Sexualisierte Gewalt
Weibliche Erfahrungen in NS-Konzentrationslagern. Mit einem Essay von Elfriede Jelinek

Sexualisierte Gewalt gegen Frauen im Nationalsozialismus ist lange auf geringes wissenschaftliches Interesse gestoßen. Nicht zuletzt der Breitenwirkung dieses Buches ist es zu verdanken, dass nunmehr in Politik und Öffentlichkeit ein Bewusstsein für die Opfer von sexueller Ausbeutung und Sexzwangsarbeit in Häftlingsbordellen gewachsen ist und das Schweigen gebrochen wurde, das vielen Opfern aufgrund der nach wie vor existierenden gesellschaftlichen Stigmatisierung von Sexarbeit auferlegt wurde.

ISBN 978-3-99136-130-5 6. Auflage 28.01.2026 28,00 € Portofrei Bestellen (Buch) Ungekürzte Ausgabe

Schwangerschaft und Mutterschaft während der Verfolgung sowie die Folgewirkungen sexualisierter Gewalt für das Leben der Frauen nach 1945 sind Schwerpunkte der Analyse, die Pionierarbeit leistet. Für das 2004 erstmals erschienene Buch hat Elfriede Jelinek einen Essay verfasst, der auch in dieser Neuauflage in voller Länge enthalten ist.

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Inhaltsverzeichnis und Leseprobe des Verlags

Interview mit Brigitte Halbmayr

Von Schweigen umhüllt: Im Rahmen der Sommeruni Ravensbrück "Zwangsprostitution und Krieg im 20. und beginnenden 21.Jahrhundert" recherchierte Brigitte Halbmayr zu Sexzwangsarbeit in nationalsozialistischen Lagern: "Es liegt ein Sprechen vor, in dem man das, was gesprochen wird, nachdem es gesagt wurde sofort wieder ausradiert, das Sprechen soll das Gesprochene wieder löschen, aber das geht nicht. Das Gesprochene taucht, im Gelöschtwerden, immer wieder auf", so Elfriede Jelinek im Vorwort des Buches "Sexualisierte Gewalt. Weibliche Erfahrungen in NS-Konzentrationslagern". In dieser Publikation benennen die Autorinnen Helga Amesberger, Katrin Auer und Brigitte Halbmayr ein tabuisiertes Thema und zeigen, in welch tiefgehender Weise der nationalsozialistische Staat seine Gewalt gegen die Seelen und Körper von Frauen richtete. aviva-berlin.de 19.09.2007

Autoreninfos

Helga Amesberger (* 1960) ist Politikwissenschafterin, Ethnologin und Soziologin. Sie hat am Institut für Konfliktforschung (IKF, Wien) gearbeitet und ist nun als freiberufliche Wissenschaftlerin tätig.

Wikipedia (DE): Helga Amesberger

Brigitte Halbmayr (* 1965) ist Politikwissenschafterin und Soziologin. Sie arbeitete am Institut für Konfliktforschung (IKF, Wien) und ist heute als freiberufliche Wissenschaftlerin tätig.

Wikipedia (DE): Brigitte Halbmayr

Katrin Auer (* 1974) ist Politikwissenschafterin und Historikerin. Sie ist seit 2021 Stadträtin in Steyr und seit 2024 Abgeordnete zum Nationalrat und SPÖ-Bereichssprecherin für Kunst und Kultur.

Wikipedia (DE): Katrin Auer

Essay von

Elfriede Jelinek (Jahrgang 1946) ist eine österreichische Schriftstellerin und Dramatikerin, die 2004 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde. Bekannt wurde sie durch ihre radikale Sprache, ihre feministische und gesellschaftskritische Haltung sowie durch provokante Theatertexte. In Romanen wie Die Klavierspielerin (1983) analysiert sie Machtstrukturen, Sexualität und Gewalt. Ihre Theaterstücke, darunter Burgtheater oder Prinzessinnendramen, brechen bewusst mit traditionellen Formen und entlarven ideologische Muster. Jelineks Sprache ist oft montiert, collageartig und von Ironie durchzogen. Wiederkehrende Themen sind Kapitalismus, Patriarchat, Nationalsozialismus und Medienkultur. Trotz oder gerade wegen ihrer Radikalität gilt sie als eine der einflussreichsten Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. 2004 erhielt sie den Literaturnobelpreis.

Wikipedia: Elfriede Jelinek  | Website: Elfriede Jelinek  |  elfriede-jelinek-forschungszentrum.com

Erstellt: 23.02.2026 - 16:13  |  Geändert: 23.02.2026 - 16:39