Die Kriegsverbrecherlobby. Bundesdeutsche Hilfe für im Ausland inhaftierte NS-Täter. Von Felix Bohr

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg waren in zahlreichen westeuropäischen Ländern NS-Kriegsverbrecher inhaftiert. Im Zuge der Westbindung der Bundesrepublik wurden die meisten von ihnen entlassen. Lediglich in Italien und den Niederlanden verblieben insgesamt fünf Deutsche im Gefängnis: der SS-Mann Herbert Kappler, als Kommandeur der Sicherheitspolizei verantwortlich für das Massaker in den Ardeatinischen Höhlen, sowie die "Vier von Breda", die maßgeblich an der Ermordung der niederländischen Juden beteiligt gewesen waren. Hochrangige deutsche Politiker, unter ihnen die Bundeskanzler Brandt und Schmidt, setzten sich für ihre Freilassung ein.

ISBN 978-3-518-42840-5     28,00 €  Portofrei     Bestellen

Felix Bohr zeichnet das westdeutsche Engagement für die im Ausland inhaftierten NS-Täter nach. Er zeigt, wie sich aus Netzwerken von Kirchenverbänden, Veteranenvereinigungen und Diplomaten eine einflussreiche Interessenvertretung formierte, die rechtliche und materielle Hilfe leistete. Während Opfer des NS-Regimes um gesellschaftliche Anerkennung und Entschädigung kämpften, organisierte die Lobby Unterstützung für die Kriegsverbrecher auf höchster politischer Ebene. Auf der Grundlage bislang mitunter nicht zugänglicher Quellen wirft Bohr einen umfassenden Blick auf ein bisher kaum bekanntes Kapitel bundesdeutscher Vergangenheitspolitik.

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Warum auch Willy Brandt und Helmut Schmidt NS-Täter unterstützten. Über Vergangenheitspolitik in Deutschland, Italien und den Niederlanden.

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Staatshilfe für ehemalige Nazis. Wie die Bundesrepublik NS-Kriegsverbecher unterstützte Felix Bohr und Willi Winkler im Gespräch mit Christian Rabhansl Cognac und Kippen schickte die junge Bundesrepublik an NS-Kriegverbrecher, die in ausländischer Haft saßen. Und in Deutschland wurde einflussreichen Nazis in einflussreiche Positionen verholfen. Ein → „Braunes Netz“ nennt das einer unserer Gesprächspartner. Als die Bundesrepublik noch jung war, ließ die neue Regierung kleine Weihnachtspakete verschicken. Darin befanden sich Cognac und Zigaretten. Beschenkt wurden damit Kriegsverbrecher. Einer von ihnen war Herbert Kappler. Unter anderem dessen Geschichte schreibt Felix Bohr in seinem Buch → „Die Kriegsverbrecherlobby“. → Deutschlandfunk Kultur 16.02.2019

NS-Täter in Nachkriegszeit Braune Tentakel Spiegel-Redakteur Felix Bohr verfolgt in seiner Dissertation das Konzept der Vergangenheitspolitik bis hin zur Regierung Kohls. Die Studie offenbart das Ausmaß der Hilfe für NS-Kriegsverbrecher im Ausland. Rezension von Knud von Harbou → SZ 19.11.2018

 

 Erstellt: 16.10.2018 - 07:52  |  Geändert: 18.02.2019 - 21:34

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