Achtung, Zensur! Über Meinungsfreiheit und ihre Grenzen. Von Nikola Roßbach

Zensur ist der Schlachtruf der Stunde: Ein Gedicht wird von einer Fassade entfernt? Zensur! Ein Bild aus einem Museum entfernt? Zensur! Ein Redner von einer Universität ausgeladen? Zensur! Doch ist es das wirklich? Viele haben heute das Gefühl, ihre Meinung nicht mehr offen sagen zu können. Sie fragen sich, ob Facebook und Google ihre Kontrollaufgaben nicht rigider wahrnehmen als mancher Staat, ob Kunst politisch korrekt sein muss, wieviel Freiheit man den Feinden der Freiheit geben kann.
Wo endet die Meinungsfreiheit - wo beginnt Zensur?

ISBN 978-3-550-05062-6     20,00 €  Portofrei     Bestellen

Eine heiße Debatte ist entbrannt, bei der vieles durcheinander geht. Klassische Zensur vermischt sich mit neuen Formen, polemisches Geschrei von rechts mit Sprechverboten von links. Die Literaturwissenschaftlerin Nikola Roßbach analysiert die kontroverse Diskussion um das Sagbare und legt die unterschwelligen Mechanismen unserer Gesellschaft offen. Zugleich fordert sie eine Zensurdebatte, die über Polemiken und effektheischende Extrempositionen hinausgeht. Eine Auseinandersetzung, die zeigt, was Meinungsfreiheit bedeutet und wie viel sie uns tatsächlich wert ist.

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→  Inhalt und Leseprobe

Zensur als Kampfbegriff.  Nikola Roßbach ist Literaturwissenschaftlerin in Kassel. Sie hat mit ihren Studentinnen den Tempel der verbotenen Bücher auf der Documenta 2017 begleitet und aus diesem Projekt ein Buch über Zensur destilliert. Gut zu lesen, meinungsstark, klar in Sachen NetzDG (“umfassende informelle Internetzensur”, S. 260), aber eigentümlich blind für die Schlacht um Definitionsmacht und Deutungshoheit, die in den neuen Öffentlichkeiten läuft. von Michael Meyen  → Medienrealität 01.03.2019

Die Autorin:

Nikola Roßbach ist Professorin für Neuere deutsche Literatur in Kassel und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Kontrolle und Normierung literarischen Wissens. Seit 2016 konzentriert sie sich in Forschung und Lehre verstärkt auf das Thema Zensur: Als wissenschaftliche Partnerin des monumentalen Kunstprojekts Parthenon of Books von Marta Minujín (documenta 14) nahm sie an zahlreichen öffentlichen Debatten teil.

 

Erstellt: 27.11.2018 - 07:45  |  Geändert: 09.03.2019 - 18:38

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