Georg. Von Barbara Honigmann

"Mein Vater heiratete immer dreißigjährige Frauen. [Nur] er wurde älter... Sie hießen Ruth, Litzy, das war meine Mutter, Gisela und Liselotte..." Das ist die private Seite einer Lebensgeschichte, die um die halbe Welt führt: Herkunft aus Frankfurt, Odenwaldschule, Paris-London-Berlin, dazwischen Internierung in Kanada, nach der Emigration der Weg in die DDR. Und bei alldem die wiederkehrende Erfahrung: "Zu Hause Mensch und auf der Straße Jude."

ISBN 978-3-446-26008-5     18,00 €  Portofrei     Bestellen

Barbara Honigmann erzählt lakonisch und witzig, traurig und mitreißend von ihrer deutsch-jüdisch-kommunistischen Sippe: Ein schmales Buch, aber ein großes Buch über Deutschland - und die bewegende nachgetragene Liebeserklärung an einen außergewöhnlichen Mann.

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Für den Roman "Honigmann" Barbara Honigmann erhielt den Bremer Literaturpreis 2020 der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung. "Gelobt wird der Roman als das Porträt eines Bonvivants, Kommunisten und deutschen Juden, das die Geschichte des 20. Jahrhunderts vergegenwärtigt. Der Blick in die Abgründe der Figur verbinde die Genauigkeit des Nahblicks mit hellwacher Aufmerksamkeit auf die bedrängenden Zeitumstände."

Leseprobe des Verlags

„Die Sagen seines Lebens, über deren Wahrheit ich nichts weiß.“ Der Holocaust ist in Deutschland Familiengeschichte für die Täter und ebenso für die Verfolgten und die Opfer. Drei Autorinnen legen mit ihren Väter-Biografien Zeugnis davon ab. Aus drei Perspektiven entsteht so eine deutsche Gewaltgeschichte:
- Natascha Wodin: „Irgendwo in diesem Dunkel“, Rowohlt Verlag 2018, 240 S., 20 € 
- Barbara Honigmann: „Georg“, Hanser Verlag 2019, 160 S., 18 €
- Wencke Mühleisen: „Du lebst ja auch für Deine Überzeugung“, Zsolnay Verlag 2020, 288 S., 23 €
Von Sabine Voss → Deutschlandfunk Kultur 17.01.2020

Miese Erbschaft. Wer das Werk Barbara Honigmanns kennt, ist ihm schon mehrfach begegnet: Georg Honigmann, dem Vater der Schriftstellerin, auf den die Wendung, dass da einer ein bewegtes Leben geführt habe, tatsächlich einmal zutrifft. → junge Welt 11.07.2019

Die Presse:

"Die Geschichte eines überaus schillernden Mannes, der Kommunist, Spion, Journalist und Frauenliebhaber war." Terry Albrecht, Deutschlandfunk, 30.04.19

"Ein ganz erstaunlich zugewandtes Buch, das sich in großer Dezenz den vielen Stationen im Leben von Honigmanns Vater widmet." Hanna Engelmeier, taz, 20.03.19

"Barbara Honigmanns Liebeserklärung an ihren Vater (...). Ein Buch, das berührt." Markus Clauer, Die Zeit, 13.03.19

"Barbara Honigmann begibt sich auf die Spuren ihrer Familie und rollt dabei ein halbes Jahrhundert europäischer Gewaltgeschichte auf." Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung, 28.02.19

"Das Buch 'Georg' ist dort am besten, wo die Autorin sich dem Vater behutsam, aber nicht unkritisch nähert: dort, wo sie versucht, zu verstehen, was nicht zu verstehen ist, dort, wo sie versucht, ihm gerecht zu werden, auch in seinem Versagen. Geschickt weicht sie der Gefahr postumen Psychologisierens aus." Klara Obermüller, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag, 24.02.19

"Nicht ohne Pathos, mit deutlich hörbarem Anklang an die Feuerbachthese von Karl Marx, hat Barbara Honigmann einmal geschrieben: 'Alle Menschen haben eigenartige Lebensgeschichten. Es kommt aber darauf an, sie zu verändern.' Das ist ihr in 'Georg' ganz ohne Pathos gelungen." Johan Schloemann, Süddeutsche Zeitung, 12.02.19

"Barbara Honigmann hat ihrem traurig entwurzelten Vater ein schönes Denkmal gesetzt." Jakob Hessing, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.02.19

"Barbara Honigmanns kritische Annährung an diesen Georg ist ein bewegendes kleines Stückchen Literatur." Bernd Noack, BR Diwan, 10.02.19

"Georg Honigmann ist 1984 in Weimar gestorben. Fünfundreißig Jahre später hat seine Tochter ihm eine beeindruckende Liebeserklärung nachgetragen." Christoph Schröder, SWR 2 Lesenswert, 10.02.19

Die Autorin:

Barbara Honigmann, 1949 in Ost-Berlin geboren. Arbeitete als Dramaturgin und Regisseurin. 1984 Emigration mit der Familie nach Straßburg, wo sie noch heute lebt. Honigmanns Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Heinrich-Kleist-Preis, dem Max-Frisch-Preis der Stadt Zürich, zuletzt 2018 mit dem Jakob Wassermann-Preis. Bei Hanser erschienen Damals, dann und danach (1999), Alles, alles Liebe! (Roman, 2000), Ein Kapitel aus meinem Leben (2004), Das Gesicht wiederfinden (2007), Das überirdische Licht. Rückkehr nach New York (2008) und Chronik meiner Straße (2015). 

 

Erstellt: 16.07.2019 - 07:02  |  Geändert: 21.01.2020 - 10:07

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