Du lebst ja auch für deine Überzeugung. Mein Vater, Otto Muehl und die Verwandtschaft extremer Ideologien. Von Wencke Mühleisen

"Eine so ehrliche wie schmerzliche Abrechnung aus dem Inneren der Muehl-Kommune" (Martin Pollack) - Wencke Mühleisens Auseinandersetzung mit extremen Ideologien.

Weil er "einen Neger nicht als Familienmitglied akzeptieren" könne, komme er nicht zum Familientreffen; sie, die Tochter, werde das gewiss verstehen, da auch sie für ihre Überzeugungen und gegen den Strom lebe.
Acht Jahre war Wencke Mühleisen bereits in der Kommune von Otto Muehl, als sie diesen Brief ihres Vaters erhielt. Der Schock saß tief. Hatten sie womöglich etwas gemeinsam?

ISBN 978-3-552-05985-6     23,00 €  Portofrei     Bestellen

Er, Freiwilliger der Wehrmacht und Nationalsozialist bis zuletzt, und sie, die durch befreite Sexualität das bestehende Gesellschaftssystem zum Einsturz bringen wollte? Schonungslos und sensibel vergleicht Wencke Mühleisen die beiden Leben. Sie erzählt vom Sog, den die sektenhafte Gemeinschaft um Muehl ausübte, schließlich vom Ausstieg und davon, wie aus einem radikalen Lebensentwurf eine autoritäre Unterdrückungsmaschine werden konnte.

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Leseprobe des Verlags

„Die Sagen seines Lebens, über deren Wahrheit ich nichts weiß.“ Der Holocaust ist in Deutschland Familiengeschichte für die Täter und ebenso für die Verfolgten und die Opfer. Drei Autorinnen legen mit ihren Väter-Biografien Zeugnis davon ab. Aus drei Perspektiven entsteht so eine deutsche Gewaltgeschichte:
- Natascha Wodin: „Irgendwo in diesem Dunkel“, Rowohlt Verlag 2018, 240 S., 20 €
- Barbara Honigmann: „Georg“, Hanser Verlag 2019, 160 S., 18 €
- Wencke Mühleisen: „Du lebst ja auch für Deine Überzeugung“, Zsolnay Verlag 2020, 288 S., 23 €

Von Sabine Voss → Deutschlandfunk Kultur 17.01.2020

Die Autorin:

Wencke Mühleisen, geboren 1953, hat eine norwegische Mutter und einen slowenisch-österreichischen Vater. Sie ist Schriftstellerin und arbeitet an der Universität Stavanger. Von 1978 bis 1989 war sie als Performance-Künstlerin aktiv und beschäftigte sich mit Themen wie Gender, Sexualität, Feminismus und Politik. Von 1976 bis 1985 lebte sie in Österreich in der Kommune von Otto Muehl.

 

Erstellt: 21.01.2020 - 08:58  |  Geändert: 21.01.2020 - 10:07

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