Palantir's Surveillance Empire
A Story of American Policing, Patriotism, and Profit

Whether it’s ARPA’s Project Agile Cold War-era counterinsurgency technology used to track the Vietnamese or Palantir’s War on Terror-era predictive policing technology used to track Black-Americans, the overall goal is the same—to keep the undesirables in their place. Palantir and other private data-mining corporations do not only reap enormous profits from military contracts, often yielding subpar results, but more importantly facilitate the military industrial complex’s vast surveillance empire and domestic and international counterinsurgency operations whose ultimate goal is the maintenance of a status quo that benefits a small number of wealthy capitalists and keeps the vast majority in crippling poverty.

Infografik: Palantirs Überwachungsimperium

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Ob es sich nun um die Technologie zur Aufstandsbekämpfung aus der Zeit des Kalten Krieges handelt, die von ARPA im Rahmen des Projekts „Agile“ zur Verfolgung der Vietnamesen eingesetzt wurde, oder um die Technologie zur prädiktiven Polizeiarbeit aus der Zeit des Krieges gegen den Terror, die von Palantir zur Verfolgung von Afroamerikanern eingesetzt wird – das übergeordnete Ziel ist dasselbe: die Unerwünschten an ihrem Platz zu halten. Palantir und andere private Datenauswertungsunternehmen erzielen nicht nur enorme Gewinne aus Militärverträgen, die oft unterdurchschnittliche Ergebnisse liefern, sondern unterstützen vor allem das riesige Überwachungsimperium des militärisch-industriellen Komplexes sowie nationale und internationale Aufstandsbekämpfungsoperationen, deren oberstes Ziel die Aufrechterhaltung eines Status quo ist, der einer kleinen Zahl wohlhabender Kapitalisten zugute kommt und die große Mehrheit in lähmender Armut hält.

Palantirs Überwachungsimperium: Eine Analyse von Ursprung, Militärverbindungen und heimischer Überwachung

Zusammenfassung

Dieses Briefing-Dokument fasst die zentralen Erkenntnisse über Palantir Technologies zusammen, ein Unternehmen, das an der Schnittstelle von Technologie, Überwachung und nationaler Sicherheit operiert. Die Analyse zeigt, dass Palantir, entstanden aus der Anti-Betrugs-Technologie von PayPal und früh durch den Risikokapitalarm der CIA, In-Q-Tel, finanziert, zu einem zentralen Akteur im militärisch-industriellen Komplex der USA aufgestiegen ist.

Die Kernpunkte sind:

  • Ursprung und Finanzierung: Die technologische Grundlage von Palantir wurde bei PayPal zur Bekämpfung von Kreditkartenbetrug entwickelt. Nach dem 11. September 2001 wurde das Konzept an die Bedürfnisse von US-Geheimdiensten angepasst, wobei die CIA durch In-Q-Tel mit einer Investition von über 2 Millionen US-Dollar zum ersten und für Jahre einzigen Kunden wurde.
  • Militärische und geheimdienstliche Verflechtung: Palantir ist tief in den US-Sicherheitsapparat integriert und unterhält lukrative Verträge mit dem Verteidigungsministerium, dem FBI, der U.S. Immigration and Customs Enforcement (ICE) und zahlreichen lokalen Polizeibehörden. Die Technologie des Unternehmens wird als moderne Fortsetzung von militärischen Überwachungsprojekten aus der Zeit des Kalten Krieges wie Project Camelot dargestellt, das darauf abzielte, soziale Bewegungen vorherzusagen und zu beeinflussen.
  • Kontroverse Inlandsüberwachung: Palantir liefert Software für prädiktive Polizeiarbeit ("predictive policing"), die in Städten wie New Orleans und Los Angeles zur Überwachung von Minderheitengemeinschaften eingesetzt wurde. Besonders umstritten sind Verträge mit der ICE im Wert von über 160 Millionen US-Dollar, bei denen die Software zur Erstellung von Profilen von undokumentierten Kindern und ihren Familien verwendet wird, was zu Verhaftungen und Abschiebungen führt.
  • Unternehmenskultur und Ideologie: Die Unternehmensführung, insbesondere die Mitbegründer Peter Thiel und CEO Alex Karp, vertritt eine ideologisch neokonservative und chauvinistisch-patriotische Haltung. Diese äußert sich in der Kritik an anderen Tech-Unternehmen, die dem US-Militär ihre Dienste verweigern, und in Thiels offener politischer Unterstützung für Donald Trump. Interne Kontroversen umfassen anti-asiatische Einstellungspraktiken und das Ausspionieren eigener Mitarbeiter.
  • Expansion in die Gesundheitsüberwachung: Während der COVID-19-Pandemie baute Palantir seine Rolle als Regierungspartner aus, indem es die Software-Plattformen HHS Protect Now und Tiberius zur Verfolgung des Virus und zur Koordination der Impfstoffverteilung entwickelte. Dies wirft erhebliche Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und der bürgerlichen Freiheiten auf, da sensible Gesundheitsdaten von Millionen von Amerikanern zugänglich gemacht werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Palantir ein Paradebeispiel für die zunehmende Verschmelzung von privater Technologie und staatlicher Überwachungsmacht ist. Das Unternehmen profitiert von einem System aus "Public-Private Partnerships", das durch Neoliberalismus und Kriegsgewinne angetrieben wird und die Grenzen zwischen nationaler Sicherheit und der Kriminalisierung von marginalisierten Gemeinschaften verwischt.

