Sexualisierte Gewalt
Weibliche Erfahrungen in NS-Konzentrationslagern. Mit einem Essay von Elfriede Jelinek
Sexualisierte Gewalt gegen Frauen im Nationalsozialismus ist lange auf geringes wissenschaftliches Interesse gestoßen. Nicht zuletzt der Breitenwirkung dieses Buches ist es zu verdanken, dass nunmehr in Politik und Öffentlichkeit ein Bewusstsein für die Opfer von sexueller Ausbeutung und Sexzwangsarbeit in Häftlingsbordellen gewachsen ist und das Schweigen gebrochen wurde, das vielen Opfern aufgrund der nach wie vor existierenden gesellschaftlichen Stigmatisierung von Sexarbeit auferlegt wurde.
Schwangerschaft und Mutterschaft während der Verfolgung sowie die Folgewirkungen sexualisierter Gewalt für das Leben der Frauen nach 1945 sind Schwerpunkte der Analyse, die Pionierarbeit leistet. Für das 2004 erstmals erschienene Buch hat Elfriede Jelinek einen Essay verfasst, der auch in dieser Neuauflage in voller Länge enthalten ist.
Inhaltsverzeichnis und Leseprobe des Verlags
Interview mit Brigitte Halbmayr
Von Schweigen umhüllt: Im Rahmen der Sommeruni Ravensbrück "Zwangsprostitution und Krieg im 20. und beginnenden 21.Jahrhundert" recherchierte Brigitte Halbmayr zu Sexzwangsarbeit in nationalsozialistischen Lagern: "Es liegt ein Sprechen vor, in dem man das, was gesprochen wird, nachdem es gesagt wurde sofort wieder ausradiert, das Sprechen soll das Gesprochene wieder löschen, aber das geht nicht. Das Gesprochene taucht, im Gelöschtwerden, immer wieder auf", so Elfriede Jelinek im Vorwort des Buches "Sexualisierte Gewalt. Weibliche Erfahrungen in NS-Konzentrationslagern". In dieser Publikation benennen die Autorinnen Helga Amesberger, Katrin Auer und Brigitte Halbmayr ein tabuisiertes Thema und zeigen, in welch tiefgehender Weise der nationalsozialistische Staat seine Gewalt gegen die Seelen und Körper von Frauen richtete. aviva-berlin.de 19.09.2007
Autoreninfos
Essay von
Erstellt: 23.02.2026 - 16:13 | Geändert: 23.02.2026 - 16:39