Dunkelblum. Von Eva Menasse

Jeder schweigt von etwas anderem.

Auf den ersten Blick ist Dunkelblum eine Kleinstadt wie jede andere. Doch hinter der Fassade der österreichischen Gemeinde verbirgt sich die Geschichte eines furchtbaren Verbrechens. Ihr Wissen um das Ereignis verbindet die älteren Dunkelblumer seit Jahrzehnten - genauso wie ihr Schweigen über Tat und Täter. In den Spätsommertagen des Jahres 1989, während hinter der nahegelegenen Grenze zu Ungarn bereits Hunderte DDR-Flüchtlinge warten, trifft ein rätselhafter Besucher in der Stadt ein. Da geraten die Dinge plötzlich in Bewegung: Auf einer Wiese am Stadtrand wird ein Skelett ausgegraben und eine junge Frau verschwindet. Wie in einem Spuk tauchen Spuren des alten Verbrechens auf - und konfrontieren die Dunkelblumer mit einer Vergangenheit, die sie längst für erledigt hielten.

ISBN 978-3-462-04790-5     25,00 €  Portofrei     Bestellen

In ihrem neuen Roman entwirft Eva Menasse ein großes Geschichtspanorama am Beispiel einer kleinen Stadt, die immer wieder zum Schauplatz der Weltpolitik wird, und erzählt vom Umgang der Bewohner mit einer historischen Schuld. »Dunkelblum« ist ein schaurig-komisches Epos über die Wunden in der Landschaft und den Seelen der Menschen, die, anders als die Erinnerung, nicht vergehen.

»Die ganze Wahrheit wird, wie der Name schon sagt, von allen Beteiligten gemeinsam gewusst. Deshalb kriegt man sie nachher nie mehr richtig zusammen. Denn von jenen, die ein Stück von ihr besessen haben, sind dann immer gleich ein paar schon tot. Oder sie lügen, oder sie haben ein schlechtes Gedächtnis.«

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Leseprobe des Verlags

„Eigentlich war alles zu Ende.“ Interview Der Roman „Dunkelblum“ von Eva Menasse begleitet die Bewohner eines Dorfs in ihrem Umgang mit den Massakern des Zweiten Weltkrieges. Hier spricht sie über ihr Buch. Von Thomas Hummitzsch → der Freitag 07.09.2021

"Dunkelblum" ist Rechnitz, und Rechnitz ist Schweigen. Im neuen Roman bringt ein Fremder aus Amerika Kisten für die Knochen der ermordeten Zwangsarbeiter. Von Peter Pisa → Kurier 21.08.2021

Im Grundriss der Geschichte. Eva Menasses neuer Roman „Dunkelblum“ macht auf bitterkomische Weise ein trauriges historisches Ereignis zum Hintergrund eines Kleinstadtporträts im Jahr 1989. Von Andreas Platthaus → FAZ 21.08.2021

Ein Massaker als Leerstelle. Hintergrund des Romans „Dunkelblum“ von Eva Menasse ist ein Massaker, das 1945 an jüdischen Zwangsarbeitern verübt wurde. Dabei schreibt die Autorin nicht über das Morden. Ihr geht es darum, was eine solche Schuld mit den Menschen eines Ortes macht. Eva Menasse im Gespräch mit Frank Meyer → Deutschlandfunk Kultur 18.08.2021

Das Grauen im schönsten Dialekt. Kann das gelingen, noch ein Roman über die NS-Zeit und ihre Verdrängung? Und wie! Eva Menasse hat mit ihrem Buch "Dunkelblum" ein Meisterwerk geschaffen. Rezension von Ijoma Mangold → die ZEIT 18.08.2021

Der Rest ist Schweigen. Der Mord an 180 jüdischen Zwangsarbeitern 1945 im burgenländischen Rechnitz wurde niemals vollständig aufgeklärt. Rechnitz heißt im neuen Roman von Eva Menasse „Dunkelblum“: 44 Jahre später beginnt Verdrängtes in dem Ort zu rumoren.Von Sigrid Löffler → Deutschlandfunk Kultur 17.08.2021

