09.03.2026

Jiang Xueqin: Neue Weltordnung – Der Iran-Krieg beendet das US-Imperium

Remote Video URL

auf YouTube (09.03.2026) 1:01:40

Medienpräsenz

Prof. Xueqin Jiang erörtert die weitreichenden Folgen des Krieges gegen den Iran: Das US-Imperium begeht Selbstmord, Israel entwickelt sich zunehmend zu einer Theokratie, Iran baut sich als regionale Macht wieder auf, die Instabilität breitet sich nach Ostasien aus, Europas Bedeutung bricht weiter zusammen, da es sich nicht an die neue Welt anpasst, Russland wird in großem Umfang eskalieren, und China wird es nicht schaffen, die Regeln der alten Weltordnung zu bewahren, die es so wohlhabend gemacht haben.

Zeitmarken

 

1. Strategisches Versagen und Kriegsgründe

  • Fehlende Strategie: Professor Jiang argumentiert, dass die US-Administration unter Trump kein klares Ziel für den Krieg formuliert hat. Die Verhinderung eines nuklearen Programms wird als Vorwand bezeichnet, da der Iran bereits einer vollständigen Einstellung der Anreicherung zugestimmt habe [01:24].
  • Israelische Interessen: Ein wesentlicher Treiber sei der Schutz Israels bzw. das Zuvorkommen eines israelischen Alleingangs [02:01].

2. Wirtschaftliche und regionale Auswirkungen

  • Energiekrise: Die Schließung der Straße von Hormus hat den Ölpreis massiv ansteigen lassen (auf bis zu 120 $). Dies trifft besonders asiatische Industriemächte wie Japan, dessen Ölvorräte in wenigen Monaten erschöpft sein könnten [03:13].
  • Zerstörung der Golfstaaten (GCC): Die Region wird als „Fata Morgana“ beschrieben, deren Wohlstand auf US-Schutz und funktionierenden Lieferketten basiert. Durch Angriffe auf Entsalzungsanlagen und den Stopp von Lebensmittelimporten droht den Golfstaaten der totale Zusammenbruch [12:44].
  • Ende des Petrodollars: Ein Rückzug der USA aus der Region oder ein Zusammenbruch der Investitionen aus den Golfstaaten würde das Petrodollar-System zerstören und die US-Wirtschaft aufgrund ihrer massiven Verschuldung in eine schwere Depression stürzen [15:31].

3. Kriegsführung: Abnutzung vs. Vernichtung

  • Iranische Strategie: Der Iran führt einen Abnutzungskrieg durch Druck auf die Weltwirtschaft, um einen schnellen Abbruch des Konflikts zu erzwingen [06:25].
  • US-Strategie: Den USA wird vorgeworfen, einen Vernichtungskrieg gegen die zivile Infrastruktur (Wasser, Ölversorgung für Zivilisten) zu führen, um die staatliche Handlungsfähigkeit des Irans dauerhaft zu zerstören [07:10].

4. Die „Pax Judaica“ und die neue Ordnung

  • Aufstieg Israels: Jiang prognostiziert, dass Israel als dominierende Macht („Pax Judaica“) hervorgehen könnte, während der GCC an Bedeutung verliert. Jerusalem könnte zum neuen technologischen und finanziellen Zentrum werden, gestützt durch die globale Diaspora und Kooperationen mit Indien [38:00].
  • Russland und China: Putin wird als strategischer Akteur beschrieben, der auf eine US-Bodeninvasion im Iran wartet, um im Schatten dieses „Sumpfes“ seine Ziele in der Ukraine (insbesondere Odessa) zu erreichen [57:29]. China versuche zwar, die alte Ordnung zu retten, werde aber langfristig gegenüber einem sich remilitarisierenden Japan an Boden verlieren [52:37].

5. Europa in der Krise

  • Hoffnungslose Lage: Europa wird als „Desaster“ beschrieben. Der Verlust billiger russischer Energie, die Abhängigkeit von instabilen Quellen in Nahost (Katar) und der mangelnde soziale Zusammenhalt durch die Flüchtlingskrise hätten den Kontinent wirtschaftlich und politisch extrem geschwächt [44:37].

Fazit: Das Gespräch zeichnet das Bild eines Imperiums (USA) im Niedergang, das durch irrationale Kriegshandlungen seinen eigenen Zusammenbruch und eine fundamentale Neuordnung der Welt provoziert [18:21].

Sprache (Ton)
Deutsch
Laufzeit
1h 1min 40s
Videoautoren

Erstellt: 10.03.2026 - 07:30  |  Geändert: 10.03.2026 - 07:30

verwendet von