Niemals Frieden?
Israel am Scheideweg

Gibt es eine gemeinsame Zukunft für Juden und Palästinenser? 
Der immerwährende Krieg - und wie er enden könnte.

Von Generation zu Generation wird der Krieg in Palästina weitergetragen. Nach der jüngsten und schlimmsten Eskalation durch den Terrorangriff der Hamas macht sich Hoffnungslosigkeit breit: Wird das immer so weitergehen? Nein, sagt Moshe Zimmermann, der große liberale Historiker.

ISBN 978-3-549-10083-7 3. Auflage 29.02.2024 16,00 € Portofrei Bestellen (Buch | Hardcover)
ISBN 978-3-548-07041-4 27.02.2025 12,99 € Portofrei Bestellen (Buch: Taschenbuch)

Schonungslos - und nicht ohne Bitterkeit - benennt er zunächst die Schuldigen an der Katastrophe: Da ist die Hamas, die Gewalt als einziges Mittel der Politik sieht und Israel auslöschen will. Da sind aber auch die jüdischen Siedler, die alle Israelis in Mithaftung nehmen für ihre radikale Politik, die Land und Leben der arabischen Palästinenser bedroht. Und da ist die rechte Regierung in Israel, die den Konflikt schürt, statt ihn zu dämpfen.

Daraus folgt, so Zimmermann, der Weg zur Lösung: Abkehr von der Siedlungspolitik, Abkehr von der bisherigen Politik in Gaza, Abkehr vom Islamismus, Hinwendung zur Zweistaatenlösung, verstärkte Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft. Juden und Araber müssen Palästina, diesen kleinen Streifen Land, untereinander aufteilen und miteinander leben - oder sie werden miteinander sterben.

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Inhaltsverzeichnis

Leseprobe des Verlags

„Es war präzedenzlos“: Der Historiker Moshe Zimmermann sieht den 7. Oktober auch als Zeichen für eine Krise des Zionismus in Israel. Er fragt sich: Haben nicht nur das Militär und die Politik versagt – sondern auch die Idee als solche? [Interview. Podcast 24:06] Mit Stephan Detjen Deutschlandfunk 06. Oktober 2024

„Offene Frage, wie uns Militäroperationen gegen Hamas, Hisbollah und Iran voranbringen“: Der israelische Historiker Moshe Zimmermann hat die Kriegspolitik der israelischen Regierung nach dem Überfall der militant-islamistischen Hamas vor einem Jahr kritisiert. Statt sich um die Befreiung der israelischen Geiseln im Gazastreifen zu bemühen, habe Israels Führung Rache und Vergeltung gegen die Hamas zur obersten Priorität erhoben, sagte Zimmermann im Deutschlandfunk. [Zusammenfassung obiger Sendung] → Deutschlandfunk 06.10.2024

Im Gespräch mit Prof. Moshe Zimmermann, Historiker, Hebräische Universität Jerusalem. [Vollständiges Skript zu obiger Sendung. PDF] Mit Stephan Detjen → Deutschlandfunk 06. Oktober 2024

Pressestimmen:

Neues Buch des Israelischen Historikers Moshe Zimmermann: Netanjahus Regierung trägt Mitschuld am Nahost-Konflikt - Der Israelische Historiker Moshe Zimmermann nennt die Regierung Netanjahus eine „Kakistokratie“ – eine „Herrschaft der Schlechtesten“. Bereits die Regierungen vor Netanjahu hätten extrem rechte Tendenzen gezeigt, doch nie sei es extremer gewesen als jetzt. Man dürfe nicht nur nationalistisch handeln, das sei chauvinistisch und führe dazu, dass man nie Frieden mit der arabischen Seite finden könne. [Podcast 9:01] Von Frauke OppenbergSWR 29.2.24

"Kulturzeit": Niemals Frieden in Israel? Die Themen der Sendung: "Niemals Frieden? Israel am Scheideweg" [mit Moshe Zimmernann], Wirbel um Daniel Kehlmanns "Lichtspiel", Israel und die Biennale. [Video 34:00] - Gespräch mit Almuth Spiegler3sat 28.02.24

Rezension zu einem 2010 erschienen Buch von Moshe Zimmermann: Die Angst vor dem Frieden. Das israelische Dilemma HSozKult 31.08.10 

