Die völkerrechtliche Bewertung der NATO-Einsätze seit dem Ende der Sowjetunion aus dem Blickwinkel des NATO-Vertrages. Von Lennart Taschenbrecker

Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Afghanistan und Libyen sind der Öffentlichkeit maßgeblich als (Bürger-)Kriegsländer in Erinnerung. Untrennbar verbunden sind damit aber auch jene militärischen Interventionen des Nordatlantikbündnisses, die für eine Entwicklung der NATO vom Verteidigungsbündnis hin zur transatlantischen Interventionsstreitmacht stehen. Gleichermaßen markieren sie prototypisch die Fortentwicklung eines völkerrechtlichen Vertrages in seiner Handhabung fernab des Vertragstextes. Losgelöst vom Gründungsvertrag ist die NATO neuen Zwecken dienstbar gemacht worden, ohne dass sich diese "Umwidmung" in einer förmlichen Vertragsänderung niedergeschlagen hätte.

ISBN 978-3-428-15860-7     109,00 €  Portofrei     Bestellen

Ausgehend von diesem Befund widmet sich die Arbeit der zentralen Fragestellung, in welchem Rahmen und unter welchen Voraussetzungen militärische Maßnahmen eines Verteidigungsbündnisses wie der NATO als rechtmäßig i.S.d. Völkerrechts anzusehen sind und wie weit der NATO-Vertrag als ein völkerrechtlicher Vertrag ausgelegt bzw. "fortgebildet" werden darf.

Die militärischen Interventionen des Nordatlantikbündnisses in Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Afghanistan und Libyen demonstrieren die Fortentwicklung und Handhabung eines völkerrechtlichen Vertrages fernab des Vertragstextes. Ausgehend von dieser "Umwidmung" der NATO zu neuen Zwecken widmet sich diese Arbeit der Frage, in welchem Rahmen und unter welchen Voraussetzungen militärische Maßnahmen eines Verteidigungsbündnisses wie der NATO als rechtmäßig i.S.d. Völkerrechts anzusehen sind.

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Leseprobe des Verlags

Die Autorin:

Lennart Taschenbrecker (geb. Müller), Studium der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften in Bayreuth, Lausanne und Salzburg; Rechtsreferendariat im Bezirk des OLG München; 2018 Promotion.

 

Erstellt: 06.11.2020 - 17:06  |  Geändert: 07.12.2020 - 18:45