Im Namen der Thora
Die jüdische Opposition gegen den Zionismus
Das Buch „Im Namen der Thora: Die jüdische Opposition gegen den Zionismus“ (erstmals erschienen 2004, auf deutsch 2019) beschäftigt sich mit einem oft wenig bekannten historischen und theologischen Konflikt innerhalb des Judentums: der Ablehnung des Zionismus durch orthodoxe und strengreligiöse Juden.
Das Werk beleuchtet eine Perspektive, die im öffentlichen und politischen Diskurs über den Nahen Osten oft in den Hintergrund tritt, und differenziert zwischen der religiösen Identität des Judentums und der politischen Ideologie des Zionismus.
Die zentralen Punkte und Inhalte des Buches im Überblick:
- Historischer Ursprung des Widerstands: Rabkin zeigt auf, dass der Zionismus (als nationalistische Bewegung Ende des 19. Jahrhunderts von Theodor Herzl begründet) keineswegs von allen Juden begrüßt wurde. Im Gegenteil: Als der Zionismus aufkam, lehnte die Mehrheit der damaligen jüdischen Gemeinden – sowohl religiöse als auch viele säkulare – ihn zunächst ab.
- Theologische Begründung (Die Rolle der Thora): Der Kern der Opposition stützt sich auf die Lehren der Thora. Nach orthodoxem jüdischen Verständnis darf die Rückkehr des jüdischen Volkes in das Heilige Land nur durch göttliches Eingreifen (durch den Messias) erfolgen und nicht durch einen von Menschen gemachten, säkularen Nationalstaat. Die Errichtung eines Staates Israel durch politische und militärische Kraft wird von traditionellen Gläubigen daher als Verletzung religiöser Gebote angesehen.
- Der Konflikt zwischen Judentum und Nationalismus: Das Buch beleuchtet, wie der Zionismus das traditionelle Judentum (das primär eine Religion und Lebensweise nach religiösen Gesetzen war) in eine nationale Identität nach europäischem Vorbild umwandelte. Diese Transformation stieß bei Rabbinern und strenggläubigen Gemeinschaften (wie den Charedim) auf scharfe Kritik.
- Folgen und Gegenwart: Rabkin beschreibt, wie dieser innerjüdische Konflikt bis in die Gegenwart fortbesteht. Er geht darauf ein, wie ultraorthodoxe Gruppierungen in Israel und weltweit (z. B. durch Wehrdienstverweigerung oder die Ablehnung staatlicher Symbole) bis heute ihre Distanz zum Staat Israel zum Ausdruck bringen.
Inhaltsbeschreibung zusammengestellt von Google Gemini (17.09.2026)
Mit einem Vorwort von Joseph Agassi.