Wolfgang Fritz Haugs 1971 erschienene Studie über die politökonomische Funktion der Werbung gilt weltweit längst als Standardwerk. Dabei erscheinen uns Haugs Beispiele, die noch den Geist des fordistischen Massenkonsums atmen, heute angesichts globalisierter Marken und Werbekampagnen geradezu als harmlos. Die Informationstechnologie hat den Produzenten des kommerziellen Imaginären neue, effizientere Zirkulationsmedien zur Verfügung gestellt. Daher hat der Autor seinen Klassiker nun um aktuelle Analysen zur Warenästhetik im transnationalen High-Tech-Kapitalismus ergänzt. Er zeigt, daß die Gedanken aus der Zeit nach 1968 nichts von ihrer Aktualität verloren haben.
Techniken der Propaganda und Manipulation sind durch folgende Merkmale gekennzeichnet:
emotionalisierende Suggestion , Appell an Grundbedürfnisse, Instinkte und Urängste, Instrumentalisierung von Werten, Mythen und Traditionen einer Gesellschaft, mangelnder Bezug zur Realität, Vereinfachung, Verkürzung oder Auslassung von Fakten und Sachverhalten und deren Kontexten, Mängel rationaler Analyse, mangelhafte Logik, schwache Kohärenz, Vermeidung oder Ausschaltung von Multiperspektivität, Pluralismus, Widerspruch, Zweifel und Diskurs, Anwendung des Freund-Feind-Schemas auf Meinungen, Informationen, Personen, Tabuisierung anderer Meinungen, Anspruch auf allgemeine Geltung, dogmatische Ausschließlichkeit, Glaubhafte Abstreitbarkeit, Notwendige Bedingung der Wirksamkeit von Propaganda ist, dass sie vom Empfänger nicht als Propaganda aufgefasst, sondern als sachliche Information, als ethisch oder juristisch begründetes Werturteil oder als Selbstverständlichkeit rezipiert wird.
Wikipedia (DE): Techniken der Propaganda und Manipulation