Bildungsferne. Essays und Gespräche zur Kritik der Pädagogik. Von Roland Reichenbach

Die hier ausgewählten Essays und Vorträge des international renommierten Bildungsforschers Roland Reichenbach kombinieren theoriegeleitete Kritik am pädagogischen Mainstream mit Beobachtungen aus dem schulischen Alltag. Sie führen überspannte Metaphern und sakralisierte Paradigmen der aktuellen Bildungsdiskurse wie "selbstorganisiertes Lernen" oder "Kompetenzorientierung" zurück auf ihre profane Basis.

Reichenbachs an literarischen, philosophischen, aber auch autobiographischen Verweisen reiches Denken gibt mit Sprachwitz und intellektueller Schärfe auch verdrängten Vokabeln wie "Dilettantismus", "Unsouveränität", "Kitsch", "Herzensbildung" ihren Raum und neue Bedeutung. Denn erst so eröffnen sich neue Denk- und Handlungsmöglichkeiten.

ISBN 978-3-0358-0277-1     25,00 €  Portofrei     Bestellen

In engagierter Skepsis plädieren die Texte für einen pädagogischen Realismus jenseits leergelaufenen Reformeifers. Die vorliegende Auswahl wird ergänzt durch Gespräche mit dem Herausgeber Rolf Bossart, die einige zentrale Themen dieses Buches vertiefen. Ein Buch, das die Erziehungswissenschaft an ihre Aufgabe erinnern will, ihre idealen Konzepte immer zuerst an den mannigfaltigen Phänomenen der realexistierenden pädagogischen Verhältnisse zu prüfen.

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Inhalt:

07 - 16 Bildungsferne als Enge und Horizont (Rolf Bossart)
17 - 32 Über Bildungsferne (Roland Reichenbach)
33 - 42 "Nichts aus sich machen": Postpolitik und passiver Nihilismus (Roland Reichenbach)
43 - 64 Bildung, Reformation, Kitsch (Roland Reichenbach)65 - 70 Über Kitsch, Konvention und Nihilismus. Ein Gespräch (Rolf Bossart, Roland Reichenbach)
71 - 88 Strategie und Authentizität in der pädagogischen Interaktion (Roland Reichenbach)
89 - 110 Moralerziehung als Erziehung der Gefühle (Bruce Maxwell, Roland Reichenbach)
111 - 124 Über Lesen und Sprache. Ein Gespräch (Rolf Bossart, Roland Reichenbach)
125 - 136 In der "Concorde-Falle". Erfolgreiches Scheitern von Bildungsreformen (Roland Reichenbach)
137 - 152 Uber Neomanie und die posttheoretische Phase in der Erziehungswissenschaft (Roland Reichenbach)
153 - 164 Über die Lehrtätigkeit als Inszenierungspraxis (Rolf Bossart, Roland Reichenbach)
165 - 176 Tabuisierung und Desinteresse. Die zwei Seiten der antiessentialistischen Medaille (Roland Reichenbach)
177 - 190 Über Antiessentialismus in der Wissenschaft. Ein Gespräch (Rolf Bossart, Roland Reichenbach)
191 - 202 Der Staat und die Bildung. Von Platons antiliberalen Vorstellungen bis zur "pädagogischen Panik" in der aktuellen Bildungspolitik (Roland Reichenbach)203 - 214 Demokratische Apathie? (Roland Reichenbach)
215 - 234 Das sogenannte träge Wissen und die Kultur der Bildung (Roland Reichenbach)
235 - 262 Der Mensch - ein dilettantisches Subjekt. Ein inkompetenztheoretischer Blick auf das vermeintlich eigene Leben (Roland Reichenbach)
263 - 280 Das Verschwinden der Lebensfehler. Zur Kritik alltagspsychologischer Kultur (Roland Reichenbach)
281 - 292 Erscheinen und Verschwinden des Lehrkörpers (Roland Reichenbach)
293 - 300 Über Menschenbildung und Selbstsorge. Ein Gespräch (Rolf Bossart, Roland Reichenbach)
301 - 322 Über den "Herz-Geist". Politische Bildung als Herzensbildung (Roland Reichenbach)

Der Autor:

Roland Reichenbach ist Professor für allgemeine Erziehungswissenschaft an der Universität Zürich und ein international gefragter Autor und Referent für Bildungsphilosophie, politische Bildung sowie für Theorien des Lehrens und der Schule. Pointiert und streitbar konfrontiert er seine Disziplin mit benachbarten Fachgebieten und unterschiedlichen kulturellen Kontexten.

 

Erstellt: 01.07.2020 - 05:41  |  Geändert: 01.07.2020 - 05:42

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