Präsentation: Die sehenden Steine von Palantir

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Die Entstehung und das Wachstum von Palantir

Von PayPal zur nationalen Sicherheit

Die Wurzeln von Palantir liegen in der Gründung von PayPal. 1998 tat sich der Software-Ingenieur Max Levchin mit dem Hedgefonds-Manager Peter Thiel zusammen, um ein sicheres System für Geldüberweisungen zu entwickeln. Ihr Unternehmen, Confinity Inc., fusionierte im März 2000 mit Elon Musks X.com zu PayPal. Ein massives Problem für das schnell wachsende Unternehmen war Kreditkartenbetrug, der monatliche Kosten von 10 Millionen US-Dollar verursachte. Thiel war maßgeblich an der Implementierung eines Sicherheitssystems beteiligt, das nicht nur auf Algorithmen basierte, sondern menschlichen Analysten die Werkzeuge gab, verdächtige Transaktionen zu untersuchen. Dieser Ansatz – die Kombination von menschlicher Analyse mit leistungsstarker Software – wurde zur Grundlage für Palantirs Geschäftsmodell.

Gründung und CIA-Finanzierung

Nach dem Verkauf von PayPal an eBay für 1,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2002 nutzten Thiel und der Mitbegründer und CEO Alexander Karp die Gelegenheit, die nach dem 11. September 2001 entstandene Nachfrage nach Überwachungstechnologie zu bedienen. Sie gründeten Palantir im Sommer 2003 mit dem Ziel, Regierungsbehörden eine Software anzubieten, mit der sie "sensible Informationen sicher teilen, sortieren und interpretieren" können.

  • In-Q-Tel-Investition: Das Interesse der Central Intelligence Agency (CIA) wurde schnell geweckt. In-Q-Tel, der gemeinnützige Risikokapitalarm der CIA, investierte in zwei Runden mehr als 2 Millionen US-Dollar in das junge Unternehmen.
  • Exklusiver Kunde: Von 2005 bis 2008 war die CIA Palantirs einziger Kunde und Förderer. In dieser Zeit konsolidierten Thiel, Karp und der Präsident Stephen Cohen ihre Macht und bildeten eine "Oligarchie der Drei" mit einer kombinierten Stimmrechtskontrolle von mindestens 49,9 %.

Expansion und Bewertung

Durch die enge Partnerschaft mit der CIA positionierte sich Palantir als wichtiger Verteidigungsauftragnehmer und schloss lukrative Verträge mit zahlreichen US-Behörden, darunter:

  • Department of Defense (DoD)
  • Federal Bureau of Investigation (FBI)
  • U.S. Immigration and Customs Enforcement (ICE)
  • Lokale Polizeibehörden wie das New York Police Department (NYPD)

Im Jahr 2010 wurde JPMorgan durch eine Empfehlung des NYPD der erste nicht-staatliche, kommerzielle Kunde von Palantir. Bis 2015 wurde das Unternehmen nach einer Kapitalinvestition von 880 Millionen US-Dollar auf einen Wert von 20 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Palantirs Technologie

Der Name "Palantir" ist J.R.R. Tolkiens "Der Herr der Ringe" entlehnt und bezieht sich auf die magischen "sehenden Steine" (palantíri), die es ihrem Besitzer ermöglichen, "alles zu sehen, was in der Welt zu jeder Zeit geschieht".

