Im Menschen muss alles herrlich sein. Von Sasha Marianna Salzmann

Wie soll man »herrlich« sein in einem Land, in dem Korruption und Unterdrückung herrschen, in dem nur überlebt, wer sich einem restriktiven Regime unterwirft? Wie soll man diese Erfahrung überwinden, wenn darüber nicht gesprochen wird, auch nicht nach der Emigration und nicht einmal mit der eigenen Tochter? »Was sehen sie, wenn sie mit ihren Sowjetaugen durch die Gardinen in den Hof einer ostdeutschen Stadt schauen?«, fragt sich Nina, wenn sie an ihre Mutter Tatjana und deren Freundin Lena denkt, die Mitte der neunziger Jahre die Ukraine verließen, in Jena strandeten und dort noch einmal von vorne begannen. Lenas Tochter Edi hat längst aufgehört zu fragen, sie will mit ihrer Herkunft nichts zu tun haben. Bis Lenas fünfzigster Geburtstag die vier Frauen wieder zusammenbringt und sie erkennen müssen, dass sie alle eine Geschichte teilen.

ISBN 978-3-518-43010-1     24,00 €  Portofrei     Bestellen



In ihrem neuen Roman erzählt Sasha Marianna Salzmann von Umbruchzeiten, von der »Fleischwolf-Zeit« der Perestroika bis ins Deutschland der Gegenwart. Sie erzählt, wie Systeme zerfallen und Menschen vom Sog der Ereignisse mitgerissen werden. Dabei folgt sie vier Lebenswegen und spürt der unauflöslichen Verstrickung der Generationen nach, über Zeiten und Räume hinweg. Bildstark, voller Empathie und mit großer Intensität.

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»Die Leute schlossen die Augen, um sich in eine Vergangenheit zurückzudenken und darüber so lange Unwahrheiten zu erzählen, bis sie stimmten. Immer und immer wieder. Alle hatten sich auf eine Welt geeinigt, die draußen nicht mehr stattfand, und hoben darauf die Gläser.«

»Sie leiden an einer Art Phantomschmerz: Das Land, in das sie hineingeboren wurden, ist schon lange amputiert, aber es tut immer noch weh.«

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Was bleibt, wenn die bekannte Welt plötzlich untergeht? Vier Frauen suchen in einer Zeit des radikalen Umbruchs nach neuem Halt und versuchen zugleich, wieder zueinander zu finden. Eines der wichtigen deutschsprachigen Bücher des Leseherbstes. Von Holger Heimann → WDR 18.10.2021

Alles ist im Fluss. Sasha Marianna Salzmanns bezeichnet sich als genderfluid. Auch ihre Romanfiguren bewegen sich zwischen Welten. Von Irmtraud Gutschke → der Freitag 01.10.2021

Entwurzelte Generationen. Ein grandioser Roman, sagt unsere Kritikerin. Eine Generation hat die späte Sowjetunion noch erlebt, die andere wächst in Deutschland auf. Grund zum Klagen haben beide. Sasha Marianna Salzmann verknüpft zwei Mutter-Tochter-Gespanne zu einem lesenswerten poetischen Zeittableau. Von Maike Albath → Deutschlandfunk Kultur 20.09.2021

Wenn das bessere Leben ein Traum bleibt. Zwei Mütter, zwei Töchter, zersplitterte, miteinander verhakte Biografien. Vier Frauen ringen mit ihrer Geschichte auf der Suche nach Gemeinsamkeit, Liebe und Identität. „Im Menschen muss alles herrlich sein“ ist ein poetischer und brutaler Roman. Von Carsten Hueck → Deutschlandfunk 13.09.2021

Der Roman ist ein ernüchterndes Portrait der späten Sowjetzeit sowie ein Familienroman, der sich auf die Verlusterfahrungen starker Frauenfiguren stützt. Dabei werden Migrationsbiografien mit der schroffen Identitätssuche nachfolgender Generationen verbunden. Ein preiswürdiges Buch. Von Carsten Otte → WDR2 10.09.2021

Wie eine Raupe, die sich häutet. Sprachlich stark sind Passagen, in denen Absurdität, Sinnlichkeit und Plastizität zueinander finden, manchmal in kurzen, scharfen Sätzen, manchmal in Sprachbildern. "Über ihren Köpfen häutet sich unaufhörlich eine Raupe, und sie wissen immer noch nicht, was am Ende zum Vorschein kommt", denkt Nina über ihre Verwandten und deren Verhältnis zur Ukraine. Sasha Marianna Salzmann hat mit diesem Buch eine besondere Form des politischen Familienromans erfunden. Von Stephanie Drees → nachtkritik.de 09.09.2021

Nachrichten aus dem nicht enden wollenden Zeitalter der Fische. Salzmann hat offensichtlich ein Herz für die Menschen, über die sie schreibt, und verzeiht so manchen Fehler. Sasha Marianna Salzmann berichtet in ihrem zweiten Roman „Im Menschen muss alles herrlich sein“ von kalten Zeiten Von Helmut Sturm → literaturkritik.de ohne Datum

Die Autorin:

Sasha Marianna Salzmann ist Theaterautor:in, Essayist:in und Dramaturg:in. Für ihre Theaterstücke, die international aufgeführt werden, hat sie verschiedene Preise erhalten, zuletzt den Kunstpreis Berlin 2020. Ihr Debütroman Außer sich wurde 2017 mit dem Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung und dem Mara-Cassens-Preis ausgezeichnet und stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Er ist in sechzehn Sprachen übersetzt.

Sasha Marianna Salzmann auf Wikipedia

Sasha Marianna Salzmann: Darkroom des Erzählens

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Literaturforum im Brecht-Haus Youtube ca. Mai 2021

Sasha Marianna Salzmann ist außer sich #vielfaltdurchlesen

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Media Residents Youtube ca. November 2019

Erstellt: 01.12.2021 - 07:17  |  Geändert: 12.03.2022 - 06:21