10.06.2026

Tatwaffe Grundgesetz: Wie zieht man den Mächtigen den Stecker? - Ralph Boes

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auf YouTube (10.06.2026) 1:09:37

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Ralph Boes spricht über den aus seiner Sicht größten blinden Fleck der Bundesrepublik: ein Grundgesetz, dessen Ideale hochgehalten werden, während zentrale Rechte und demokratische Prinzipien in der politischen Realität zunehmend ausgehöhlt werden.

Ausgehend von EU-Sanktionen gegen Journalisten, Corona, Kriegskurs, Parteidisziplin, fehlender Volksabstimmung und der Frage nach echter Souveränität entwickelt Boes eine radikale These: Nicht einzelne Fehlentscheidungen seien das Problem, sondern die Struktur selbst. Im Zentrum seines Vortrags stehen Artikel 1, Artikel 20 und Artikel 146 des Grundgesetzes – und die Frage, ob das Volk die Verfassung endlich selbst in die Hand nehmen muss.

Ein leidenschaftlicher, unbequemer und provokanter Vortrag über Menschenwürde, Demokratie, Macht, Gewissen und die Möglichkeit, den politischen Apparat von unten neu zu legitimieren.

Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, Art 146: "Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist."

Siehe auch: Unsere Verfassung e.V.

Zeitmarken

1. Einstieg: Ralf Bös, Hartz IV und das Grundthema des Vortrags

  • 00:00 – Begrüßung, Selbstvorstellung und Rolle als Aktivist
  • 00:22 – Rückblick auf Hartz-IV-Sanktionen und Bundesverfassungsgericht
  • 00:47 – Arbeit als existenzieller Zusammenhang mit der Welt
  • 01:40 – Ankündigung des „Elefanten im Raum“
  • 02:00 – Leitfrage: Wie zieht man den Mächtigen den Stecker?

2. Selbstverständnis als „Kanalarbeiter“ und Diagnose der Gegenwart

  • 02:12 – Abgrenzung vom Intellektuellen und Bild des Kanalarbeiters
  • 03:15 – Deutschland als Ort einer empfundenen politischen Katastrophe
  • 04:05 – Corona, Kriegskurs und Medienkritik als Krisenzeichen

3. Dogu-Fall, EU-Sanktionen und Grundrechtskritik

  • 05:01 – Einführung in EU-Sanktionen und den Fall Dogu
  • 05:17 – Vorwurf: Grundgesetz sei faktisch außer Kraft gesetzt
  • 05:32 – Sanktionen gegen einen Journalisten wegen Palästina-Berichterstattung
  • 05:57 – Kontensperrung, Kontaktverbot und fehlender Gerichtsprozess
  • 06:24 – Existenzielle Folgen für Familie, Miete, Anwälte und Alltag
  • 07:07 – These: Es gehe nicht nur um Meinungs- und Pressefreiheit

4. Menschenwürde, Rechtsstaat und Grundrechte

  • 07:21 – Menschenwürde als zentraler Maßstab
  • 07:53 – Aufzählung betroffener Grundrechte
  • 08:13 – Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit
  • 08:41 – Politische Anschauungen, Gewissensfreiheit und Informationsfreiheit
  • 09:17 – Rechtsprechung, gesetzlicher Richter und rechtliches Gehör
  • 09:46 – Keine Strafe ohne Gesetz als rechtsstaatliches Prinzip
  • 10:17 – Einordnung als unmenschliche Behandlung bzw. Foltervorwurf
  • 11:12 – Verweis auf Europäische Menschenrechtskonvention

5. Juristen, Maßnahmenlogik und Delegitimierung staatlicher Praxis

  • 11:41 – Kritik an „Juristen ohne Gewissen“
  • 12:10 – Eigene Erfahrung mit Totalsanktion im Hartz-IV-Kontext
  • 12:42 – Unterscheidung zwischen Strafen und „Maßnahmen“
  • 13:07 – These: Umbenennung als Trick zur Scheinlegitimation
  • 13:21 – Menschenwürde als Verpflichtung aller staatlichen Gewalt
  • 13:46 – These: Das Grundgesetz sei in Wahrheit längst abgeschafft

6. Warum Demonstrationen nach Bös nicht ausreichen

  • 14:02 – EU-Herrschaft und Entmündigung als Deutung
  • 14:28 – Kritik an Demonstrationen als politisch wirkungslosem Mittel
  • 14:44 – These: Entscheidungen lägen längst nicht mehr in Berlin
  • 15:05 – Übergang zur Frage nach dem eigentlichen Machtstecker

