"Ich war einmal ein Mädchen, aber ich bin es nicht mehr."
Wie ihre Mitschülerinnen wurde Maryam von Boko-Haram-Kämpfern aus ihrer nigerianischen Schule an einen ihnen unbekannten Ort entführt. Mit ihrer Freundin Buki übersteht sie die höllische Gefangenschaft und gemeinsam gelingt ihnen die Flucht. Mit "tiefer, unverbrüchlicher Empathie" (Richard Ford) erzählt Edna O'Brien von einem langen Weg zurück ins Leben, von unvermuteter Hilfsbereitschaft und Mitgefühl. Den kriegerischen Wirren setzt sie die Schönheit der Natur entgegen und gibt der traumatisierten Seele ihre Würde zurück. Aber ist für Maryam überhaupt eine Heimkehr möglich, gibt es doch dort, wo sie einmal zuhause war, keine Sprache für das, was sie durchlebt hat?
Edna O'Brien (1930–2024) war eine irische Schriftstellerin aus dem County Clare, die Romane, Kurzgeschichten, Theaterstücke und Memoiren verfasste. Ihr Debütroman The Country Girls (1960) brach das Schweigen über Sexualität und soziale Missstände im Nachkriegsirland und wurde dort prompt verboten. In ihrem Werk kreist sie stets um das Innenleben von Frauen und ihre Stellung in der Gesellschaft. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den David Cohen Prize (2019) und den französischen Ordre des Arts et des Lettres. Edna O'Brien gilt als bedeutendste Schriftstellerin Irlands und wurde 2018 mit dem PEN/Nabokov Award for Achievement in International Literature ausgezeichnet.
Wikipedia (DE): Edna O'Brien