Nachtmarsch
Unterwegs mit Indiens vergessenen Guerillas
Die Anthropologin Alpa Shah erzählt in ihrer außergewöhnlichen, preisgekrönten Ethnografie von ihrem Fußmarsch mit einer Gruppe maoistischer Guerillas, den Naxaliten. Sieben Nächte lang, 250 km weit durch die dichten Wälder Ostindiens. Seit Jahrzehnten kämpfen die Rebellen nahezu unbeachtet von der Weltöffentlichkeit gegen den indischen Staat, verüben Anschläge auf Großgrundbesitzer, Beamte und Polizei.
Benannt nach dem Dorf Naxalbari in Westbengalen, wo der maoistische Aufstand 1967 seinen Ausgang nahm, wehren sie sich gegen die ungleiche Landverteilung und die soziale und wirtschaftliche Benachteiligung der indigenen Bevölkerungsgruppen durch das hinduistisch geprägte Kastensystem.
In Gesprächen mit den Anführern und durch jahrelanges Zusammenleben in Dörfern der Guerilla-Hochburgen versucht Alpa Shah zu verstehen, was die Naxaliten antreibt, der größten Demokratie der Welt den Rücken zu kehren, zu den Waffen zu greifen und dabei möglicherweise die eigenen Ziele zu untergraben.
Pressestimmen
"Eine Geschichte, wie sie wichtiger nicht sein könnte, erzählt mit der perfekten Balance aus Realismus, kritischem Denken und anhaltender Hingabe." David Graeber zur Originalausgabe
"Eine der fundiertesten Darstellungen eines schrecklichen Konflikts." The Guardian zur Originalausgabe
"'Nachtmarsch' ist ein außerordentlich kluges und politisch wie menschlich engagiertes Buch." Renate Kraft / taz
„Die Autorin liefert tiefe Einblicke in Leben und Alltag der Naxaliten und der Adivasi (...) Die Übersetzung ins Deutsche ist ausgezeichnet.“ Sonja Ernst / Deutschlandfunk
„Eine der differenziertesten Analysen des jahrzehntelangen Aufstands der Maoisten“ Ulrich von Schwerin / NZZ
Autoreninfos
Übersetzt von
David Sumerauer hat Ethnologie, Geschichte und Germanistik in München und Mumbai studiert. Nach mehreren Jahren in einem kalifornischen Zen-Kloster arbeitet er heute als freier Schriftsteller und Übersetzer. Peter Hammer Verlag (12.07.2026)