Das Gift des Politischen
Gedanken und Erinnerungen

Erinnerungen für die Zukunft. Die gebürtige Wuppertalerin, verheiratet und Mutter einer Tochter, ging nach dem Studium an die Hochschule und war ab 1969 als Professorin für Vergleichende Erziehungswissenschaft zunächst in Bochum und zuletzt an der Universität Dortmund tätig.

ISBN 978-3-423-28043-3 2015 vergriffen Mehr Infos (Buch) → d-nb.info

In die Politik kam sie als Außenseiterin. 1982 trat sie der CDU bei, von 1987 bis 2002 war sie als Abgeordnete im Bundestag. 1985 wurde sie von Helmut Kohl als Familien- und Gesundheitsministerin ins Kabinett berufen, damals ebenfalls eine undankbare Aufgabe. 1986 wurde sie auch die erste Frauenministerin. Im selben Jahr kam es zum Gau in Tschernobyl. AIDS breitete sich aus. Dennoch gelang es ihr in kurzer Zeit, großes Vertrauen in der Öffentlichkeit zu gewinnen. Sie setzte auf Aufklärung und scheute nicht davor zurück, sich für ein 'Spiegel'-Cover ein Kondom auf den Kopf zu setzen. In der CDU galt sie als Linke, weil sie sich für die Reform des Abtreibungsparagrafen und für die Frauenquote einsetzte und auch sonst Gegenpositionen zu Helmut Kohl vertrat, was ihr das Leben nicht leichter machte. Die Autobiografie einer der profiliertesten Politikerinnen der Bundesrepublik und die Geschichte einer außergewöhnlichen Frau.

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Rita Süssmuth: Rückblick auf ein außergewöhnliches politisches Leben
Deutscher Bundestag YouTube (16.02.2026)

Autoreninfos

Rita Süssmuth (1937–2026) war eine deutsche Pädagogin, Hochschulprofessorin und Politikerin der CDU. Sie wurde am 17. Februar 1937 als Rita Kickuth in Wuppertal geboren und wuchs im westfälischen Wadersloh auf. Nach dem Studium der Romanistik, Geschichte und Pädagogik in Münster, Tübingen und Paris wurde sie 1964 an der Universität Münster promoviert. Anschließend lehrte sie als Professorin für Erziehungswissenschaft an verschiedenen Hochschulen, darunter die Pädagogische Hochschule Ruhr und die Universität Dortmund, bevor sie 1982 die Leitung des Instituts Frau und Gesellschaft in Hannover übernahm. 1985 trat sie als Quereinsteigerin in die Bundespolitik ein und übernahm das Bundesministerium für Jugend, Familie und Gesundheit im Kabinett Helmut Kohls; in dieser Funktion setzte sie sich unter anderem für eine aufklärungsorientierte AIDS-Prävention ein und initiierte 1987 die Gründung der Nationalen AIDS-Stiftung. Von 1988 bis 1998 war sie Präsidentin des Deutschen Bundestages – eines der höchsten Staatsämter der Bundesrepublik – und damit die zweite Frau in dieser Position; ihre fast zehnjährige Amtszeit war die drittlängste in der Geschichte des Parlaments und umfasste historische Ereignisse wie den Mauerfall, die deutsche Wiedervereinigung und den Bonn-Berlin-Beschluss. Im Jahr 2000 leitete sie die Unabhängige Kommission Zuwanderung, die 2001 einen grundlegenden Bericht zur Reform des deutschen Einwanderungsrechts vorlegte. Neben zahlreichen Publikationen zu Bildung, Migration und Frauenpolitik war Süssmuth über Jahrzehnte in einer Vielzahl zivilgesellschaftlicher und internationaler Gremien tätig. Sie starb am 1. Februar 2026 in Neuss.

Wikipedia (DE): Rita Süssmuth

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Erstellt: 28.12.2015 - 12:02  |  Geändert: 23.03.2026 - 17:26