  • Funktionsweise: Die Software von Palantir fungiert als Standardsuchmaschine, die Muster in komplexen Daten findet. Sie ist so konzipiert, dass sie nicht von Computeringenieuren, sondern von jedem technisch versierten Mitarbeiter einer Organisation bedient werden kann.
  • Anwendungsbeispiele: Ein CIA-Agent könnte einen Verdächtigen verfolgen, indem er Datenbanken mit Telefonaufzeichnungen, Kreditkartentransaktionen und Live-Videostreams durchsucht. Die Fähigkeit der Software, Daten in Karten, Histogramme und Verbindungsdiagramme zu visualisieren, verleiht ihr prädiktive Fähigkeiten.
  • Einsatzbereiche: Die Technologie wurde in verschiedensten Projekten eingesetzt, von der Analyse des Cholera-Ausbruchs in Haiti 2010 durch das Center for Disease Control bis hin zur Vorhersage von Aufständischenangriffen durch US-Marines in Afghanistan.

Militärischer Ursprung und Verflechtung mit dem Verteidigungsapparat

Historische Vorläufer der Überwachungstechnologie

Palantirs Technologie steht in einer langen Tradition von militärisch finanzierten Forschungs- und Entwicklungsprojekten in den USA, die von der Advanced Research Projects Agency (ARPA), heute DARPA, vorangetrieben wurden.

  • ARPA/DARPA: Gegründet 1958 als Reaktion auf die wahrgenommene sowjetische Bedrohung, finanzierte die ARPA die Entwicklung des Internets und fortschrittlicher Waffentechnologien.
  • Counterinsurgency (Aufstandsbekämpfung): In den 1960er Jahren entwickelte der US-Geheimdienstmitarbeiter William Godel eine Theorie der Aufstandsbekämpfung, die auf verdeckten, psychologischen und hochtechnologischen Methoden basierte. Projekte wie Project Igloo White setzten computergestützte Überwachungssysteme in Vietnam und Thailand ein, um Aufständische zu orten und Luftangriffe zu koordinieren.
  • Project Camelot: Dieses 1964 von der US-Armee finanzierte ARPA-Projekt hatte zum Ziel, ein computergestütztes Radarsystem zu entwickeln, das "linke politische Bewegungen vorhersagen und verhindern konnte, bevor sie überhaupt begannen". Das Projekt wurde 1965 nach internationalem Protest eingestellt, aber die zugrundeliegende Idee wurde im Cambridge Project am MIT weiterverfolgt, das als direkter Vorläufer von Palantirs datengestützter prädiktiver Softwaretechnologie gilt.

Palantir im modernen Militäreinsatz

In den Kriegen in Irak und Afghanistan bot sich für Palantir die Gelegenheit, seine Datenanalysesoftware zu präsentieren.

  • Konflikt mit DCGS-A: Im Jahr 2011 nutzten die meisten US-Einheiten in Afghanistan das vom Militär entwickelte System DCGS-A (Distributed Common Ground System-Army). Dieses milliardenschwere System erwies sich jedoch als langsam und ineffizient. Im Gegensatz dazu konnte die Palantir-Software laut einer leitenden Geheimdienstoffizierin "zehnmal mehr Informationen anzeigen, sie in Diagramme aufschlüsseln, Muster zeigen" und dies wesentlich schneller tun.
  • Rechtsstreit und Vertrag: Obwohl die Technologie als überlegen galt, wurde eine Anfrage zur Ablösung von DCGS-A abgelehnt, was die profitbasierten internen Konkurrenzkämpfe im militärisch-industriellen Komplex widerspiegelt. Palantir verklagte die US-Armee 2016 wegen "bösen Willens und Voreingenommenheit". Der Streit wurde beigelegt, und Palantir erhielt schließlich einen mehrjährigen Vertrag im Wert von 800 Millionen US-Dollar.

Die "Drehtür" zwischen Pentagon und Privatsektor

Die engen Verbindungen zwischen dem Pentagon und privaten Auftragnehmern wie Palantir werden durch ein System der legalisierten Korruption gefördert.

