Briefing der Sprecherin des russischen Außenministeriums Sacharowa, Moskau, 18.3.2026
auf YouTube (19.03.2026) 3:23:32
Das Video zeigt das Briefing der russischen Außenministeriums-Sprecherin Maria Sacharowa vom 18. März 2026. Die ersten 60 Minuten konzentrieren sich auf historische Gedenktage, personelle Ankündigungen und eine Analyse der aktuellen Energiekrise im Nahen Osten.
Zeitmarken
der ersten 60 Minuten
1. Historische Gedenktage (Minuten 1–15)
- Wiedervereinigung der Krim: Sacharowa feiert den 12. Jahrestag der „Rückkehr der Krim in den russischen Heimathafen“ (18. März 2014). Sie betont das Referendum als Ausdruck demokratischen Willens (96,7 % Zustimmung) und bezeichnet die Entwicklung der Region als „Era der Wiedergeburt“ [01:06].
- Gedenktag für Opfer des Völkermords: Sie erläutert die Bedeutung des 19. April als neuen Gedenktag für die Opfer des Völkermords am sowjetischen Volk durch die Nazis während des Zweiten Weltkriegs. Sie nennt die Zahl von 13,7 Millionen ermordeten Zivilisten [04:46, 09:22].
2. Diplomatischer Zeitplan (Minuten 16–18)
- Gortschakow-Fonds: Am 24. März leitet Außenminister Lawrow eine Sitzung zur Unterstützung der öffentlichen Diplomatie [16:09].
- Regionalzusammenarbeit: Berichte über die Intensivierung der Kooperation in der Region Astrachan und die russisch-chinesische Zusammenarbeit in Amur [17:42].
3. Geopolitische Lage & Energiekrise (Minuten 19–60)
Sacharowa analysiert die „Tragödie im Nahen Osten“ und deren globale Auswirkungen:
- Energiesicherheit: Sie weist darauf hin, dass die Golfregion ein Drittel des weltweiten Erdöls und 40 % des Erdgases liefert. Ein Fünftel des Erdöls passiert die Straße von Hormus [20:26].
- Marktinstabilität: Durch die Kämpfe fehlen dem Weltmarkt täglich 15 Millionen Barrel Öl. 20 % der weltweiten Flüssigerdgas-Lieferungen (LNG) wurden vom Markt genommen [21:23].
- Preisschock in Europa: Die Gaspreise an europäischen Börsen stiegen um 25 % auf etwa 600–700 $ pro 1000 Kubikmeter [23:46].
- Logistik und Versicherung: Versicherungsprämien für Schiffe im Persischen Golf haben sich vervielfacht, was die Frachtkosten massiv in die Höhe treibt [24:05].
4. Kritik an westlichen Institutionen
- Kollaps der EU-Fundamente: Sie wirft der EU vor, sich von einer Wirtschaftsgemeinschaft in eine „Wirtschaftsabteilung der NATO“ verwandelt zu haben, was zum Verlust der europäischen Energiesicherheit und zur Abwanderung von Industrien führe [03:19:46, 03:21:24].
- Kontrast zu Asien: Während Europa unter westlichem Druck deindustrialisiere, hätten asiatische Akteure die Kraft, ihre regionale Zusammenarbeit vor politischer Instrumentalisierung zu schützen [03:22:33].
Zeitmarken der nächsten Abschnitte
Globale Ernährungs- und Rohstoffsicherheit (ca. Min. 60–75)
- Preisanstieg bei Düngemitteln: Sacharowa berichtet von einem massiven Preisanstieg für Stickstoffdünger (über 20 % seit Jahresbeginn). In Asien erreichte der Harnstoffpreis mit 700 $ pro Tonne einen Höchststand [25:58].
- Kritik an Menschenrechtsorganisationen: Sie wirft westlichen Organisationen vor, die Auswirkungen der Energiepreise auf die globale Ernährungssicherheit zu ignorieren, obwohl dies ein zentrales Menschenrecht sei [26:14].
Regionale Konflikte in Zentralasien (ca. Min. 75–85)
- Afghanistan & Pakistan: Sie äußert tiefe Besorgnis über die militärische Konfrontation zwischen Pakistan und Afghanistan. Besonders erwähnt wird ein Luftangriff auf ein Rehabilitationszentrum für Drogenabhängige in Kabul am 16. März mit zahlreichen zivilen Opfern [18:24, 18:34].
- Russische Vermittlung: Moskau fordert beide Seiten eindringlich auf, zum Dialog zurückzukehren und den Konfrontationskurs zu beenden [18:45].