Autoreninfo

Moshe Zimmermann (Jahrgang 1943) ist ein israelischer Historiker, Antisemitismusforscher, Autor und politischer Publizist. Er wurde in Jerusalem als Sohn deutsch-jüdischer Einwanderer geboren, deren Familien 1938 aus dem nationalsozialistischen Deutschland nach Palästina geflohen waren. An der Hebräischen Universität Jerusalem studierte er Geschichte und Politikwissenschaft und promovierte mit einer Untersuchung über die Emanzipation der Hamburger Juden im 19. Jahrhundert. Von 1986 bis zu seiner Emeritierung 2012 lehrte er dort Neuere Geschichte und leitete zugleich das Richard-Koebner-Minerva-Zentrum für Deutsche Geschichte. Gastprofessuren führten ihn unter anderem an mehrere deutsche Universitäten und nach Princeton. Zimmermanns wissenschaftliche Arbeit umfasst die deutsche Sozial- und Kulturgeschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts, die Geschichte der deutschen Juden, Nationalismus und Antisemitismus, die deutsch-israelischen Beziehungen sowie die Geschichte von Film und Sport.

Besondere Bedeutung erlangte seine Biografie Wilhelm Marr – The Patriarch of Antisemitism über den deutschen Publizisten, der den Begriff „Antisemitismus“ im politischen Sprachgebrauch verbreitete. Weitere wichtige Werke sind Die deutschen Juden 1914–1945, Deutsch-jüdische Vergangenheit, Deutsche gegen Deutsche und Vom Rhein an den Jordan, in denen Zimmermann die deutsch-jüdische Geschichte nicht als Randgebiet, sondern als Bestandteil der allgemeinen deutschen Geschichte behandelt. Als Mitherausgeber des 2010 erschienenen Berichts Das Amt und die Vergangenheit war er an der Untersuchung der Beteiligung des deutschen Auswärtigen Amtes an der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik und des späteren Umgangs mit belasteten Diplomaten beteiligt. Sein umfangreiches Werk umfasst außerdem Studien zur Erinnerung an den Holocaust, zum Zionismus, zur israelischen Gesellschaft und zur politischen Instrumentalisierung von Geschichte. 

Zimmermann gehört zugleich zu den international bekanntesten israelischen Kritikern der israelischen Besatzungs- und Siedlungspolitik. Er befürwortet eine Zweistaatenlösung und warnt seit Jahrzehnten davor, den Holocaust zur Rechtfertigung gegenwärtiger israelischer Regierungspolitik heranzuziehen. Dabei lehnt er eine pauschale Deutung des Zionismus als europäisches Kolonialprojekt ab: Die jüdische Einwanderung nach Palästina erklärt er vor allem aus Verfolgung, Vertreibung und dem Streben nach nationaler Selbstbestimmung. Die nach 1967 entstandene Siedlungsbewegung im besetzten Westjordanland beurteilt er dagegen ausdrücklich als koloniales Unternehmen. Seine scharfe Kritik gilt besonders der Politik Benjamin Netanjahus, der Schwächung demokratischer Institutionen und der Vorstellung, der Konflikt mit den Palästinensern könne dauerhaft militärisch beherrscht werden. 

In Büchern wie Goliaths Falle, Die Angst vor dem Frieden und Niemals Frieden? Israel am Scheideweg verbindet Zimmermann historische Analyse mit politischer Intervention. Das 2024 erschienene Niemals Frieden? untersucht den Kreislauf aus Gewalt und Gegengewalt nach dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 und dem anschließenden Gazakrieg. Zimmermann fordert darin eine Abkehr von Siedlungspolitik, Islamismus und militärischer Dauerherrschaft sowie eine international unterstützte politische Regelung mit zwei Staaten. Das Buch wurde 2024 für den Deutschen Sachbuchpreis nominiert; die Jury würdigte besonders die Einbeziehung israelischer und palästinensischer Perspektiven. Zimmermann zählt damit nicht nur zu den bedeutenden Historikern der deutsch-jüdischen Beziehungen, sondern auch zu den profiliertesten israelischen Stimmen in der deutschsprachigen Debatte über Erinnerungskultur, Antisemitismus und den Nahostkonflikt. 

Wikipedia (DE): Moshe Zimmermann  |  Wikipedia (EN): Moshe Zimmermann   |   Offizielles Universitätsprofil: Moshe Zimmermann 

Erstellt: 01.03.2024 - 07:27  |  Geändert: 01.09.2026 - 10:10