Die Treuhand. Von Marcus Böick

Die erste zeithistorische Untersuchung zur Treuhandanstalt, ihrem Personal und ihrem so vielschichtigen wie widersprüchlichen Arbeitsauftrag.
Die Treuhandanstalt war eine der umstrittensten Organisationen in der deutschen Geschichte. Als "größtes Unternehmen der Welt" führte sie einen Vermögensumbau von bisher unbekanntem Ausmaß durch. Zwischen kollabierendem Realsozialismus und sich globalisierendem Kapitalismus überführte ihr Personal die "volkseigenen" Betriebe der DDR vom Plan zum Markt. Verkäufe an zumeist westdeutsche Investoren, Branchenabwicklungen und Massenentlassungen prägten ihre krisengeschüttelte Geschäftspraxis nicht weniger als wütende Proteste, politische Kontroversen und öffentliche Skandale.

ISBN 978-3-8353-3283-6     79,00 €  Portofrei     Bestellen

Jenseits zeitgenössischer Bewertungen als alternativlosem "Erfolg" oder neoliberale "Abwicklung" wirft Marcus Böick erstmals einen zeithistorischen Blick auf den widersprüchlichen Auftrag des Wirtschaftsumbaus und rückt dessen Personal in den Fokus. An der Schnittstelle von Wirtschafts- und Kulturgeschichte zeichnet der Autor mit präzisem Blick die zugrundeliegenden Ideen, den dynamischen Organisationsalltag und die facettenreichen Erfahrungen der Mitarbeiter nach, die die Transformation so maßgeblich wie unvorbereitet mitgestaltet haben.

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Inhaltsverzeichnis

Leseprobe auf Google Books

Interview: "Die bisherige Erzählung der Einheit ist fragwürdig." Vor 30 Jahren fiel die Mauer, doch viele Bürger empfinden die ritualisierten Feierlichkeiten als seltsam entrückt von der Realität. Der Historiker Marcus Böick fordert einen neuen Blick auf die Wende - auch auf ihre Makel. Spiegel online 02.11.2019

Interview: „Die Ostdeutschen haben ihr Schicksal selbst gewählt.“ Die Treuhand sollte nach der Wende die ostdeutsche Wirtschaft umbauen – und wurde schnell zur „bestgehassten Behörde“. Der Historiker Marcus Böick erklärt warum. → fluter 03.10.2019

Podcast: Das Treuhand-Trauma. Pünktlich zum Tag der Deutschen Einheit beginnt wieder eine Debatte um das Erbe der Treuhand-Anstalt. Sie war ein Industrie-Vernichter, sagen Kritiker. Dabei war die Treuhand ganz am Anfang eine Idee von DDR-Bürgerrechtlern. Außerdem: Im Konflikt um die Ost-Ukraine haben Kiew und Moskau eine wichtige Vereinbarung getroffen – aber reicht das für Frieden? → Deutschlandfunk 02.10.2019

Das abgeschriebene Land. Leidet der Osten bis heute unter den Fehlern der Treuhandanstalt? Sie sollte die DDR-Wirtschaft privatisieren. Sechs Menschen, die damals dabei waren, erzählen hier von der umstrittenen Arbeit der Behörde. → die ZEIT 01.10.2019

Die Treuhand – Albtraum der deutschen Einheit?SWR Wissen Sendungsmanuskript 01.10.2019

Interview: „Die Ostdeutschen haben ihr Schicksal selbst gewählt.“ Die Treuhand sollte nach der Wende die ostdeutsche Wirtschaft umbauen – und wurde schnell zur „bestgehassten Behörde“. Der Historiker Marcus Böick erklärt warum. → fluter 03.10.2019

Podcast: Das Treuhand-Trauma. Pünktlich zum Tag der Deutschen Einheit beginnt wieder eine Debatte um das Erbe der Treuhand-Anstalt. Sie war ein Industrie-Vernichter, sagen Kritiker. Dabei war die Treuhand ganz am Anfang eine Idee von DDR-Bürgerrechtlern. Außerdem: Im Konflikt um die Ost-Ukraine haben Kiew und Moskau eine wichtige Vereinbarung getroffen – aber reicht das für Frieden? → Deutschlandfunk 02.10.2019

Podcast: Treuhand - "Für viele das Symbol der Abwicklung des Ostens". Nach dem Mauerfall kam die Ernüchterung. Viele ostdeutsche Betriebe wurden geschlossen, tausende Arbeitsplätze gingen verloren. Der Historiker Marcus Böick zieht Bilanz: "Es gibt die Leuchttürme, aber es gibt auch die abgehängten Regionen." → ARD Tacheles Deutschlandfunk Kultur 03.08.2019 (Hören bis: 19.01.2038)

Dazu das ausführliche Interview abgedruckt

 

