Die Rechte der Natur. Vom nachhaltigen Eigentum. Von Tilo Wesche

Der Natur werden weltweit von Parlamenten, Regierungen und Gerichten zunehmend eigene Rechte verliehen. Was ist dran an den Rechten der Natur? Kann diese Rechtspraxis zur Bewältigung des Klimawandels beitragen? Wie lassen sich solche Rechte begründen? Und wie anwenden? Diesen Fragen geht Tilo Wesche in seinem philosophischen Grundlagenwerk mit Blick auf das Eigentumsrecht nach.

ISBN 978-3-518-30014-5     22,00 €  Portofrei     Bestellen (Taschenbuch)

Beim Klima-, Arten- und Umweltschutz werden Eigentumsrechte häufig vernachlässigt. Dabei wohnt ihnen selbst eine Vorstellung ökologischer Nachhaltigkeit inne, die zur Überwindung eines extraktiven Naturverhältnisses beitragen kann.

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Inhaltsverzeichnis

Leseprobe des Verlags

„Freiheit und Natur im Recht: Westliches Denken neigt noch immer dazu, den Menschen als von der Natur getrennt zu begreifen. In der Nachfolge von Descartes, Kant und Hegel hat sich ein Freiheitsverständnis entwickelt, das die Autonomie des Menschen betont, und zwar nicht nur gegenüber der Gesellschaft, sondern auch gegenüber der Natur. Eine so verstandene Autonomie begünstigt Entwicklungen, die Mitverantwortlichkeiten gegenüber „anderen“ als freiheitsbegrenzend empfindet oder gar völlig ablehnt. Die damit einhergehenden gesellschaftlichen Verwerfungen können durch die Sozialgebundenheit von Freiheit und Eigentum, zumindest im Ansatz, aufgefangen werden. So wie es der soziale Rechtsstaat verspricht. Verantwortlichkeiten gegenüber der Natur kennt das klassisch liberale Freiheitsverständnis dagegen nicht. Was zu Zeiten Kants und Hegels noch hinnehmbar gewesen sein mag, erscheint im Zeitalter der ökologischen Krise als ein gefährlicher Anachronismus." Von Prof. Dr. Klaus Bosselmann „Das Netzwerk Rechte der Natur ist eine zivilgesellschaftliche Initiative, in der Fachleute aus vielen wissenschaftlichen Disziplinen, Initiativen, Organisationen und Bürger und Bürgerinnen zusammenarbeiten, die das Ziel der Rechte für die Natur teilen. Das Netzwerk Rechte der Natur hat am 22. April 2022, dem Mother Earth Day, einen Vorschlag für eine Grundgesetzreform erarbeitet und zur Diskussion gestellt. Dieser Blog setzt sich mit den Rechten der Natur und Vorschlägen zur Grundgesetzreform auseinander. Auch kritische Beiträge sind explizit erwünscht. → Blog Rechte der Natur 07.09.2023

Warum der Natur Eigentumsrechte zustehen [Podcast 40:02].Der Philosoph Tilo Wesche plädiert dafür, der Natur Eigentumsrechte zu verleihen. In Ländern wie Ecuador und Neuseeland wird das schon praktiziert. Hat die Natur Rechte? Ja, sagt der Philosoph Tilo Wesche. Diese ergeben sich als logische Konsequenz aus unserem geltenden Rechtssystem – und zwar in Form von Eigentumsrechten. Von Simone Miller und Tilo Wesche Deutschlandfunk Kultur 03.09.2023

Pressestimmen:

»Originell ist an dieser scharf konzipierten philosophischen Studie, dass sie nicht vom ökologischen Fernziel einer wieder in ihr Recht gesetzten Natur, sondern von der aktuellen Problemlage ausgeht und dabei ausgerechnet am Haupteinfallstor für die Krisenfaktoren Klimawandel, Artensterben, Ressourcenerschöpfung, Globalvermüllung ansetzt: dem ... sakrosankten Begriff des Eigentums.« Joseph Hanimann Frankfurter Allgemeine Zeitung 06.03.2024

»Wesche liefert ... eine umfassende Begriffsklärung und damit wichtige Grundlagen für die laufenden Diskussionen. Er hat einen klaren Standpunkt: Dass die Natur Rechtsstatus bekommt, ist für ihn ein unabdingbares Element für eine weltweite Strategie ökologischer Nachhaltigkeit.« Thomas Ribi Neue Zürcher Zeitung 26.09.2023

Der Autor:

Tilo Wesche ist Professor für Praktische Philosophie an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Im Suhrkamp Verlag erschienen zuletzt: Was ist Kritik? (stw 1885, hg. zus. mit Rahel Jaeggi), Die Rechte der Natur. Vom nachhaltigen Eigentum (stw 2414) und Vernünftige Freiheit. Beiträge zum Spätwerk von Jürgen Habermas (stw 2420, hg. zus. mit Stefan Müller-Doohm und Smail Rapic).

 

Erstellt: 06.05.2024 - 07:56  |  Geändert: 07.05.2024 - 08:17