstellerin Thea Dorn zogen gegen Hermann zu Felde,
stellten sie, die sich u.a. lange für die Initiativen ‚Laut gegen Nazis’ und "Gesicht zeigen" engagiert hatte, in die ‚rechte
Ecke‘ (‚Das Eva-Braun-Prinzip‘) und die gesamte Medienwelt zog mit. Hermann
verlor ihren Job und statt einer sachlichen Auseinandersetzung erlebte sie eine
Hetzjagd, die in der berühmt-berüchtigten ZDF-Sendung von Johannes B. Kerner am 9. Oktober 2007 in einem regelrechten Tribunal gipfelte.

Wir haben Eva Hermann gefragt, wie sie die Geschehnisse damals erlebt und
inzwischen verarbeitet hat und wie Sie die jetzige Entwicklung in der deutschen
Medienwelt einschätzt. Die Demontage und öffentliche Diffamierung von Eva Herman gilt manchen Beobachtern als erster Sündenfall der deutschen Medien und ein Meilenstein bei der Entwicklung in Richtung eines modernen Haltungsjournalismus. Herman spricht offen und ehrlich über das Geschehene. Auch für uns war beim Nachrecherchieren des Falls aus heutiger Sicht einiges überraschend: So verbreitete ausgerechnet die deutsche Nachrichtenagentur dpa ein falsches Zitat zur Autobahn-Aussage.

Korrektur: Bei Minute 45:30 meint Eva Herman den Bundesgerichtshof in Karlsruhe, nicht das Bundesverfassungsgericht."

1:15:16

Wir über uns, Teil 3 - diesmal mit Peter Welchering

Nachdem Anne und Alexander tieferen Einblick in ihren Lebens- und Berufsweg gegeben haben, befragen sie in dieser Folge nun Peter nach seinem Werdegang.

Der studierte Philosoph ist nicht nur IT-Experte und hat mit aufsehenerregenden Recherchen Geheimdienste wie BND, KGB und NSA sowie große Unternehmen wie Facebook in Erklärungsnöte gebracht. Peter war immer auch politisch (bei der FDP) und gesellschaftlich (im DJV, dem Presserat, ver.di) engagiert, hat so ziemlich jede Möglichkeit des Sich Einbringens genutzt und ist trotz aller Rückschläge keineswegs enttäuscht oder frustriert. Auch sein Blick auf den journalistischen Nachwuchs, den er ebenfalls seit Jahrzehnten im Heise-Verlag, der Merz-Akademie oder der Uni Göttingen mit ausbildet, ist überraschend positiv.

Man fragt sich nach dieser guten Stunde nur, warum der öffentlich-rechtliche Rundfunk meint, auf solche Mitarbeiter verzichten zu können, den im ZDF, dem DLF, dem NDR und dem SWR, für die er jahrzehntelang tätig war, ist er nun nicht mehr zu hören.

Peter gibt aber auch ganz ungewohnte private Einblicke: Versuche ihn in die rechtsextreme Ecke zu stellen, in seine Krebserkrankung, seine Schwerhörigkeit oder zerbrochene Freundschaften.

Hier der Link zur Website von Peter Welchering:
https://www.welchering.de/

1:11:48

Er gilt als ‚das Gesicht‘ der Bundespressekonferenz. Florian Warweg hat die eher brave Befragung von Sprechern der Bundesministerien und Politikern durch eine erlesene Schar von Journalisten mit seinen unbequemen Fragen zum medialen Ereignis gemacht. Deshalb versucht die BPK, ihn wieder loszuwerden. Noch läuft der Prozess vorm Berliner Kammergericht. Bis das Urteil fällt, nutzt Warweg die Möglichkeit, an dieser exponierten Stelle Dinge anzusprechen, die nicht nur ihm unter den Nägeln brennen.

Wir sprechen mit ihm über seine Zeit als Parlamentskorrespondent, erst für Russia Today Deutschland (RT Deutsch), nun für die NachDenkSeiten, ein eher linkes alternatives Medium mit der Unterzeile "Die kritische Webseite", die von ihren Kritikern als verschwörungstheoretisch gelabelt wird. 