Korrupt, überfordert, chaotisch. Die Linkspartei fordert einen neuen Untersuchungsausschuss zur Treuhandanstalt. Ein sinnvolles Unterfangen? Der Historiker Marcus Böick sieht einen neuen Treuhand-Untersuchungsausschuss mit Skepsisnd 13.07.2019

Podcast: Die Treuhand: Improvisation, Schocktherapie, Ausnahmezustand. 1990 bis 1994: Das war die Zeit der Treuhandanstalt. Auch heute, fast 30 Jahre nach ihrer Gründung, fällt es oft schwer, die Arbeit dieser Anstalt sachlich zu beschreiben. Für Ostdeutsche ist das die Einrichtung, die ihre Betriebe ausverkauft und stillgelegt hat - die Verursacherin von Massenarbeitslosigkeit. Ein Zeithistoriker hat diesen umstrittenen Gegenstand erforscht. Ein Vortrag von Marcus Böick. → Deutschlandfunk Nova 16.06.2019

Dass die Treuhand einst dafür erfunden wurde, die „Rechte der DDR-Bevölkerung am Gesamtbesitz des Landes“ zu sichern[3], ist durch die lange Geschichte ihrer öffentlich rezipierten Skandale in Vergessenheit geraten und erscheint heute vielen als Treppenwitz der Geschichte, ist die Organisation doch für ihre Kritiker zum Inbegriff des „Ausverkaufs“ der DDR geworden. Rezension von Thorsten Holzhauser H/SOZ/KULT 31.01.2019

„Langfristige Folgen, die sich bis heute zeigen.“ Der Treuhand haften seit der Wende viele negative Erinnerungen an. Bisher haben sich nur wenige Wissenschaftler damit beschäftigt. Marcus Böick hat nun die erste zeithistorische Untersuchung vorgelegt. → detektor.fm 24.08.2018

Der Verfasser hat mit seinem umfangreichen Werk einen wertvollen Beitrag zur wissenschaftlichen Diskussion über ein bis in die Gegenwart hinein politisch kontrovers bewertetes Thema geleistet. Mit dem Blick auf die Alltagspraxis einer von Erwartungen überfrachteten Behörde zeigt er neue Wege zur Erforschung der historischen Umbruchphase zwischen Diktatur und Demokratie auf, die eben jenseits polarisierter Zuschreibungen beschritten werden können. Rezension von Andreas Malycha  → Sehepunkte 18 (2018), Nr. 10, 15.10.2018

Die DDR war unbekannt. Man besichtigte 1990 mit erstauntem Blick ein marodes Industriemuseum. Wirtschaftslage und Wettbewerbssituation der DDR konnten 1989 nicht richtig eingeschätzt werden. Das galt nicht nur für westdeutsche, sondern auch für ostdeutsche Analysen. Wie sollte aus westdeutscher Sicht eine realistische ökonomische Eröffnungsbilanz gemacht werden, wenn alle Zahlenwerke der DDR überhaupt keinen Realitätsbezug hatten? Rezension von Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte regierungsforschung.de 10.10.2018

Die „Bad Bank“ der Ostdeutschen. Nach dem Fall der Mauer sollte auch die Wirtschaft in Ost und West „wiedervereinigt“ werden – die Rolle der Treuhand dabei ist umstritten. Sie privatisierte, sanierte mehrere tausend staatseigene DDR-Betriebe oder wickelte sie ab. Forscher beschäftigen sich nun mit der Aufarbeitung dieser Vergangenheit. Rezension von Bastian Brandau → Deutschlandfunk 17.05.2018

Presse:

  • »eine glänzend komponierte und akribisch recherchierte Erinnerungsgeschichte.«
    (Karl-Rudolf Korte, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.10.2018)
  • »Marcus Böick hat eine glänzende Geschichte über das »Privatisierungsmonster« Treuhand geschrieben.«
    (Dietmar Süß, Süddeutsche Zeitung, 09.07.18)
  • »Die Leistung dieses Buches (…) ist ein Abwägen der inneren und äußeren Dynamiken, die auf die Treuhand-Mitarbeiter wirkten.«
    (Anselm Lenz, junge Welt, 10.10.2018)
  • »Ein wertvoller Beitrag zur wissenschaftlichen Diskussion über ein bis in die Gegenwart hinein politisch kontrovers bewertetes Thema.«
    (Andreas Malycha, www.sehepunkte.de, 15.10.2018)
  • »Hinsichtlich der dem Leser gebotenen Informationen ist Böicks Buch eine Fundgrube und verdient Anerkennung.«
    (Jörg Roesler, junge Welt, 03.09.2018)

Die Treuhand, die Ursache allen Übels? - mit Marcus Böick → Die Nachhaker 06.09.2019
Die Wahlen in Brandenburg und Sachsen haben gezeigt, dass sich immer noch viele Menschen abgehängt
und nicht gesehen fühlen. Einige Parteien machen dafür namentlich die Treuhand verantwortlich.

Erstellt: 10.04.2019 - 06:59  |  Geändert: 04.11.2019 - 05:57

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