Moldau und die „Europäisierung“ (ca. Min. 85–105)
- Kritik an Maia Sandu: Sacharowa wirft der moldauischen Führung vor, das Land im Namen der EU-Integration kulturell und politisch zu spalten. Sie kritisiert die Unterdrückung der russischen Sprache und die „künstliche“ Umbenennung der Sprache in Rumänisch.
- Transnistrien-Frage: Sie warnt vor einer Eskalation der Lage durch westlichen Druck auf Chisinau, die Beziehungen zu Russland und Transnistrien vollständig abzubrechen.
Baltikum und die Lage russischsprachiger Bürger (ca. Min. 105–120)
- Diskriminierungsvorwürfe: Ein Schwerpunkt liegt auf der Verschlechterung der Lage russischsprachiger Bewohner in Estland, Lettland und Litauen. Sacharowa verurteilt die Abschiebung russischer Rentner und den Abriss sowjetischer Denkmäler als „staatlichen Vandalismus“.
- OSZE-Kritik: Sie wirft internationalen Organisationen wie der OSZE vor, bei den Menschenrechtsverletzungen in den baltischen Staaten wegzusehen, während sie Russland grundlos kritisieren.
Schluss
UNESCO und internationale Organisationen (ca. Min. 120–140)
- Kritik an der Politisierung: Sacharowa kritisiert die UNESCO und andere UN-Organisationen dafür, dass sie sich angeblich einseitig auf die Seite westlicher Staaten schlagen. Sie wirft der UNESCO vor, die Zerstörung russischer Kulturdenkmäler in der Ukraine und im Baltikum nicht ausreichend zu verurteilen.
- Doppelte Standards: Sie kontrastiert die schnelle Reaktion der Organisationen auf Vorfälle in der Ukraine mit dem Schweigen zu den Auswirkungen der Energie- und Lebensmittelkrise auf den globalen Süden.
Kritik an westlichen Medien und Narrativen (ca. Min. 140–160)
- Informationskrieg: Ein zentrales Thema ist der „hybride Krieg“, der laut Sacharowa gegen Russland geführt wird. Sie bezeichnet westliche Medienberichte als „Propaganda“ und „inszenierte Narrative“.
- Forderung nach Objektivität: Sie ruft ausländische Korrespondenten dazu auf, die Fakten zur Energiesicherheit und zu den historischen Hintergründen des Krim-Referendums neutral darzustellen [01:55].
Fragerunde (Q&A) mit Journalisten (ca. Min. 160–200)
In diesem Abschnitt antwortet Sacharowa auf Fragen zu verschiedenen aktuellen Themen:
- Russisch-chinesische Beziehungen: Sie bekräftigt die strategische Partnerschaft und verweist auf das neue Kompetenzzentrum in Blagoweschtschensk [18:02].
- Zukunft der EU und NATO: Sacharowa wiederholt ihre These, dass die EU ihre wirtschaftliche Eigenständigkeit verloren hat und zu einer „Wirtschaftsabteilung der NATO“ degradiert wurde [03:19:54]. Sie prognostiziert einen weiteren wirtschaftlichen Niedergang Europas durch die Abwanderung von Industrien [03:21:24].
- Asiatische Kooperation: Auf Nachfrage betont sie, dass asiatische Bündnisse ein Modell für eine „souveräne regionale Entwicklung“ seien, die sich nicht vom Westen instrumentalisieren lasse [03:22:33].
Abschlussbemerkungen (ab Min. 200)
- Zusammenfassung: Sie unterstreicht erneut die Bedeutung der „historischen Gerechtigkeit“ in Bezug auf die Krim und den Kampf gegen den Faschismus [02:29].
- Verabschiedung: Sacharowa bedankt sich bei den anwesenden Korrespondenten und wünscht ihnen Erfolg für ihre weitere Arbeit, bevor sie das Briefing offiziell beendet [03:23:17].
Zusammenfassend nutzt Sacharowa die letzte Stunde, um die russische Position als Verteidigerin einer „multipolaren Weltordnung“ gegen eine vermeintliche westliche Vorherrschaft zu festigen und die wirtschaftlichen Konsequenzen der europäischen Politik als selbstverschuldet darzustellen.
Westliche Institutionen und Souveränität
- Zusammenbruch der OSZE/EU: Sie führt aus, dass westlich dominierte Organisationen ihre ursprünglichen Ziele (Friedenssicherung, wirtschaftliche Kooperation) zugunsten einer Konfrontationspolitik aufgegeben haben [03:20:04, 03:21:06].
- Asien als Gegenmodell: Im Gegensatz zur EU hätten asiatische Volkswirtschaften bisher dem westlichen Druck standgehalten und ihre Souveränität bewahrt [03:22:33].