Recht und Rassismus. Das menschenrechtliche Verbot der Diskriminierung aufgrund der Rasse. Von Cengiz Barskanmaz

Das Buch untersucht das menschenrechtliche Verbot der Diskriminierung aufgrund der Rasse einschließlich der Schutzvorschriften gegen Hassrede und beleuchtet umfassend die relevanten Entscheidungen unterschiedlicher nationaler und internationaler Gerichte. Es folgt dabei einem interdisziplinären und rechtsvergleichenden Ansatz, der sozial- und kulturwissenschaftliche Theorien und Befunde einbezieht, um rechtsdogmatische Fragen im Bereich des Antidiskriminierungsrechts zu erörtern. Die Entscheidungen ausländischer Gerichte werden schlaglichtartig dargestellt, soweit sie für die Analyse relevant sind.
Zugrunde liegt die Frage, was heute unter Rassismus zu verstehen ist und ob Phänomene wie Ausländer- und Fremdenfeindlichkeit sowie Rechtsextremismus darunter fallen.

ISBN 978-3-662-59745-3     99,99 €  Portofrei     Bestellen

Insbesondere Rasse als Rechtsbegriff wird ausführlich besprochen. Zentrale Bezugspunkte für die folgende Auseinandersetzung mit dem "Recht gegen rassische Diskriminierung" sind die Europäische Rasserichtlinie (Richtlinie 2000/43/EG), die Antirassismuskonventionen der Vereinten Nationen und die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK).

Das deutsche Grundgesetz wendet sich in Art. 3 Abs. 3 S. 1 GG gegen Rassismus, aber eine umfangreiche Dogmatik, die dem heutigen Phänomen des Rassismus gerecht werden kann, fehlt. Das vorliegende Werk leistet mithilfe eines menschenrechtsinformierten und differenzierten Verständnisses von Rassismus hierzu einen wichtigen Beitrag. Damit soll die These begründet werden, dass nur ein strukturelles Verständnis von Rassismus das Recht gegen Rassismus wirksam werden lässt.

Kapitel 1. Einleitung, Teil I. Rassismus ,- Kapitel 2. Begriffklärung - "Rassismus", "Rasse" und "rassisch",- Kapitel 3.Rassistische Diskurse und Praxen - eine genealogische Vertiefung,- Kapitel 4. Rassismus differenziert,- Kapitel 5. Rassismus pluralisiert,- Kapitel 6. Ausländer- und Fremdenfeindlichkeit,- Kapitel 7. Schlussfolgerungen,- Teil II. Recht gegen Rassische Diskriminierung ,- Kapitel 8: Allgemeiner Überblick,- Kapitel 9. Unionsrechtliche Antidiskriminierungsvorschriften,- Kapitel 10. Antirassismuskonvention,- Kapitel 11: Europäische Menschrenrechtskonvention,- Teil III Zusammenfassung und Schlussfolgerungen,- Kapitel 12. Fazit.

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Der Autor:

Cengiz Barskanmaz ist seit Mai 2017 am Max-Planck-Institut für Sozialanthropologie tätig. Er ist Postdoctoral Research Fellow im Forschungsprojekt "Konfliktregulierung in der pluralen Gesellschaft Deutschlands". Im Rahmen dieses Projekts führt er eine Rechtsethnographie der Yaziden in Deutschland durch. Er ist außerdem außerordentliches Fakultätsmitglied an der DePaul University (Chicago), wo er zusammen mit Sumi Cho und Terry Smith "Intersektionalität und Menschenrechte" unterrichtet.

Barskanmaz ist ein Rechtswissenschaftler mit einem transnationalen und interdisziplinären Zugang zum Recht; er widmet sich dem "Recht in Aktion". Im Rahmen des größeren internationalen Projekts "Islam im Westen" führte er empirische Forschungen über Muslime in Deutschland durch. Als Verfechter des Nichtdiskriminierungsrechts hat er eng mit verschiedenen religiösen und ethnischen Gemeinschaften in Berlin zusammengearbeitet. In seiner Eigenschaft als Rechtsberater für die Open Society Foundations arbeitete er an strategischen Rechtsstreitigkeiten im Bereich der ethnischen Diskriminierung im Bildungswesen in Berlin. In der Vergangenheit war Barskanmaz auch als Experte für die Kommission für Verfassungsfragen des Abgeordnetenhauses von Berlin tätig und beriet über die Streichung des Wortes "Rasse" aus der Berliner Verfassung. Darüber hinaus war er als Sachverständiger im Bundestag im Zusammenhang mit einem Gesetz zur Verschärfung von Strafen für Hassreden tätig.

 

Erstellt: 28.07.2020 - 08:13  |  Geändert: 30.07.2020 - 10:42