Gestapelte Frauen. Von Patrícia Melo

»Die Geschichten hinter den Schlagzeilen. Der Aufschrei einer Frau für alle anderen. Ein aufwühlender, anklagender und gerade deswegen ein dringlicher Roman.« Jornal do Brasil

Sie verliebt sich schnell in Amir - charmant, intelligent, interessiert. Die Unterhaltungen belebend, die Nächte im lebhaften São Paulo berauschend. Dann die Ohrfeige, die Beleidigung. Um so weit weg wie nur möglich von ihm zu sein, nimmt die junge Anwältin eine Stelle im entlegenen Cruzeiro do Sul an. Als Beobachterin nimmt sie an Gerichtsverhandlungen zu brutalen Frauenmorden teil. Immer näher kommt sie dem Leben der Opfer - den Töchtern, den Müttern, den Freundinnen.

ISBN 978-3-293-00568-6     22,00 €  Portofrei     Bestellen

Und immer eindringlicher verfolgen sie Bilder aus ihrer Kindheit, Bilder ihrer eigenen Mutter.Um der Wirklichkeit zu entkommen, flüchtet sie sich in eine Traumwelt - in geheimnisumwirkte Wälder und Flüsse, an die Seite von Amazonen, die die Täter verfolgen. In der Realität aber scheint die Gerechtigkeit unerreichbar.

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Leseprobe des Verlags

„Es heißt Femizid.“ Interview Patrícia Melo schreibt in ihrem neuen Roman über die Kultur der Gewalt in Brasilien, sie erspart uns kein blutiges Detail. Literatur kann Widerstand leisten, sagt sie. Marcus Müntefering → der Freitag 24.04.2021

Presse:

»Patrícia Melo sprengt mit Energie und Farbe die Grenzen zwischen zwei Welten. Gestapelte Frauen vibriert vor Wut über die Femizide und leuchtet in halluzinatorischen Bildern von Jaguaren und Amazonen.« (Martina Läubli, NZZ – Bücher am Sonntag)

»Patrícia Melo nimmt uns mit auf die Spurensuche, und sie zwingt uns dazu, ganz genau hinzusehen. Eine Recherche mit den Mitteln der Kriminalliteratur – bestechend und bestürzend.« (Ulrich Noller, Jury der Weltempfänger-Bestenliste)

»Patrícia Melo hat einen thematisch bedrückenden, doch sprachlich beeindruckenden Roman geschrieben. Gekonnt hat sie die städtische Welt mit ihrem dysfunktionalen Justizapparat mit der natürlichen Welt des Urwalds und der indigenen Völker verknüpft und auf diese Weise ein Netz der Gewalt gesponnen, gegen das sich die Frauen, ganz gleich welcher Herkunft, gemeinsam auflehnen. Barbara Mesquita hat sich der Sprachgewalt Melos gestellt. Gekonnt hat sie den Spagat zwischen dem radikalen Worttrommelfeuer und der Feinsinnigkeit von Mutter Natur geschafft, Protagonisten nuanciert charakterisiert und eine eindrucksvolle Übersetzung hervorgebracht, bei der jedes Wort durch Mark und Bein geht.« (Lisa Mensing, TraLaLit)

»Patrícia Melo verbindet kalte Analyse und lakonischen Protokollstil mit Mythen, Ritualen und Halluzinationen, schonungslose Gesellschaftskritik mit einem versöhnlichen Ende, mit Tanz und Freude und der Vision von einer friedliebenden, solidarischen Welt. Ein grausam schönes, packendes, empathisches, fantasievolles Buch.« (Cornelia Zetzsche, Bayerischer Rundfunk BR2)

»Gestapelte Frauen spielt in einem bedrückenden, aber zugleich paradiesischen Umfeld. Melo beschreibt den Amazonasregenwald als einen intensiv sinnlichen Ort. Ihr Roman ist auch eine Liebeserklärung an die Welt der amazonischen Ureinwohner.« (Victoria Eglau, Deutschlandfunk)

»Vieles an diesem Roman ist so erschreckend wie beeindruckend. Melos Brillanz besteht in der Sparsamkeit, mit der sie ihre erzählerischen Mittel einsetzt. Der gewohnt schnoddrig sarkastische Tonfall, der zu ihren großen Stärken gehört, findet sich auch hier, doch angesichts des Themas verliert er sich zunehmend. Ein wütendes, ein anklagendes Buch, aber es hat auch noch eine andere, eine fantastisch mythische Dimension.« (Marcus Müntefering, Spiegel Online)

»Erneut ist es an dieser Stelle in erster Linie der Stil, der die falschen Fährten legt. Als wäre man es selbst, der diese unheimlichen Nachrichten bekommt, die einen aus dem Tagesablauf herausreißen und jeden konzentrierten Gedanken im Keim zu ersticken drohen.« (Katrin Doerksen, FAZ)

»Patrícia Melo hat einen packenden und exzellent konstruierten Roman über ein aktuelles, brennendes Problem geschrieben.« (Michi Strausfeld, literaturkritik.de)

»Ein Roman mit immenser politischer Bedeutung, bei dem auch die literarische Qualität, die absolute Beherrschung des Handwerks begeistert.« (Anita Djafari, Bücherfrauen)

»Das Thema Frauenhass muss Patrícia Melo auf den Nägeln gebrannt haben, die abertausenden Femizide müssen sie bis in ihre Albträume verfolgt haben, wie sie ihre Hauptfigur verfolgen. Melo hat daraus einen dichten, dunklen, vor Emotionen flimmernden Text gemacht. Bei all diesen Verbrechen, schreibt Melo, notiert sich die junge Anwältin, ›dauerte die Gerichtsverhandlung keine drei Stunden‹. Vielleicht darum hat die brasilianische Autorin nun ein mächtiges Plädoyer gehalten.« (Sylvia Staude, Frankfurter Rundschau)

Die Autorin:

Patrícia Melo (*1962 in São Paulo) zählt zu den wichtigsten Stimmen der brasilianischen Gegenwartsliteratur. Nach ihrem Studium in São Paulo arbeitete sie beim Fernsehen. In ihrem sozialkritischen Werk, bestehend aus Kriminalromanen, Hörspielen, Theaterstücken und Drehbüchern, beschäftigt sie sich mit der Gewalt und Kriminalität in Brasiliens Großstädten. Melo wurde u. a. mit dem Deutschen Krimipreis und dem LiBeraturpreis ausgezeichnet, die Times kürte sie zur »führenden Schriftstellerin des Millenniums« in Lateinamerika. Sie lebt in Lugano.

Die Autorin auf Wikipedia

Die Übersetzerin:

Barbara Mesquita, geboren in Bremen, ist Spezialistin für die lusofonen Länder Afrikas. Sie hat u. a. Patrícia Melo, Juan Manuel de Prada und Luis Fernando Veríssimo übersetzt. Barbara Mesquita lebt in Hamburg und manchmal in Lissabon.

 

Erstellt: 28.04.2021 - 07:22  |  Geändert: 28.04.2021 - 07:27

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