Anfang 1968, Gudrun Ensslin verläßt Bernward Vesper und zieht mit ihrem sieben Monate alten Sohn Felix zu Andreas Baader. Bald darauf brennen in Frankfurt zwei Kaufhäuser; Baader, Ensslin und Thorwald Proll werden als mutmaßliche Brandstifter verhaftet, Felix ist bei Vesper, die Geschichte der RAF nimmt ihren Lauf.In keinem anderen Dokument kommt man ihrer Entstehung so nah, wie in den hier erstmals vollständig veröffentlichten Briefen, die Vesper und Ensslin bis zu ihrer bedingten Freilassung und Flucht Mitte 1969 gewechselt haben.
Gudrun Ensslin (1940–1977) war eine deutsche politische Aktivistin der radikalen Linken. Sie wuchs in einem protestantischen Elternhaus auf und studierte Germanistik, Anglistik und Pädagogik. In den 1960er Jahren radikalisierte sie sich politisch im Umfeld der außerparlamentarischen Opposition. Ensslin gehörte zu den prägenden Figuren bei der Entstehung der Rote Armee Fraktion und war an deren frühen Aktionen beteiligt. 1972 wurde sie festgenommen und später zu lebenslanger Haft verurteilt. Während ihrer Inhaftierung stand sie im Zentrum politischer und juristischer Auseinandersetzungen über den staatlichen Umgang mit der RAF. Am 18. Oktober 1977 wurde sie tot in ihrer Zelle in der Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim aufgefunden.
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