1:05:22

Dies ist die erste von drei besonderen Folgen: Wir über uns sozusagen. Wir stellen uns näher vor. Anne macht heute den Anfang und wird von Alex und Peter gnadenlos ausgefragt. Wie hat sie die DDR geprägt, wie war ihr journalistischer Werdegang mit Stationen beim Kika, Radio Brocken, dem Magazin und der Berliner Zeitung. Wie waren ihre Erfahrungen als Frau im Job, wie war es bei den Tagesthemen mit Caren Miosga, Ingo Zamperoni und Tom Buhrow zu arbeiten? Und wieso stellt ihr der RBB, für den sie 30 Jahre gearbeitet hat, nun den Stuhl vor die Tür? Hat es etwas mit ihrer Unterschrift unter das Manifest "Meinungsvielfalt Jetzt!", ihren Aussagen als Sachverständige vor drei Landtagen und diesem ÖRR-kritischen Podcast zu tun? Fragen über Fragen :-)

1:24:27

Die Veröffentlichung der Corona-Protokolle des Robert-Koch-Instituts gelten als der bedeutendste Leak der letzte Jahre in Deutschland. Verantwortlich dafür ist die freie Journalistin Aya Velázquez. Bis heute gelang es ihr, dass ihre Quelle unentdeckt blieb. Zahlreiche Medien berichteten. Doch kaum ein Leitmedien sprach mit ihr. Das wollten wir nachholen.

Aya Velázquez wird wie viele Kritiker der Corona-Maßnahmen von Leitmedien oft angegriffen und ihr Klarname veröffentlicht, um ihr zu schaden. Warum sie das für problematisch hält, erzählt sie uns ganz am Ende des Gesprächs.

Wir fragen auch, warum so ein Leak nicht mehr bei Spiegel, Zeit oder der Süddeutschen stattfindet. Wie ihr Verhältnis zu anderen Journalisten wie Paul Schreyer von Multipolar ist. Und dann erzählen wir uns unsere schönsten Geschichten mit der Deutschen Post. Warum - erfahrt in der mittlerweile 18. Folge des Medien-Podcasts "Sachlich richtig".

Es ist unsere bisher längste Folge geworden, schreibt uns gern, was ihr davon haltet. Und wer am 1.9. um 20 Uhr an unserer Folge als Gast teilnehmen möchte, schreibt einfach eine Mail an peter@welchering .de.

Hier der Link zur Webseite von Aya Velázquez und ihrem X-Account: 
https://www.velazquez.press/ 
https://x.com/aya_velazquez 

Wer selbst die Corona-Protokolle lesen möchte, den Link findet ihr hier: 
https://rki-transparenzbericht.de/

47:15

Sie heißen Faktenfinder, Faktenfuchs oder Faktencheck. Es gibt sie bei vielen Medien. Redakteure, die für sich in Anspruch nehmen, die Realität zu überprüfen und die Wahrheit zu schreiben. Doch immer wieder unterlaufen ihnen dabei gravierende Fehler. Nicht wenige unterstellen ihnen dabei sogar Absicht. Denn so kann Meinung im Land maßgeblich mit beeinflusst werden.

Anfang des Jahres hat Meta angekündigt, seine Faktenchecks in den USA einzustellen. Was das für Deutschland bedeutet, ist noch offen. Aber bei Correctiv und der dpa zittern sie nun um ihre Aufträge, mit denen sie bisher viel Geld verdient haben. Schon sind erste Kollegen zur ARD gewechselt. Denn als Reaktion auf die Entscheidung von Marc Zuckerberg hat der öffentlich-rechtliche Rundfunk angekündigt, seine Faktenchecks auszubauen.

Warum das problematisch ist und welche Fehler den Faktencheckern immer wieder unterlaufen, diskutieren wir in dieser mittlerweile 17. Ausgabe des Medienpodcasts "Sachlich richtig" mit Annekatrin Mücke, Peter Welchering und Alexander Teske.

Wenn ihr oder Sie mit uns über dieses Thema oder andere diskutieren wollen: Am 1. September zeichnen wir eine Folge mit Hörern bzw. Zuschauern auf. 20 Uhr geht es los. Kanalmitglieder sind automatisch dabei oder einfach per Mail bewerben an: peter@welchering.de.