Diese Ausgabe der Zeitschrift RotFuchs versteht sich als ein linkes Diskussionsorgan, das eine scharfe Kritik am westlichen Imperialismus und der aktuellen deutschen Außenpolitik übt. Das zentrale Thema ist die historische Aufarbeitung des Überfalls auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941, wobei die Autoren die enormen Opfer der Roten Armee würdigen und gleichzeitig vor einer gefährlichen Kontinuität deutscher Machtansprüche warnen. In den Texten wird die heutige Unterstützung für die Ukraine als ein „dritter Anlauf“ des deutschen Militarismus interpretiert, der laut den Verfassern durch Russophobie und eine fatale Nähe zur NATO das Risiko eines nuklearen Konflikts erhöht. Neben diesen geschichtspolitischen Analysen befasst sich das Heft mit aktuellen geopolitischen Spannungen, insbesondere einem fiktiv oder perspektivisch beschriebenen globalen Hybridkrieg, in dem sich eine neue strategische Allianz zwischen Russland, China und dem Iran gegen die Vorherrschaft des US-Finanzkapitals formiert. Insgesamt verfolgt die Quelle das Ziel, eine radikale Antikriegshaltung zu mobilisieren und die Leser von der Notwendigkeit einer diplomatischen Umkehr gegenüber Russland zu überzeugen.

Inhaltsverzeichnis Rotfuchs Ausgabe Juni 2026

Artikel-TitelAutorSeite
Der dritte AnlaufArnold Schölzel1
Am 22. Juni 1941 überfiel Hitlers Armee die SowjetunionLothar Schröter2
Deutschland will RevancheReiner Neubert4
Juni 1941Horst Neumann4
Die entscheidende FrontOtto Gotsche5
Es geht gen Osten ...Roland Winkler7
Für die EU ist Rußland der Hauptfeind!Raimon Brete7
Der Kampf gegen Rußland hat TraditionHolger Michael8
Der persönliche Einsatz des Friedrich Merz für die UkraineWolfgang Bittner9
Die aktuellen Konflikte und die Interessen der GroßmächteGerhard Giese10
Trump zu Gast in ChinaLuca von Ludwig13
Chaos und KonstanzArnold Schölzel13
Kolonialismus und antikolonialistischer Widerstand in Lateinamerika                           Günter Pohl14
Wird der Sudan nochmals geteilt?Georges Hallermayer16
„Die Zeche für beides zahlen“Peter Mertens (Interview)      18
Pistorius‘ neue MilitärstrategieRalf Hohmann20
Erklärung zur Nichtstationierung von MS-Raketen in Deutschland           Initiative „Nie wieder Krieg“        21
Kein Burgfrieden nach innen!Artur Pech22
Dritter Schulstreik: Jugend trotzt EinschüchterungPhilip Tassev23
Nation und KulturaustauschUli Jeschke24
Gefährliche Intelligenz?Achim Seider26
Wem nützt diese Regierung?Manfred Sohn26
„Sozialismus ist die beste Prophylaxe“Achim Seider (Zetkinforum)28
Die BlindenAnna Seghers30
Kriegsende-Verbrechen in KasselUlrich Schneider32

Zusammenfassung

Analysen und Perspektiven zur globalen Sicherheitslage und historischen Verantwortung (Juni 2026)

Dieses Briefing synthetisiert die zentralen Analysen der vorliegenden Quellen mit Stand Juni 2026. Im Fokus steht die Warnung vor einem „dritten Anlauf“ des deutschen Imperialismus gegen Russland, wobei Parallelen zum Überfall auf die Sowjetunion vor 85 Jahren gezogen werden. Die Dokumente zeichnen das Bild einer Welt in einem „hybriden, sich global entwickelnden Krieg“, der durch massive Aufrüstung, technologische Sprünge in der Kriegführung (Drohnen- und Raketensysteme) und die Verschiebung globaler Machtzentren (Aufstieg der CIR-Länder: China, Iran, Russland) geprägt ist.

Wesentliche Erkenntnisse sind:

  • Historische Kontinuität: Der 22. Juni 1941 wird als Mahnung gegen aktuelle Bestrebungen einer deutschen „Führungsrolle“ in Europa verstanden.
  • Militarisierung der BRD: Unter der Regierung Merz und Kriegsminister Pistorius erfolgt eine massive konventionelle und strategische Aufrüstung (Ziel: stärkste Armee Europas), die zulasten sozialer Sicherungssysteme geht.
  • Geopolitische Verschiebungen: Ein relativer Machtverlust der USA zeigt sich sowohl im verlorenen Iran-Konflikt als auch in einer defensiveren Haltung gegenüber China.
  • Sozialer Widerstand: In Europa (insbesondere Belgien) formiert sich Widerstand gegen die Kopplung von Militärausgaben und Sozialabbau.