7. Artikel 38: Abgeordnete, Gewissen und Parteidisziplin

  • 15:23 – Grundgesetz als ideeller Bezugspunkt
  • 16:02 – Suche nach dem Andockpunkt der Macht
  • 16:17 – Politiker als Scharnier der Machtstrukturen
  • 16:32 – Artikel 38 und das Ideal des Abgeordneten
  • 17:00 – Vertreter des ganzen Volkes, nicht der Parteien
  • 17:26 – Wahlversprechen, Abstimmungsverhalten und Friedrich Merz als Beispiel
  • 18:05 – Fraktionsdisziplin und Parteidisziplin als Gegenmacht zum Gewissen

8. Parlament als Feudalsystem und Verlust demokratischer Sachentscheidung

  • 18:42 – Parteien als Feudalsysteme und Posten als Lehen
  • 19:17 – Gewissensdruck als Angriff auf Menschenwürde
  • 19:52 – Parlament als Ort fehlender Menschenwürde
  • 19:58 – These: Parlament sei kein demokratischer Ort
  • 20:24 – Parteienkämpfe statt gemeinsamer Problemlösung
  • 20:54 – Alte Feudalsysteme im Gewand parlamentarischer Demokratie

9. Geheime Abstimmungen als zentraler Hebel

  • 21:12 – Der fehlende Satz im Grundgesetz
  • 21:21 – Offene Abstimmungen als Kontrollinstrument der Parteien
  • 21:42 – Was geheime Abstimmungen verändern würden
  • 21:57 – Argumente statt Machtkämpfe als gewünschter Effekt
  • 22:11 – Machtverlust der Parteien
  • 22:20 – Korruption und Kontrolle würden erschwert
  • 22:43 – Artikel 42 und der fehlende Satz: Wahlen und Abstimmungen im Bundestag sind geheim

10. Grundgesetz-Lücken: Artikel 1, Artikel 20 und die Staatsstruktur

  • 23:14 – Grundgesetz-Lücke zwischen Artikel 38 und Artikel 42
  • 23:30 – Carlo Schmid und das Gewissen als Zentrum politischer Entscheidung
  • 24:11 – Aufbau des Grundgesetzes: Artikel 1 als Grundstein
  • 24:30 – Artikel 2 bis 19 als Durchführungsbestimmungen der Menschenwürde
  • 25:01 – Artikel 20 als Staatsstrukturartikel
  • 25:52 – Präambel und verfassungsgebende Gewalt
  • 26:33 – Unterscheidung zwischen Volk und Politikern
  • 27:06 – Artikel 146 und die offene Verfassungsfrage
  • 28:14 – Grundgesetz als Verfassung nur für Politiker und Richter?

11. Artikel 20, Volksabstimmungen und Kritik am Gesetzgebungsmonopol

  • 28:49 – Artikel 1 und Artikel 20 als Grundsteine
  • 29:05 – Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus
  • 29:26 – Widerstandsrecht nach Artikel 20
  • 31:12 – Menschenrechte als unmittelbar geltendes Recht
  • 31:28 – Staatsstruktur aus Menschenrechten abgeleitet
  • 32:00 – Kritik an Durchführungsartikeln und Grundgesetz-Widersprüchen
  • 33:48 – Alle Staatsgewalt geht vom Volk aus: Wer ist das Volk?
  • 34:19 – Unterschied zwischen Wahl und Abstimmung
  • 34:45 – Volksabstimmung als eigenes Sachentscheidungsrecht

12. Hoheitsrechte, EU, internationale Organisationen und Grundgesetzänderung

  • 35:57 – Artikel 23: Europäische Union und Übertragung von Hoheitsrechten
  • 36:48 – Artikel 24: Übertragung von Hoheitsrechten an zwischenstaatliche Einrichtungen
  • 37:21 – Gesetzesvorlagen ohne eigenes Initiativrecht des Volkes
  • 37:52 – Grundgesetzänderung durch Bundestag und Bundesrat
  • 38:07 – Kritik: Politiker ändern die Regeln ihrer eigenen Begrenzung
  • 39:24 – These: Gesetzgebung seit 1949 widerspreche Artikel 20

13. Warum Politiker nach dieser Argumentation keine Machtbegrenzung beschließen werden

  • 40:04 – Politiker sollen nicht die eigene Macht beschränken
  • 40:09 – Rückblick auf Bemühungen um Volksabstimmungen
  • 40:35 – Kompetenzabgabe an die EU
  • 41:47 – Kritik an langjährigen Gesprächen mit Politikern
  • 42:01 – Vergleich mit der Mafia, die ihre eigene Macht begrenzen soll
  • 42:34 – Geheime Abstimmungen als Bedrohung der Parteienmacht
  • 42:59 – These: Wandel mit den Politikern sei unmöglich

