Am Anfang war Gewalt. Die deutsche Revolution 1918/19 und der Beginn der Weimarer Republik von Mark Jones

Der Historiker Mark Jones schildert die dramatische Gründungsphase der Weimarer Republik erstmals als eine Geschichte der Gewalt. Er zeigt, wie eine anfangs friedliche Revolution in einer Reihe von Tabubrüchen endet, einschließlich des Mordes an Frauen und Kindern durch Soldaten der sozialdemokratisch geführten Regierung. Diese Erfahrung wurde für das weitere Schicksal Deutschlands prägend - bis hin zur entfesselten Gewalt des NS-Regimes.

ISBN 978-3-549-07487-9    26,00 €  Portofrei     Bestellen

Anhand neu erschlossener Archivquellen, darunter zahlreiche Berichte von Zeitzeugen, führt Mark Jones den Leser an die Orte der staatlich legitimierten und ausgelösten Gewaltexzesse dieser Zeit und lässt die Stimmen der Täter, ihrer Opfer und deren Familien lebendig werden.

"Mark Jones' exzellent geschriebenes Buch wirft einen neuen Blick auf die deutsche Revolution von 1918/19."
Sönke Neitzel

" Am Anfang war Gewalt ist das Werk eines der meistversprechenden Historikers der jüngeren deutschen Vergangenheit. Es stützt sich auf akribische archivalische Forschung und fügt unserem Verständnis von der Geburt der deutschen Demokratie ein wichtiges Korrektiv hinzu. Zugleich ist das Buch eine Herausforderung für die Historiker, die sich traditionell meist auf die hohe Politik konzentrieren. Denn es eröffnet uns neue Fragestellungen zur Geschichte Deutschlands in der schicksalhaften ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts."
Robert Gerwarth, University College Dublin

"Eine bemerkenswerte Darstellung der deutschen Revolution von 1918/19 (...) Mark Jones gelingt es, die militärische und politische Geschichte mit der Gesellschafts- und Kulturgeschichte zu verbinden. Ein Buch, das eine breite Leserschaft verdient."
Peter C. Caldwell, Rice University (USA)

"Es gibt gute Gründe, anzunehmen, dass dieses Buch einmal als ein Wendepunkt in der Art und Weise eingestuft werden wird, wie die Historiker die revolutionären Umwälzungen und die politische Gewalt erklären, die am Ende des Ersten Weltkrieges den europäischen Kontinent erschütterten (...) Originell und gut geschrieben, ist Am Anfang war Gewalt eine innovative, faszinierende und überzeugende Analyse der Gewalt in der deutschen Revolution von 1918/19. Man kann Mark Jones zu diesem neuen und provokativen Beitrag nur gratulieren."
Ángel Alcalde, Ludwig-Maximilians-Universität München

"Ein gründlich recherchiertes und intelligent argumentierendes Buch. Mark Jones verdient Anerkennung für diesen unser Verständnis der deutschen Revolution von 1918/19 bereichernden Beitrag (...) In gewisser Weise kommt seine Darstellung der heute als klassisch geltenden Sichtweise nahe, die Mehrheitssozialdemokraten hätten aus überzogenen Ängsten vor dem Bolschewismus heraus auf die revolutionäre Unruhe überreagiert (...) Doch statt diese Ängste von oben herab verurteilen, macht Jones sich die Mühe, ihre Entstehung und ihre Wechselwirkungen mit den Ereignissen auf der Straße zu analysieren."
Moritz Föllmer, University of Amsterdam

 

Mehr Infos...

Dirk Schumann: Rezension zu: Jones, Mark: Am Anfang war Gewalt. Die deutsche Revolution 1918/19 und der Beginn der Weimarer Republik. Berlin 2017 , in: H-Soz-Kult, 26.10.2017,  →<www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-27742>.

Mark Jones über die Geburt der Weimarer Republik. Nach dem Ersten Weltkrieg kommt es in Deutschland zum politischen Umbruch: Novemberrevolution, verfassunggebende Versammlung, freie Wahlen. Aus dem Kaiserreich wird die demokratische „Weimarer Republik“. Diesem verbreiteten Bild eines weitgehend friedlichen Übergangs setzt der 1981 geborene Historiker Mark Jones eine ganz andere Erzählung entgegen. In seinem Buch Am Anfang war Gewalt beschreibt er die heftigen militanten Auseinandersetzungen in der Geburtsphase der Weimarer Republik. → Ulrich Teusch  24.10.2017

RussiaGate 1918/19. Die deutsche Angst vor „russischen Zuständen“ Es gibt Bücher, nach deren Lektüre man nicht ohne weiteres zur Tagesordnung übergehen kann. Sie lassen einen nicht los. Dem noch jungen, 1981 geborenen Historiker Mark Jones ist ein Werk dieses Kalibers gelungen. Am Anfang war Gewalt heißt es, erschienen ist es im Propyläen Verlag. Jones beschreibt in bislang nicht gekannter Eindringlichkeit die Geburtsphase der Weimarer Republik, die Monate vom November 1918 bis zur Mitte 1919. Was damals geschah, ist im historischen Bewusstsein der Deutschen allenfalls bruchstückhaft präsent. In dieser hochdramatischen Phase der deutschen Geschichte galt: Politik war Gewalt und Gewalt war Politik. Die vom ersten bis zum letzten Satz packende Untersuchung erinnert in formaler Hinsicht an die Darstellungskunst des großen Sebastian Haffner. Inhaltlich schildert und erklärt sie auf breitester Quellenbasis, warum der Zusammenbruch des Kaiserreichs und die Novemberrevolution noch weitgehend unblutig abliefen, es dann jedoch ab Dezember 1918 zu sich steigernden Gewaltexzessen gekommen ist. von → Ulrich Teusch 29.06.2017

Gräueltaten in der Weimarer Republik"1919 war ein Wendepunkt in der Gewaltgeschichte" Der Historiker Mark Jones hat in einem Buch die Gräueltaten rund um das Jahr 1919 untersucht. Seine These: Deutschland sei bereits in den Gründungsjahren der Weimarer Republik auf den Kurs eingeschwenkt, der später in den Nazi-Horror mündete. So habe damals beispielsweise eine Mehrheit der Deutschen hinter dem Schießbefehl gestanden. Mark Jones im Gespräch mit Birgid Becker → Deutschlandfunk 14.05.2017

Statistiker Emil Gumbel Rechnen gegen den Terror Er kämpfte mit Zahlen - und riskierte dabei sein Leben. 1922 untersuchte der Mathematiker Emil Julius Gumbel Hunderte politische Morde in der jungen Weimarer Republik und offenbarte schonungslos die Willkür der deutschen Justiz. Dann nahm seine Karriere in Deutschland abrupt ein Ende. Von Daniel Furth → SPON 27.04.2012

 

Erstellt: 26.07.2017 - 11:01  |  Geändert: 10.10.2018 - 17:17

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