Endlose Felder. Von Nguyen Ngoc Tu

Im Deltagebiet des Mekong, zwischen Wasser und Land, leben Fischer, Entenzüchter, Erntehelfer, alte, schweigsame und skurrile Männer, unglückliche Frauen und alleingelassene Kinder. Sie verkaufen Gemüse, Fische, Lotterielose oder das Versprechen auf einen kleinen Moment der Freude.

Ihre Boote, die Sampans, sind ihre Heimat, auf ihnen kämpfen sie ums Überleben, und würden sie doch für kein Geld der Welt verlassen. Und alle sind sie für immer verbunden durch den Fluss, den Mekong - der sie ernährt und von dem alles Übel ausgeht, aber auch das seltene Glück.

ISBN 978-3-293-20877-3     12,95 €  Portofrei     Bestellen

 

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Presse:

»Nguyen Ngoc Tu erzählt keine verzopften Provinzgeschichten, sondern legt hier vierzehn Erzählungen vor, die antiken Tragödien in nichts nachstehen. Es geht darin um nichts weniger als um Leben, Liebe und Tod. Nguyen Ngoc Tus Erzählungen haben existenzielle Wucht. Stets erzählt sie davon, wie zart und verletzlich die Menschen in ihrem Innern sind und wie hart die Schale ist, die sie sich über die Jahre zulegen müssen. Tragische Familien- und Liebesgeschichten, die in ihrer stilistischen Knappheit und Präzision tief berühren.« (Katharina Borchardt, Deutschlandfunk)

»Wer die fein beobachteten und intensiven Geschichten liest, wird Neues und Fremdes erfahren – vor allem aber feststellen, dass sich Menschen ähneln, überall auf der Welt.« (Katharina Deschka, Frankfurter Allgemeine Zeitung)

»Herkömmliche Dorfgeschichten sind es mitnichten, diese Erzählungen. Obwohl diese Texte lokal zu verorten sind und sich auch zeitlich fixieren lassen, so sind die Erzählungen zeitlos. Sie stehen für viele Gegenden in dieser Welt, in der auf Landflucht Verarmung und soziale Verrohung folgt. Letztlich ist es die Zeitlosigkeit dieser Szenografien, die bleibt und verstört.« (Alice Grünfelder, Literaturfelder)

»Es ist eine fremde Welt, die uns hier begegnet. Die Erzählungen von Nguyen Ngoc Tu sind poetisch, faszinierend und zugleich unendlich traurig. Sie nehmen uns mit in eine Gegend, von der wir bisher nur wenig erfuhren, aber märchenhaft sind sie nicht. Sie schildern die Schattenseite der ›sozialistischen Republik Vietnam‹ und sind weit mehr als nur zeitlose Legenden.« (Sabine Neubert, Neues Deutschland)

»Wir begleiten Bauern, Fischer, Händler und Entenzüchter ein Stück ihres Weges, erfahren von ihren Erlebnissen und Erfahrungen. Nguyen Ngoc Tu kommt selbst aus einem einfachen und entbehrungsreichen Milieu. Ihre Erzählungen sind frei von Pathos und nehmen auch ›die Partei‹ auf den Arm.« (Bibliothek für Entwicklungspolitik)

»Die feinfühlige Erzählerin berichtet in meist kurzen, einfachen Geschichten vom harten Leben der kleinen Leute auf dem Land. Zu lesen und zu entdecken sind wunderbare, traurige, fremde Geschichten.« (Frank Willmann, Kulturexpresso)

»Alle Erzählungen sind geprägt von leichter Melancholie bis tiefer Traurigkeit mit stets offenem Ende. Durch die schlichte Sprache wie zarte Aquarelle in Grün, Braun und Gold an der Oberfläche, erscheinen die tiefschwarzen Abgründe oft nur in Andeutungen.« (Heike Frank, Virginia FrauenBuchKritik)

»Höchst emotional und von bester literarischer Qualität.« (Dresdner Woche)

Die Autorin:

Nguyen Ngoc Tu, geboren 1976 in der Provinz Ca Mau im Mekong-Delta, ist eine südvietnamesische Schriftstellerin. In Vietnam muss sie sich immer wieder der Kritik der Zensurbehörde aussetzen, die ihr vorwirft, die Auswege aus der Armut, die die vietnamesische Gesellschaft biete, in ihren Werken nicht abzubilden. Sie wurde u. a. mit dem Southeast Asian Writers Award und dem Vietnam Writers’ Association Award ausgezeichnet, 2018 erhielt sie den LiBeraturpreis. Ihr Erzählband Endlose Felder wurde in mehrere Sprachen übersetzt und verfilmt.

 

Erstellt: 14.04.2020 - 07:16  |  Geändert: 02.12.2020 - 17:56

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