05.07.2026

Über Geschichtsvergessenheit und die Angst vor einem neuen Krieg

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Irina Alexandrowna Skortschenko hütet eines der bedeutendsten historischen Erbe der Welt: Als Forschungsleiterin des Museums der Schlacht von Stalingrad in Wolgograd bewahrt sie die Erinnerung an das Grauen eines Vernichtungskrieges, der Millionen Menschen das Leben kostete. In diesem bewegenden Gespräch mit Patrik Baab mahnt sie, dass das Vergessen historischer Fakten der erste Schritt zur Wiederholung der Katastrophe ist. 

Im Gespräch mit Patrik Baab geht es um: 

– Auftrag gegen das Vergessen: Warum das Museum in Wolgograd mehr als ein Ort der Exponate ist und wie persönliche Schicksale wie das des Arztes Ponomarenko die Geschichte lebendig halten. 
– Jenseits der Wolga gibt es für uns kein Land: Die strategische und psychologische Bedeutung Stalingrads und warum der Widerstand dort zur entscheidenden Wende des Zweiten Weltkriegs wurde. 
– Der Preis des Krieges: Warum Politiker Kriege entscheiden, aber stets die Zivilbevölkerung den höchsten Preis zahlt: von der brennenden Wolga bis zu den verschleppten Kindern. 
– Verfälschung der Geschichte: Ein kritischer Blick auf die heutige mediale Aufarbeitung der Befreiung von Auschwitz und die Gefahr, wenn historische Wahrheiten politischen Interessen geopfert werden. 
– Der kulturelle Code Russlands: Warum der 9. Mai ein „Fest mit Tränen in den Augen“ bleibt und wie die Erinnerung tief in der Identität jeder russischen Familie verwurzelt ist. 
– Botschaft an die Jugend: Wie man jungen Generationen, die Krieg nur aus Medien kennen, den Wert des Friedens vermittelt und warum ein Volk ohne Vergangenheit keine Zukunft hat. 
– Hoffnung auf Versöhnung: Irinas persönlicher Schmerz über neue Konfrontationen und ihr unerschütterlicher Glaube an die Vernunft und ein friedliches Miteinander der Völker. „Krieg ist das allerschlimmste – ich hätte mir nie vorstellen können, dass sich das wirklich wiederholt und ich das mit eigenen Augen erleben würde.“ 

Irina Alexandrowna Skortschenko ist eine mahnende Stimme der Vernunft in einer Zeit der neuen Eiszeit. Sie zeigt uns, dass Versöhnung möglich war und dass die Qualität unseres Zusammenlebens allein davon abhängt, ob wir aufbauen oder zerstören wollen. Ein Gespräch über historische Verantwortung, den Schmerz der Erinnerung und die unermüdliche Arbeit für eine friedliche Zukunft. 

Zeitmarken

00:00 – Einleitung: Deutsche Panzer im Donbass – Ein schmerzhafter Rückblick 
01:51 – Der Auftrag des Stalingrad-Museums: Bewahren gegen das Vergessen 
03:03 – Persönliche Reliquien: Wie das Museum Vermissten einen Ort gibt 
04:54 – Das Schicksal des Arztes Ponomarenko: Ein Bericht geschrieben mit Blut 
08:26 – Scharfschütze Wassili Saizew: „Jenseits der Wolga gibt es für uns kein Land“ 
12:01 – Die Zivilbevölkerung in der Schlacht: Überleben in Ruinen und brennenden Flüssen 
14:07 – Das Traktorenwerk: Panzerproduktion unter direktem Beschuss 
15:08 – Die Kapitulation von Paulus: Vom Feind zum Zeugen der Anklage 
17:08 – Stalingrad als strategische Wende des Zweiten Weltkriegs 
17:58 – Geschichtsverfälschung heute: Die Befreiung von Auschwitz 
19:17 – Der 9. Mai: Ein „Fest mit Tränen in den Augen“ als kultureller Code 
20:56 – Vermittlung an die Jugend: Emotionale Geschichte am Mamajew-Hügel 
22:33 – Gefahr der Geschichtsvergessenheit: Wer nichts weiß, muss viel glauben 
23:53 – Ein persönliches Wort: Die Angst vor der Wiederholung der Geschichte 
25:17 – Politik vs. Menschlichkeit: Warum Kriege veraltete Wege sind 
26:13 – Die russische Seele: Mitgefühl statt Hass gegenüber Gefangenen 
27:18 – Rassismus und Russophobie: Die zerstörerische Kraft neuer Ideologien 
28:13 – Hoffnung auf Versöhnung: Vernunft in einer gemeinsamen Welt 
29:21 – Botschaft an Deutschland: Das Streben nach Frieden und Miteinander

Sprache (Ton)
Deutsch
Laufzeit
30min 51s
Thematisierte Personen

Erstellt: 08.07.2026 - 10:51  |  Geändert: 08.07.2026 - 11:29

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