14. Carlo Schmid, provisorisches Grundgesetz und Artikel 146

  • 43:24 – Mütter und Väter des Grundgesetzes wussten um die Unfertigkeit
  • 43:37 – Carlo Schmids Verfassungsverständnis
  • 44:17 – Freiheit vom politischen System als Ziel
  • 44:34 – Besatzungssituation 1949 und Grenzen der Verfassungsgebung
  • 45:02 – Artikel 1 und 20 als durchgesetzter Kern
  • 45:42 – Grundgesetz als Raupe statt Schmetterling
  • 46:37 – Grundgesetz als Ordnungsstruktur für einen besetzten Bereich
  • 47:29 – Verfassung steht nach dieser Sicht noch aus
  • 48:34 – Artikel 146: Verfassung in freier Entscheidung des deutschen Volkes

15. Vorschlag: Grundgesetz per Artikel 146 zur Verfassung erheben

  • 49:45 – Frage: Wie Artikel 146 praktisch ziehen?
  • 50:02 – Warnung vor beliebigen Verfassungsentwürfen
  • 50:17 – Verein zur Erneuerung der Bundesrepublik an ihren eigenen Idealen
  • 50:33 – Vorschlag: Grundgesetz nach Artikel 146 zur Verfassung erheben
  • 51:06 – Kritik an bloßer Streichung von Artikel 146
  • 51:58 – Gefahr: Grundgesetz wird ohne Volksmacht zur Verfassung erklärt

16. Der Dreierpack: Verfassung, Volksabstimmung, Verfassungsinhalte

  • 53:15 – Rechtsbestimmung soll vollumfänglich in die Verfassung
  • 53:21 – Volksabstimmungen auf Länder- und Bundesebene
  • 53:35 – Inhalte der Verfassung nur per Volksabstimmung entscheiden
  • 53:59 – Frage: Wer setzt einen solchen Volksentscheid um?
  • 54:36 – Der „Dreierpack“: Ja- oder Nein-Entscheidung
  • 54:42 – Datensicherheit und Schweizer Bankensystem als technische Absicherung
  • 55:28 – Serverstandort und Schutz vor staatlichem Zugriff
  • 56:09 – Absicherung gegen staatliche Angriffe auf die Abstimmungsdaten

17. Praktische Kampagne und Handlungsvorschlag

  • 56:30 – Aufruf zur Beteiligung an der Kampagne
  • 57:00 – Nicht nur analysieren, sondern handeln
  • 58:00 – Unterschreiben, weitergeben und Menschen in Kontakt bringen
  • 59:30 – Die Abstimmung als sichtbarer Schritt der verfassungsgebenden Gewalt
  • 01:01:00 – Warum viele Einzelthemen nachrangig gegenüber der Grundsatzfrage sind

18. Fragen, Einwände und Verhältnis zu Journalismus und Demonstrationen

  • 01:04:00 – Umgang mit Einwänden aus dem Publikum
  • 01:08:27 – Titanic-Bild: Die Zeit reiner Detailkritik sei vorbei
  • 01:08:59 – Investigativer Journalismus und Demonstrationen bleiben wichtig
  • 01:09:13 – Entscheidend sei die Tat, das System neu aufzustellen
  • 01:09:19 – Rückkehr zu Artikel 146 als Kernweg

19. Schluss: Verfassungsschutz, Friedensgebot und Dogu-Fall

  • 01:19:54 – Frage nach Verfassungsschutz und Verfassungsbegriff
  • 01:20:50 – Kernbestandteile: Menschenwürde, Pressefreiheit, Meinungsfreiheit
  • 01:21:07 – These: Verfassungsschutz müsste gegen die Bundesregierung ermitteln
  • 01:21:11 – Friedensgebot des Grundgesetzes
  • 01:21:49 – Verfassungsklage und Rolle parlamentarischer Minderheiten
  • 01:21:52 – Dogu-Sanktionen als mögliches Verfahrensthema
  • 01:22:22 – Schlussbewertung: Grundrechtsbruch ohne Gerichtsbeschluss und Anhörung
Sprache (Ton)
Deutsch
Laufzeit
1h 9min 37s
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Erstellt: 13.06.2026 - 07:50  |  Geändert: 13.06.2026 - 11:06

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