Peter Handke, Jugoslawien und das Problem der strukturellen Gewalt. Von Anne Lindner

Anne Lindner nimmt die Debatte um den Autor Peter Handke während der Jugoslawien-Kriege zum Ausgangspunkt, über die literarische Artikulation den Typus der strukturellen Gewalt als Problem moderner Staatsgesellschaften zu untersuchen. Sie geht dabei auf zwei Ebenen vor: Zum einen werden die Texte Handkes auf die politischen Problemstellungen hin in ihrer politischen Äußerlichkeit gelesen; zum anderen wird mithilfe neuerer politischer Theorien ein begriffliches Instrumentarium politischer Analyse entwickelt. Wir sind nicht für die Opfer verantwortlich, vielmehr vor den Opfern. Gilles Deleuze/Félix Guattari

ISBN 978-3-8350-6094-4     54,99 €  Portofrei     Bestellen

Die vorliegende Studie wurde im Sommer 2004 am Institut für Neuere Deutsche Literatur der Humboldt-Universität zu Berlin als Magisterarbeit angenommen und im März 2005 sowie im August/September 2007 für die Drucklegung überarbeitet. Die Betreuung und Begutachtung übernahmen PD Dr. Christian Jäger (Berlin) und Prof. Dr. Erhard Schütz (Berlin); dafür, daß sie in das sperrige Thema ihr wissenschaftliches Vertrauen setzten und damit die Untersuchung möglich machten, gilt ihnen mein erster Dank.

Als die Autorin 1997 ihr Studium an der Humboldt-Universität zu Berlin aufnahm, war seit kurzem Peter Handkes Stück "Zurüstungen für die Unsterblichkeit" erschienen, es wurde am Deutschen Theater Berlin unter der Regie von Jürgen Gosch aufgeführt. Die Autorin erinnert sich, daß die Inszenierung wie auch eine anschließende Diskussion Ratlosigkeit, man kann im Nachhinein sagen, Unwissen ausdrückten, in das sie selbst eingeschlossen war. Mit dem Stück entflammte die Debatte um Handke neu, wenig später, im Frühjahr 1999, der Kosovo-Konflikt, den man so nannte, obgleich es ein Krieg war. Das Unwissen blieb; und es wurde zum Bewusstsein, dass die Frage nach dem Zusammenhang von Politik und Ästhetik nicht nur noch immer, oder unvermindert neu, zu stellen ist, sondern auch komplexere Probleme kenntlich macht, als man es ihr im allgemeinen zutraut. Ich möchte folgenden Personen für ihre Unterstützung, Orientierung und Anregungen danken, ohne die die Arbeit so nicht hätte entstehen können.

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Die Autorin sieht strukturelle Gewalt nicht als ein alleiniges Problem der Politikwissenschaft an– politische Machtverhältnisse und kulturell bedingte Wahrnehmungsmuster begegnen sich auch in der Literatur und erfordern ihrer Ansicht nach eine theoretisch-philosophische Reflexion. → Portal für Politikwissenschaft 19.06.2008

Die Autorin:

Anne Lindner promoviert bei Prof. Dr. Herfried Münkler am Lehrbereich für Theorie der Politik am Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin.

 

Erstellt: 21.10.2019 - 07:04  |  Geändert: 02.12.2020 - 17:57

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