Gaza
Überlebensberichte aus einem zerstörten Land
»Es gibt in Gaza keinen sicheren Ort.« Mohannad Radwan, 15 Jahre
»Was haben Sie am 7. Oktober 2023 gemacht?« Diese Frage stellte die Autorin und Journalistin Samar Yazbek in Katar Hunderten von Geflüchteten aus dem Gazastreifen. Während mehrerer Monate im Jahr 2024 erzählen ihr Männer, Frauen und Kinder zwischen 13 und 65, was sie in diesem Krieg erlebt haben. Ihre Geschichten wirken wie Albträume über unvorstellbare Verluste von Leben, Familie, Heimat und elementarer Würde.
Die Überlebenden sind entschlossen, ihre Geschichte und die Schicksale ihrer Angehörigen mit der Welt zu teilen. Samar Yazbek hat siebenundzwanzig ihrer Berichte ausgewählt und zu einem Band vereint.
»Manchmal denke ich, dass jetzt nicht die Zeit ist, um über Hoffnung oder Trauer zu sprechen. Aber ich will erzählen, was ich gesehen habe.« Buschra Al-Ghulban Abu Sabih, 42 Jahre
Rezensionen
27 erschütternde Überlebensberichte aus dem zerstörten Gazastreifen: Das Erste, was in jedem Krieg auf der Strecke bleibt, ist die Wahrheit. Propagandameldungen nebeln alles ein. Armeestäbe bestimmen, wie die Welt auf ihr Agieren zu schauen hat. Da gibt es nur noch heimtückische Feinde. Die tatsächlich leidenden Menschen in diesem Krieg verschwinden, geraten aus dem Blickfeld. So ist es auch in dem Krieg, den Israel sofort nach dem Überfall der Hamas am 7. Oktober gegen Gaza begonnen hat. Mit einer Brutalität und Härte, die selbst für diesen Dauerkonflikt neu sind. Wer aber erzählt die Perspektive der Menschen in so einem Krieg? Von Ralf Julke Leipziger Zeitung 19.02.2026
Durch die Hölle gegangen: Mindestens 70.000 Tote und mehr als 170.000 Verletzte in Gaza. Hinter jeder Zahl steht ein Schicksal. Samar Yazbek hat drei Monate lang mit Überlebenden gesprochen. 27 oft erschütternde Berichte sind in ihrem Buch versammelt. [Podcast 6:47] Von Stephanie von Oppen Deutschlandfunk 08.02.2026
Weitere Pressestimmen
»Samar Yazbek legt ein Buch vor, das der kriegsversehrten Zivilbevölkerung in Gaza endlich eine Stimme gibt. Obwohl die Überlebenden von grausamer Gewalt und unermesslichem Leid berichten, sind ihre Erinnerungen auch Zeugnisse der Menschlichkeit. Sie zeigen eindrucksvoll, wie sie nur dank des mutigen, selbstlosen Einsatzes von Ärzten und Helfern noch am Leben sind.« Julian Schütt Aargauer Zeitung
»Ein erschütterndes Buch, zugleich Erinnerungsarbeit und Plädoyer für Gerechtigkeit.« Caroline Pernes Télérama
»Die Berichte erschüttern in ihrer Unmittelbarkeit, das Ausmaß menschlichen Leids ist unermesslich. Yazbek gibt den Interviewten ihre Würde und Relevanz zurück.« Claudia Niebel, ekz.bibliotheksservice
Autoreninfos
Übersetzt von
Larissa Bender (*1958) studierte Islamwissenschaft, Ethnologie, Kunstgeschichte und Soziologie in Köln und Berlin sowie Arabisch in Damaskus. Sie ist Literaturübersetzerin, Journalistin und Dozentin für Arabisch und hat zwei Anthologien über Syrien herausgebracht. Bender ist Moderatorin und berät Verlage und Kulturveranstalter. Zu den von ihr übersetzten Autor:innen gehören Abdalrachman Munif, Mustafa Khalifa, Dima Wannous und Khaled Khalifa. 2018 erhielt sie für ihr Engagement als Brückenbauerin in die arabische Welt das Bundesverdienstkreuz. Wikipedia (DE): Larissa Bender
Leonie Nückell, geboren 1987, studierte Arabistik und Soziologie in Bochum, Hamburg, Tunis und Leipzig. Seit 2018 übersetzt sie arabischsprachige Lyrik, Prosa, Theaterstücke und Kinderbücher ins Deutsche. Seit 2023 beschäftigt sie sich zudem mit Audioproduktionen und den Eigenheiten gehörter Sprache. Sie übersetzt aus dem Hocharabischen und verschiedenen arabischen Dialekten, insbesondere aus dem Tunesischen und Sudanesischen. Leonie Nückell pendelt zwischen Tunesien und Frankfurt am Main.