Infografik: 85 Jahre nach Barbarossa: Warnung vor dem "Dritten Anlauf"

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1. Historischer Kontext: Der 22. Juni 1941 und seine Folgen

Die Quellen reflektieren intensiv über den 85. Jahrestag des „Falls Barbarossa“, des Überfalls Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion.

Der Vernichtungskrieg und seine Kosten

  • Ausmaße des Angriffs: Am 22. Juni 1941 marschierten über 3 Millionen Soldaten der Wehrmacht ein, unterstützt durch 4.000 Panzer und 2.500 Flugzeuge.
  • Der „Hungerplan“: Ziel war die Ernährung der Wehrmacht aus russischen Beständen, was den einkalkulierten Hungertod von 30 bis 40 Millionen Sowjetbürgern bedeutete.
  • Menschliche Verluste: Die UdSSR beklagte insgesamt 26,6 Millionen Tote. Darunter befanden sich 8,7 Millionen Soldaten und 7,42 Millionen direkt ermordete Zivilisten. Über 3 Millionen sowjetische Kriegsgefangene starben in deutscher Hand.
  • Materielle Zerstörung: Über 1.700 Städte und 70.000 Dörfer wurden ganz oder teilweise zerstört.

Ursachen früherer Niederlagen und Lehren

  • Der „Große Terror“: Ein entscheidender Faktor für die anfänglichen Verluste der Roten Armee war die physische Liquidierung einer Offiziersgeneration Ende der 1930er Jahre. Allein 1937/38 fehlten der Armee durch Verfolgungen ca. 39.000 Berufsoffiziere.
  • Aktuelle Rezeption: Die heutige russische Führung betont, einen solchen Fehler der Unvorbereitetheit (wie 1941) nicht zu wiederholen.

2. Aktuelle Konfliktherde und Militärstrategien (2026)

Der Ukraine-Konflikt und die Rolle Deutschlands

Die Quellen konstatieren einen „dritten Anlauf“ des deutschen Imperialismus zur Neuaufteilung der Welt.

  • Strategischer Führungsanspruch: Deutschland strebt an, die stärkste konventionelle Armee Europas zu stellen (Zielumfang: 460.000 Soldaten).
  • Finanzieller Aufwand: Geplant sind Investitionen von 500 Milliarden Euro für die Kriegsvorbereitung. Konkrete Rüstungsprojekte umfassen:
    • 687 Schützenpanzer Puma (15 Mrd. €).
    • Jährlich mindestens 100 Leopard 2A8 (Stückpreis 15 Mio. €).
    • Steigerung der Artilleriemunition auf 1,1 Mio. Schuss bis 2027.
  • Friedrich Merz’ Kurs: Der Bundeskanzler vereinbarte eine „strategische Partnerschaft“ mit der Ukraine. Die Ukraine-Politik sieht Finanzierungen von mindestens 0,5 % des BIP (ca. 21,5 Mrd. € jährlich) für Waffenlieferungen vor.

Der Nahost-Konflikt: USA, Israel und der Iran

Der Überfall der US-Neocons und israelischer Zionisten auf den Iran am 28. Februar (2026) hat eine globale Eskalation ausgelöst.

  • Scheitern des Blitzkriegs: Die Ziele (Regimewechsel, Zerstörung des Atomprogramms) wurden nicht erreicht. Der Iran nutzt moderne russische S-500 Systeme und Hyperschall-Raketen.
  • Die Straße von Hormus: Der Iran kontrolliert diesen strategischen Seeweg durch Seeminen und Drohnen. Ein „Hormus-Regime“ treibt Passagegebühren zur Reparation von Kriegsschäden ein; der Petro-Dollar wird zunehmend durch den Petro-Yuan ersetzt.
  • Militärische Verluste der USA: Das CENTCOM-Hauptquartier in Katar wurde durch iranische Raketen zerstört. 40.000 bis 60.000 Personen wurden über Ramstein evakuiert.

Sudan: Die drohende erneute Teilung

Im Sudan bekriegen sich die Generäle Al-Burhan (SAF) und Hemedti (RSF).

