05.02.2026

The West is an ‘emperor with no clothes’ - ex UN security council boss

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Seit Jahrzehnten kritisiert der erfahrene singapurische Diplomat Kishore Mahbubani die seiner Meinung nach selbstgefällige Haltung des Westens, warnt vor dem unaufhaltsamen Aufstieg Asiens und vertritt die Ansicht, dass sich die Weltordnung an eine Welt anpassen muss, die nicht mehr von Europa und den Vereinigten Staaten dominiert wird.
Und nun scheint es, als hätten die westlichen Staats- und Regierungschefs ihn eingeholt, da im Zuge des „Bruchs“ – wie es der kanadische Premierminister Mark Carney nannte – in der zweiten Amtszeit von Präsident Trump eine neue Weltordnung ausgerufen wird.

In Singapur in ärmlichen Verhältnissen geboren, stieg er im diplomatischen Dienst des Landes auf, wurde Botschafter bei den Vereinten Nationen und später Präsident des UN-Sicherheitsrats.

Zeitmarken

Der Westen und der Ukrainekrieg

1:45

Mahbubani kritisiert Europas Umgang mit dem Ukrainekrieg. Er verweist auf frühere Warnungen vor einer NATO-Erweiterung, bezeichnet den Krieg als vermeidbar und argumentiert, große Teile der Welt sähen die Verantwortung nicht allein bei Russland.

Diplomatie statt Isolation

4:56

Er verteidigt den Grundsatz, mit Gegnern zu verhandeln. Als Beispiele nennt er Trumps Gespräche mit Nordkorea, Syrien und Russland. Dauerhafte Lösungen entstünden nur durch Dialog; die Ukraine könne langfristig eine Brücke zwischen Russland und Europa sein.

Geopolitischer Realismus

8:15

Auf Fragen zur Ukraine verweist Mahbubani auf Machtpolitik statt Moral. Kleine Staaten müssten die Interessen benachbarter Großmächte berücksichtigen. Westliche Interventionen in Libyen, Irak, Syrien und Afghanistan hätten viel Vertrauen zerstört.

China und die neue Weltordnung

11:44

China beschreibt er als pragmatischen Verhandlungspartner, sofern dessen Kerninteressen respektiert werden. Die Belt-and-Road-Initiative wertet er als Beispiel dafür, dass der Globale Süden eigenständige Entscheidungen treffe und sich westlichen Warnungen nicht einfach anschließe.

Mehrere erfolgreiche Zivilisationen

14:13

Der Westen müsse akzeptieren, dass China, Indien und die islamische Welt ihre kulturelle Eigenständigkeit bewahren. Südostasien zeige, dass unterschiedliche Religionen und Kulturen friedlich zusammenarbeiten können.

Europäische Selbstüberschätzung

19:15

Mahbubani fordert mehr Demut gegenüber Asiens Aufstieg. Europas Politiker unterschätzten die weltweiten Machtverschiebungen und träten gegenüber China häufig herablassend auf.

Demokratie und Regierungsformen

20:59

Er unterscheidet zwischen den Problemen verschiedener Demokratien und sieht Chinas politisches System nicht als Exportmodell. Entscheidend seien funktionierende Institutionen und gesellschaftliche Stabilität, nicht die Übernahme eines bestimmten Systems.

Krise europäischer Führung

27:41

Europa brauche ehrlichere politische Führung. Langfristige Probleme wie Staatsverschuldung oder Sozialausgaben könnten nur durch Offenheit und gemeinsame Opfer gelöst werden.

Populismus und Vereinte Nationen

31:00

Populistische Wahlerfolge deutet Mahbubani als Reaktion auf eine von Eliten ignorierte Unzufriedenheit. Abschließend wirbt er für eine Stärkung der Vereinten Nationen und eine Reform des Sicherheitsrats entsprechend den heutigen globalen Machtverhältnissen.


For decades veteran Singaporean diplomat Kishore Mahbubani has challenged what he sees as Western complacency, warned of the irreversible rise of Asia, and argued that the global order must adapt to a world no longer dominated by Europe and the United States.

And now it appears Western leaders have caught up with him as a new world order is declared in the wake of the “rupture”, as Canadian Prime Minister Mark Carney called it, of President Trump’s second term.

Born into poverty in Singapore, he rose through the country’s foreign service to become its ambassador to the United Nations and then president of the UN security council.

Sprache (Ton)
Deutsch
Laufzeit
35min 54s
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Erstellt: 04.07.2026 - 09:04  |  Geändert: 04.07.2026 - 09:19

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