  • Lobbyismus: Ein Bericht aus dem Jahr 2018 zählte 645 Fälle, in denen die 20 größten Verteidigungsunternehmen ehemalige hochrangige Regierungsbeamte, Militärs oder Kongressmitglieder als Lobbyisten oder Führungskräfte einstellten.
  • Palantirs Ausgaben: Im Jahr 2020 gab Palantir 2,42 Millionen US-Dollar für Lobbyarbeit und über 150.000 US-Dollar für Spenden an Kongresskandidaten aus, davon 88,67 % an die Demokraten.

CEO Alex Karp sieht die Fähigkeit des Unternehmens, die künstliche Intelligenz zu beherrschen, als Schlüssel, um "die Rechtsstaatlichkeit und ihre Anwendung in Bezug auf Überwachungstechnologie" zu kontrollieren.

Palantirs Rolle in der Inlandsüberwachung

Die von der ARPA in den 1960er Jahren für den Einsatz in Südostasien entwickelten Aufstandsbekämpfungstechniken wurden schnell für den heimischen Gebrauch angepasst. Sie zielten auf "benachteiligte Subkulturen" in den USA ab, wie Afroamerikaner, Einwanderer und andere "Unerwünschte". Palantir führt diese Tradition fort.

Zusammenarbeit mit Polizeibehörden

Die genaue Anzahl der Polizeibehörden, die Palantir-Technologie verwenden, ist geheim, aber zu den bekannten Kunden gehören das LAPD, NYPD und das NOPD.

  • LAPD (Los Angeles): 2009 war das LAPD der erste Partner von Palantir. Die Software wurde in einer "Stop-and-Frisk"-Operation im "Newton District" eingesetzt, einem Gebiet mit einem 90-prozentigen Anteil an Schwarzen und hispanischen Bewohnern. Es wurden sogenannte "Chronic Offender Bulletins" erstellt, um Personen als "potenzielle" oder "wahrscheinliche" Wiederholungstäter zu kennzeichnen.
  • NOPD (New Orleans): Im Rahmen einer geheimen, als "philanthropisch" bezeichneten Partnerschaft testete Palantir in New Orleans eine prädiktive Polizeitechnologie. Diese analysierte soziale Medien, um Bandenverbindungen aufzudecken und die Wahrscheinlichkeit zukünftiger Gewalttaten von Zielpersonen vorherzusagen. Dieser Test ermöglichte es Palantir, mindestens ein "Verbrechensprognosesystem" zu patentieren.

Das "Pay-to-Play"-Netzwerk

Palantir baut ein vernetztes Datennetzwerk auf, indem es neuen Kunden Rabatte, Zugang zu Bundesmitteln und zu Datennetzwerken gewährt – im Austausch für den Zugriff auf die neu gesammelten Daten dieser Kunden. Dies schafft ein weitgehend unsichtbares und unkontrolliertes "Pay-to-Play-Sozialnetzwerk", das das Verhalten von Bürgern verfolgt.

Verträge mit der Einwanderungsbehörde ICE

Palantir hat Verträge mit der ICE im Wert von über 160 Millionen US-Dollar.

  • Operationen gegen Einwanderer: Die Software wurde verwendet, um Profile von Einwandererkindern und ihren Familienangehörigen zu erstellen. Im Jahr 2019 führte eine ICE-Operation, die auf diesen Daten basierte, zur Verhaftung von 443 Personen, darunter Familienmitglieder, die sich gemeldet hatten, um unbegleitete Kinder aus der Haft zu holen.
  • Irreführende Aussagen: Palantir behauptete öffentlich, nur mit der Ermittlungseinheit von ICE (Homeland Security Investigations) und nicht mit der Abschiebeeinheit (Enforcement and Removal Operations) zusammenzuarbeiten. Durch den Freedom of Information Act erlangte Dokumente widerlegten diese Aussage als "offensichtlich falsches Narrativ".

Unternehmenskultur, Ideologie und Kontroversen

Ideologischer Hintergrund der Führung

Die Führung von Palantir vertritt eine ausgeprägte politische Ideologie, die das Unternehmen prägt.