  • Humanitäre Katastrophe: 200.000 Tote und 14 Millionen Vertriebene.
  • Wirtschaftliche Interessen: Der Konflikt wird durch den Kampf um Gold und Gummi Arabicum (unverzichtbar für Lebensmittel- und Pharmaindustrie) befeuert. Die RSF kontrolliert 75 % der Produktionszonen.
  • Schattenregierung: Die RSF hat eine Parallelregierung (TASIS) in Süd-Darfur installiert, was auf eine erneute Spaltung des Landes hindeutet.

3. Geopolitische Machtverschiebung: USA und China

Ein zentrales Thema ist der relative Niedergang der US-Hegemonie, offensichtlich beim Staatsbesuch von Donald Trump in China (Mai 2026).

ThemaSituation / Ergebnis
Auftreten der USA„Handzahm“; Forderungen konnten kaum durchgesetzt werden.
TechnologieChina verweigert den Kauf von US-KI-Prozessoren (Nvidia) und setzt auf Eigenentwicklungen.
Taiwan-FrageTrump vermeidet Konfrontation („Wir wollen keinen 9.500 Meilen entfernten Krieg“).
WirtschaftskraftDie besten Banken und Energienetze befinden sich heute in China und Zentralasien, nicht mehr in den USA.

Die „Thukydides-Falle“: Während der US-Imperialismus die Kriegsgefahr erhöht, setzt China auf strategische Vernunft und planmäßige Entwicklung der Produktivkräfte, was global zu wachsendem Wohlstand führt.

4. Innenpolitische Folgen und Widerstand in Europa

Die Kopplung von Aufrüstung und Sozialabbau

In Belgien und Deutschland wird die „Kanonen statt Butter“-Politik kritisiert.

  • Belgien: Peter Mertens (PVDA-PTB) berichtet von massiven Protesten gegen den „Rentenmalus“ und Lohnstopps. Das Militärbudget stieg von 3,9 Mrd. € (2017) auf 12,7 Mrd. € (2025) und soll auf 22 Mrd. € wachsen.
  • Manipulation durch Angst: Die Quellen berichten von fingierten Berichten über russische Drohnen (die sich als Polizeihubschrauber entpuppten), um Rüstungsausgaben zu rechtfertigen.

Forderungen der Friedensbewegung

Die Initiative „Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder“ fordert angesichts der geplanten Stationierung deutscher Mittelstreckenwaffen (Tomahawk, ELSA):

  • Keine Mittelstreckenwaffen auf deutschem Boden.
  • Abrüstung der Bundeswehr zur Verhinderung von Sozialabbau.
  • Diplomatische Lösungen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs für eine stabile europäische Friedensordnung.

5. Neue Charakteristika der Kriegführung

Die Analysen betonen eine radikale Veränderung der Kampfhandlungen:

  1. Masseneinsatz von Billig-Drohnen: Täglich werden Tausende Drohnen an den Fronten und gegen das Hinterland eingesetzt. Dies führt zu einem „Kontroll- und Handlungsverlust“ selbst bei Atommächten.
  2. Präzisions- und Hyperschallwaffen: Waffen wie die russische „Oreschnik“ führen zum Kollaps ganzer Städte (z.B. Kiew) bereits durch die bloße Ankündigung ihres Einsatzes.
  3. Hinderliche Satelliten: Neue Systeme (S-550) zielen darauf ab, feindliche Aufklärungssatelliten im niedrigen Orbit auszuschalten.

Fazit

Die vorliegenden Dokumente warnen eindringlich vor einer globalen Katastrophe. Sie sehen im aktuellen Kurs der westlichen Mächte – insbesondere Deutschlands – eine Wiederholung historischer Fehlkalkulationen, die in einem nuklearen Inferno enden könnten. Als einzige Alternative wird die Überwindung des Monopolkapitalismus und der Übergang zum Sozialismus skizziert.

Präsentation: Der dritte Anlauf

Imperialismus, Krieg und die multipolare Weltordnung. Ein geopolitische Dossier

Literatur

Das neue Standardwerk zum Zweiten Weltkrieg auf sowjetischem Boden

Der deutsch-amerikanische Historiker Jochen Hellbeck nimmt eine Neubewertung des Zweiten Weltkriegs vor und verändert unseren Blick auf die Entstehung des Holocaust.

Er zeigt, dass der deutsche Vernichtungskrieg in der Sowjetunion aus der Verknüpfung eines unerbittlichen Antisemitismus mit einem obsessiven Antibolschewismus entsprang. Eine intensive Propaganda schuf Feindbilder, nach denen die Juden hinter der kommunistischen Revolution standen. Gleichzeitig wurden sowjetische Menschen mit antisemitischen Merkmalen dargestellt.
 

Erstellt: 23.06.2026 - 06:47  |  Geändert: 23.06.2026 - 11:42