Mittel ohne Zweck. Noten zur Politik. Von Giorgio Agamben

Warum konstituiert der Ausnahmezustand die Grundstruktur einer jeden staatlichen Ordnung? Weshalb hat der Begriff 'Menschenrechte' ausgedient? Was hat die Ununterscheidbarkeit von Öffentlichem und Privatem zur Folge? Inwiefern ist das "Lager" der biopolitische "nomos'"der Moderne? Was wäre der Ort und was der Raum einer künftigen "polis"?

Die hier versammelten Texte formulieren eine radikale Kritik von Politik im Zeitalter entleerter Kategorien. Im Rückbezug auf Hannah Arendt, Carl Schmitt und Michel Foucault skizziert Giorgio Agamben neue Perspektiven des Politischen im Kontext der heutigen demokratisch-spektakulären Gesellschaften.

ISBN 978-3-935300-10-0     19,95 €  Portofrei     Bestellen

Entwürfe über die "Lebens-Form", die Sprache als Ort des Politischen par excellence und das Gestische als eine Sphäre der 'reinen Mittel ohne Zweck' markieren das Feld eines kommenden Denkens.

Agambens Essays versuchen im Kontext der heutigen, demokratisch-spektakulären Gesellschaften Politik neu zu denken. Dazu ist es notwendig, politische Kategorien jenseits einer Sphäre der reinen Mittel auch in Phänomenen aufzusuchen, die gewöhnlich nicht als politisch gelten. "Skizzen und Bruchstücke" eines Projektes in der Perspektive zwischen "souveräner Macht und bloßem Leben".

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Inhalt:

  • Lebens-Form
  • Jenseits der Menschenrechte
  • Was ist ein Volk?
  • Was ist ein Lager?
  • Noten zur Geste
  • Die Sprachen und die Völker
  • Marginalien zu den Kommentaren zur Gesellschaft des Spektakels
  • Das Angesicht
  • Souveräne Polizei
  • Noten zur Politik
  • In diesem Exil

 

Giorgio Agamben zum Umgang der liberalen Demokratien mit dem Coronavirus: Ich hätte da eine Frage. Ein Land, ja eine Kultur implodiert gerade, und niemanden scheint es zu kümmern. Was spielt sich gerade vor unseren Augen in den Ländern ab, die von sich behaupten, sie seien zivilisiert? → NZZ 15.04.2020

Der Autor:

Giorgio Agamben, geboren 1942, lehrt heute als Professor für Ästhetik an der Facoltà di Design e Arti der Universität Iuav in Venedig, an der European Graduate School in Saas-Fee sowie am Collège International de Philosophie in Paris. Sein Werk ist in zahlreiche Sprachen übersetzt. Im S. Fischer Verlag sind zuletzt erschienen ›Nacktheiten‹ (2010), ›Höchste Armut. Ordensregeln und Lebensform‹ (2012), ›Das unsagbare Mädchen. Mythos und Mysterium der Kore‹ (2012, gemeinsam mit Monica Ferrando), ›Opus dei. Archäologie des Amts‹ (2013), ›Die Macht des Denkens‹ (2013), ›Stasis. Der Bürgerkrieg als Paradigma‹ (2016) sowie ›Die Erzählung und das Feuer‹ (2017).

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Erstellt: 29.04.2020 - 07:13  |  Geändert: 02.12.2020 - 17:56

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