Der lange Schatten der Revolution. Von Michael Brenner

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde München zum Schauplatz ungewöhnlicher politischer Konstellationen: Kurt Eisner wurde im November 1918 der erste jüdische Ministerpräsident eines deutschen Staates, während jüdische Schriftsteller wie Gustav Landauer, Ernst Toller und Erich Mühsam sich im April 1919 für die Räterepubliken engagierten. Die jüdische Gemeinde war eher konservativ ausgerichtet, und selbst die orthodoxen Mitglieder besuchten nach dem Synagogenbesuch gerne das Hofbräuhaus.

ISBN 978-3-633-54295-6     28,00 €  Portofrei     Bestellen

Doch Anfang der zwanziger Jahre gab es bereits einen Nazi als Polizeipräsidenten, antijüdische Tendenzen in Politik, Presse und Kirche sowie Judenausweisungen und offene Gewalt gegen jüdische Bürger auf der Straße. Die "Stadt Hitlers" wie Thomas Mann die spätere "Hauptstadt der Bewegung" bereits im Juli 1923 nannte, wurde zum Ausgangspunkt für den beispiellosen Aufstieg der hier gegründeten nationalsozialistischen Partei.

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»Früher hatte die schöne, behagliche Stadt die besten Köpfe des Reiches angezogen. Wie kam es, daß die jetzt fort waren, daß an ihrer Stelle alles, was faul und schlecht war im Reich und sich anderswo nicht halten konnte, magisch angezogen nach München flüchtete?« Lion Feuchtwanger

Inhaltsverzeichnis

Presse:

»Zu den besonderen Verdiensten von Brenners Buch gehört es, die Spaltung der jüdischen Gemeinschaft durch die Revolution bis in die Familien hinein nachzuzeichnen.« Judith Leister, Neue Zürcher Zeitung

»Es ist die Leistung dieses Buches, sowohl die Münchner Revolution von Fehlurteilen zu befreien als auch das Milieu präzise zu fassen, in dem die Negativfigur der deutschen Geschichte ihren Aufstieg begann.« Bernhard Schulz, Der Tagesspiegel

»Michael Brenner zeichnet ein erhellendes, verstörendes Panorama Münchens zu Beginn der Zwanzigerjahre.«Franz Adam, Münchner Feuilleton Mai 2019

»Sehr gut lesbar beleuchtet Brenner für Fach- und ein spezieller interessiertes Lesepublikum die für Deutschland so entscheidende Münchner Nachkriegsgeschichte aus neuem Blickwinkel und erweitert so auch den Blick auf einen bedeutsamen Abschnitt der Geschichte der Juden in Deutschland.« Engelbrecht Boese, ekz.bibliotheksservice IN 2019/21

Der Autor:

Michael Brenner, geboren 1964 in Weiden, ist Professor für Jüdische Geschichte und Kultur an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Direktor des Center for Israel Studies an der American University in Washington, D.C. Er ist Internationaler Präsident des Leo Baeck Instituts und Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Zu seinen Buchveröffentlichungen, die in über zehn Sprachen übersetzt wurden, zählen u. a. Jüdische Kultur in der Weimarer Republik und die Kleine jüdische Geschichte.

 

Erstellt: 18.09.2019 - 03:55  |  Geändert: 18.09.2019 - 03:57