Erik Neutsch
Der letzte Jakobiner

Diese Biografie zeichnet Leben und Schaffen jenes DDR-Autors nach, der wie kein anderer das Thema Arbeiter und Macht ins Zentrum seines Werkes stellte.

Sein erster Roman, »Spur der Steine«, machte ihn über Nacht berühmt, gleichzeitig stieß er bei maßgeblichen Funktionären auf Ablehnung: der Blick auf Alltag und Widersprüche des Sozialismus zu ungestüm, zu frei, zu anarchisch. Seinem nächsten Roman, »Auf der Suche nach Gatt«, der Geschichte eines gescheiterten Parteisekretärs, wird jahrelang die Druckgenehmigung verweigert. Lebenslang verfolgte Neutsch das Thema des Jakobinertums, eindringlich gestaltet in seiner Erzählung »Forster in Paris«. Zerstört politische Radikalität die eigenen Ideale, oder schützt sie diese vor bloßer Beliebigkeit? 

ISBN 978-3-355-01937-8 1. Auflage 30.04.2026 24,00 Portofrei Bestellen (Buch | Hardcover)

Zwischen Parteitreue und Rebellion gefangen, gerät Neutsch in den Achtzigern in eine Schaffenskrise. Die Wende trifft ihn bis ins Mark – und setzt neue produktive Kräfte frei. Vom Literaturbetrieb weitgehend unbeachtet, gelingt ihm mit »Nach dem großen Aufstand«, einem Roman über den Renaissance-Maler Mathias Grünewald, ein visionäres Alterswerk von beeindruckender Intensität.

Gunnar Decker hat für seine Biografie bislang unerschlossenes Archivmaterial gesichtet, das zahlreiche Aufschlüsse über die private Sphäre des Schriftstellers und seinen keinesfalls unkomplizierten Charakter liefert. Gleichzeitig analysiert er mit kundigem Blick auf die Literaturszene der DDR kulturpolitische Entwicklungen und markiert Neutschs Stellenwert: ein unbequemer Realist, leidenschaftlicher Erzähler und streitbarer Zeitgenosse.

Mehr Infos

Inhaltsverzeichnis

Erik Neutsch bei Neuer Weg

Interview

Der in Schönebeck geborene Schriftsteller Erik Neutsch (1931 bis 2013) bewegte sich zwischen Bitterfelder Weg und Parteistrafe, zwischen linientreuer Propagandaliteratur und DDR-kritischer Alltagsschilderung. Gespräch mit Gunnar Decker. [Podcast 24:27, verfügbar bis 20.06.2027] Mit Jörg Schieke MDR 20.06.2026

Rezension

Ein streitbarer und polarisierender Schriftsteller mit Staatstreue: Zum 95. Geburtstag von Erik Neutsch, einem der meistgelesenen Autoren der DDR, präsentiert Gunnar Decker eine beeindruckende Biografie: (...) Als profunder Kenner der DDR-Kulturgeschichte – bekannt unter anderem durch Werke wie 1965 – Der kurze Sommer der DDR (2015) und Zwischen den Zeiten. Die späten Jahre der DDR (2020) – entwirft Gunnar Decker ein facettenreiches Porträt eines leidenschaftlichen Erzählers und kontroversen Weggefährten. Mit dem unvoreingenommenen Blick eines Historikers bemüht er sich, diesem trotz aller Widersprüche gerecht zu werden. Von Manfred Orlick literaturkritik.de 21.06.2026

Autoreninfos

Gunnar Decker, geboren 1965, lebt als Autor und Publizist in Berlin. Der promovierte Philosoph veröffentlichte zahlreiche Biografien, so über Franz Fühmann, Gottfried Benn, Ernst Barlach, Hermann Hesse, zuletzt »Rilke. Der ferne Magier«. Zur DDR-Geschichte legte er die Bände »1965. Der kurze Sommer der DDR« und »Zwischen den Zeiten. Die späten Jahre der DDR« vor. 2016 erhielt er den von Akademie der Künste vergebenen Heinrich-Mann-Preis. Eulenspiegel (02.08.2026)

Wikipedia (DE): Gunnar Decker

Erik Neutsch (1931 - 2013) war ein deutscher (DDR/BRD) Schriftsteller.

Wikipedia (DE): Erik Neutsch  |  Stiftung (bei der Rosa Luxemburg Stiftung, 02.08.2026): Erik-Neutsch-Stiftung

Erstellt: 02.08.2026 - 08:18  |  Geändert: 02.08.2026 - 12:30