Deserteure
Die Geschichte von Gewissen, Widerstand und Flucht
Desertieren - ein mutiger Akt des Widerstands oder ein Verrat an der Gemeinschaft?
Deserteure wollen nicht töten, sie wollen nicht sterben: Sie verweigern sich dem Krieg. Rolf Cantzen zeigt, wie der Wille zum Überleben und die Kraft des Gewissens zu extremen Entscheidungen führen können und wie militärische Repressionsapparate das zu verhindern versuchen.
In Kriegen gelten Deserteure oft als »Kameradenschweine« oder Drückeberger, Menschen, die sich ihrer Pflicht entziehen. Doch was treibt jemanden dazu, den Dienst an der Waffe zu verweigern, Staat und Armee die Loyalität aufzukündigen und zu fliehen? Welche religiösen Überzeugungen und politischen oder humanistischen Ideale sind dafür ausschlaggebend, welche Rolle spielt die spontane Selbstermächtigung, einfach nicht mehr mitzumachen?
Die Konsequenzen, die Deserteure für ihre Entscheidung zu erwarten haben, sind in der Regel drastisch: Gesellschaftliche Ächtung, aber auch Haftstrafen und Todesurteile drohen. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieben Deserteure hierzulande noch lange stigmatisiert, ihre Richter und Ankläger konnten hingegen ihre Karrieren in Justiz und Politik fortsetzen. Erst im Jahr 2009 wurden die Urteile aus der NS-Zeit gegen die Desertierten vollständig aufgehoben.
Rolf Cantzen widmet sich im vorliegenden Buch den Entscheidungen, die hinter einer Desertion stehen, sowie den Reaktionen der Obrigkeit: Dabei spannt er einen weiten historischen Bogen vom römischen Reich über die NS-Zeit bis zum aktuellen Ukraine-Krieg.
Pressestimmen
»eine knapp 200-seitige Geschichte der Deserteure (…), die viele Informationen enthält und trotzdem gut zu lesen ist.« Peter Nowak in: Kritsch-lesen.de, 20. Januar 2026
»Cantzen hat aufwändig recherchiert (…). (Sein) Buch erinnert daran, dass Wehrhaftigkeit nicht nur militärisch, sondern auch moralisch verstanden werden kann.« Gerhard Klas in: SWR, 6. Januar 2026
»Cantzen bringt anschauliche Beispiele, die er gut dokumentiert. (…) Auf vieles an diesem bemerkenswerten Buch kann hier nicht eingegangen werden. Da hilft nur die eigene Lektüre.« Hans Eisel in: Am Zeitstrand, Juli 2025
»substanziell wie stilistisch hervorragende( ) Studie« Hans-Dieter Grünefeld in: Buchkultur, 22. August 2025
»eine solide Mischung aus Lesbarkeit und Fundiertheit« Jakob Frühmann in: Wissenschaft und Frieden, August 2025
»Ein hochspannendes Buch und das perfekte Rüstzeug für eine schwierige Debatte.« Kirstin Breitenfellner in: Falter, 26. August 2025
»informativ( ) und gut lesbar( )« Peter Nowak in: Neues Deutschland, 13. Oktober 2025
»Wer (dieses Buch) nicht liest, blickt hinter keine Kulissen, ignoriert ergreifende, augenöffnende Schandtaten.« Ulrich Hohlbein: Konkret, 10/2025
»Rolf Cantzen bricht eine Lanze fürs Desertieren.« Tobias Prüwer in: Kreuzer/Logbuch, Oktober 2025
»Spannend geschrieben und doch wissenschaftlich fundiert. (…) Das Buch ist ein Muss für alle, die sich dem zunehmenden Militarismus widersetzen wollen!« Friedensmuseum Nürnberg, 10. November 2025