  • Peter Thiel: Als einer der wenigen prominenten Unterstützer von Donald Trump im Silicon Valley spendete Thiel 1,25 Millionen US-Dollar für dessen Wahlkampf, selbst nachdem das "Access Hollywood"-Band veröffentlicht wurde.
  • Chauvinistischer Patriotismus: Thiel und Mitbegründer Joe Lonsdale bezeichneten Google als "eindeutig kein patriotisches Unternehmen", nachdem Google sich geweigert hatte, seine KI-Tools an das US-Militär zu verkaufen. CEO Alex Karp beschuldigte die gesamte Tech-Branche, ihren "Gesellschaftsvertrag mit Amerika" gebrochen zu haben, indem sie die Verteidigungsbedürfnisse der Regierung nicht unterstützte.

Interne Kontroversen und Imagepflege

Palantir sah sich mit mehreren internen Skandalen und Vorwürfen konfrontiert.

  • Diskriminierung: 2017 stimmte Palantir der Zahlung von 1,7 Millionen US-Dollar an Lohnnachzahlungen und Aktienoptionen zu, um einen Rechtsstreit über anti-asiatische Einstellungspraktiken beizulegen.
  • Mangelnde Diversität: Der Vorstand des Unternehmens war bis 2020 ausschließlich männlich und weiß. Erst als Reaktion auf die Ankündigung von Goldman Sachs, keine Unternehmen ohne vielfältige Vorstände an die Börse zu bringen, ernannte Palantir eine Frau in den Vorstand.
  • Mitarbeiterüberwachung: Eine von einem ehemaligen Secret-Service-Agenten geleitete Einheit nutzte Palantir-Technologie, um die eigenen Mitarbeiter auszuspionieren.
  • Angriffe auf Journalisten: Die Hackergruppe Anonymous deckte Pläne auf, wonach Palantir den Einsatz von Cyberangriffen und Desinformationskampagnen gegen Journalisten vorgeschlagen hatte.

Die COVID-19-Pandemie: Eine neue Grenze für die Überwachung

Die COVID-19-Pandemie bot Palantir eine neue Gelegenheit, seine Überwachungskapazitäten im Inland auszubauen.

HHS Protect Now und Tiberius

Palantir entwickelte in Zusammenarbeit mit dem US-Gesundheitsministerium (HHS) und dem Verteidigungsministerium zwei zentrale Software-Tools:

  • HHS Protect Now: Eine Plattform zur Sammlung und Analyse von Daten über die Ausbreitung von COVID-19. Sie aggregiert Informationen von Bundesstaaten, lokalen Regierungen, Gesundheitseinrichtungen und Hochschulen.
  • Tiberius: Ein System zur Planung der Impfstoffverteilung, das für die "Operation Warp Speed" entwickelt wurde. Es nutzt Daten aus der US-Volkszählung, kommerziellen Logistikunternehmen und anderen Quellen, um einen Algorithmus zu erstellen, der die Impfstoffverteilung auf Postleitzahlebene für priorisierte Bevölkerungsgruppen steuert.

Bedenken und Ineffizienz

Die umfassende Beteiligung von Palantir und der Zugriff auf Millionen persönlicher Gesundheitsdaten von Amerikanern alarmieren Bürgerrechtsorganisationen. Ein Bericht des Brennan Center for Justice warnt davor, dass die Beteiligung privater Unternehmen "eine weitere Ebene der Undurchsichtigkeit und des Risikos hinzufügt".

Darüber hinaus erwies sich das System in der Praxis als problematisch. Berichten zufolge gab es so viel Verwirrung bei der Nutzung der Tiberius-Software, dass die meisten Bundesstaaten schließlich auf ihre eigenen Verteilungssysteme zurückgriffen. Trotz dieser schlechten Ergebnisse erhielt Palantir von April 2020 bis April 2021 über 25 Millionen US-Dollar vom Heimatschutzministerium (DHS) und von Mai 2016 bis Mai 2021 275 Millionen US-Dollar vom Verteidigungsministerium aus Mitteln des Katastrophennotfallfonds. Dies unterstreicht ein Muster, bei dem massive Regierungsaufträge unabhängig von den Ergebnissen an politisch vernetzte Privatunternehmen vergeben werden.

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Erstellt: 13.01.2026 - 10:01  |  Geändert: 13.01.2026 - 13:14