Presse:

»Eva Menasse hat mit ihrem Buch ›Dunkelblum‹ ein Meisterwerk geschaffen.« (Ijoma Mangold, Die Zeit, 19.08.2021)

»[Ein] Roman, der ungeheuer komplex und virtuos komponiert ist, der neben der Geschichte vom kollektiven Schweigen viele andere erzählt oder anreißt, der bohrende Fragen stellt und Antworten meidet. ›Dunkelblum‹ wühlt auf, bedrückt, reißt mit – vor allem durch seine Figuren und ist zweifelsohne eines der wichtigsten Bücher dieses Herbstes. Großartig.« (Katja Weise, NDR Kultur, 18.08.2021)

»Eine der großen Stärken des Romans liegt denn auch in den ganz feinen Verästelungen, den Enden der Blutbahnen, die das fiktive Dunkelblum seit hundert Jahren durchdringen.« (Sacha Batthyany, NZZ am Sonntag, 22.08.2021)

»[Menasse] gelingt es, das Grauen in eine schöne, fast schon warmherzige Sprache zu packen – ohne es freilich zu banalisieren.« (Dominik Bloedner, Badische Zeitung, 21.08.2021)

»Einmal mehr zeigt die österreichische Autorin ihr großes Erzähltalent.« (SRF, 20.08.2021)

»Hochkomisch [...] doch zugleich ist es – dem Titel gemäß – eine tieffinstere Geschichte.« (Andreas Platthaus, FAZ, 19.08.2021)

»All diese Motive, die Eva Menasse aufruft, hat man schon einmal gelesen, und doch ist es, als erlebe man sie zum ersten Mal in voller Farbe und in Dolby Stereo. Wie gelingt ihr das? Nur durch die Sprache. Und deshalb ist ›Dunkelblum‹ ein Roman, der bleiben wird.« (Ijoma Mangold, Die Zeit, 19.08.2021)

»Eva Menasse ist ein unaufdringlicher dichter Roman gelungen, der das Schweigen tosen lässt. Man kann sich nicht entziehen.« (Peter Pisa, Kurier, 19.08.2021)

»Dunkelblum hat ein dunkles Geheimnis. Eva Menasse kreist es vieldimensional ein, entwirrt es wie ein verfilztes Knäuel in ihrem sehr anderen Heimatroman.« (Ulrich Steinmetzger, Mannheimer Morgen, 19.08.2021)

» Ein ehrgeiziges, hinreißend mokantes Erzählvorhaben, das von Eva Menasse beeindruckend gemeistert wird.« (Alexander Kluy, Literaturhaus Wien, 19.08.2021)

»Eva Menasse ist eine geschickte und stilsichere Erzählerin, die zu unterhalten weiß und Spannung erzeugt.« (Jörg Magenau, SWR 2 Buchkritik, 19.08.2021)

»Eva Menasse hat lange recherchiert und aus dem Material einen umfangreichen Roman gemacht, der eine Art von Antiheimat-Geschichte liefert, mit vielen ineinander verflochtenen Handlungsfäden.« (3sat Kulturzeit, 18.08.2021)

Die Autorin:

Eva Menasse, geboren 1970 in Wien, lebt seit 2003 als freie Schriftstellerin in Berlin. Ihr Debütroman »Vienna« sowie ihre folgenden Erzählungen und Essays waren bei Kritik und Lesern ein großer Erfolg. Für ihren Roman »Quasikristalle« wurde sie mit dem Gerty-Spies-Literaturpreis, dem österreichischen Alpha-Literaturpreis sowie dem Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln ausgezeichnet. 2015 war sie Stipendiatin der Villa Massimo in Rom und erhielt für ihr bisheriges Werk den Jonathan-Swift-Preis für Satire und Humor. 2017 erschien ihr Erzählungsband »Tiere für Fortgeschrittene«. Im selben Jahr wurde sie mit dem Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg ausgezeichnet.

Die Autorin auf Wikipedia

 

Erstellt: 24.08.2021 - 09:32  |  Geändert: 08.09.2021 - 17:18