29.03.2026

„USA scheiterten in Vietnam & Afghanistan“ – Vijay Prasad über die Eskalation im Iran-Konflikt

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1. Scheitern der "Enthauptungsstrategie"

Vijay Prashad argumentiert, dass die Strategie der USA und Israels, den Iran durch gezielte Schläge gegen die Führung und Infrastruktur zur Kapitulation zu zwingen, nicht aufgeht [01:17].

  • Vorbereitung des Iran: Der Iran habe über Jahrzehnte Institutionen aufgebaut, die bis zu acht Führungsebenen tief gestaffelt sind, wodurch Führungspersonen nicht unersetzlich seien [02:38].
  • Historische Erfahrung: Die iranische Bevölkerung sei durch den achtjährigen Krieg gegen den Irak auf Entbehrungen und zivile Opfer vorbereitet [03:24].

2. Das militärische Kräfteverhältnis

Prashad betont, dass Kriege durch Politik gewonnen werden, nicht allein durch rohe Gewalt [08:38].

  • Unterwerfung unmöglich: Er hält es für ausgeschlossen, dass die USA oder Israel 100 Millionen Iraner unterwerfen können, besonders da Israel selbst nur etwa 7 Millionen Einwohner hat [09:01].
  • Logistik und Industrie: Es gibt Hinweise darauf, dass den USA Radarsysteme und Abfangraketen ausgehen, während die deindustrialisierten USA Schwierigkeiten haben, einen langfristigen High-Tech-Krieg logistisch aufrechtzuerhalten [06:13].

3. Regionale Auswirkungen (Golfstaaten & Irak)

Der Konflikt verändert das Sicherheitsgefüge im Nahen Osten grundlegend:

  • Dilemma der Golfstaaten: Länder wie die VAE oder Katar erkennen laut Prashad, dass US-Militärbasen auf ihrem Boden sie eher zum Ziel machen, als sie zu schützen [13:44]. Ein direkter Konflikt mit dem Iran würde diese Staaten politisch und wirtschaftlich vernichten [15:56].
  • Irak als Epizentrum: Prashad beschreibt präventive US-Angriffe im Irak auf pro-iranische Milizen, die jedoch noch auf das Signal zur Eskalation warten würden [19:01].

4. Die Lage in Israel

Das Video thematisiert eine Überdehnung des israelischen Militärs:

  • Drei-Fronten-Problem: Das Militär sei nicht in der Lage, gleichzeitig in Gaza, im Libanon und gegen den Iran zu kämpfen [24:27].
  • Führungskrise: Prashad stellt fest, dass Ministerpräsident Netanjahu an öffentlicher Präsenz und Selbstbewusstsein verloren hat, während die Opposition offen von einer militärischen Fehlkalkulation spricht [25:36].

5. Globaler Süden und wirtschaftliche Folgen

  • Ölpreis-Szenarien: Prashad zitiert Prognosen, wonach der Ölpreis entweder auf 40 fallen(beiUnterwerfungdesIran)oderaufu¨ber150 steigen wird (bei fortgesetztem Konflikt) [35:16].
  • Indiens Rolle: Er kritisiert die indische Außenpolitik als rein pragmatisch und vermisst eine klare Theorie oder moralische Positionierung, insbesondere da der Iran ein wichtiger Partner innerhalb der BRICS-Staaten ist [31:55].
  • Energiewende durch Zwang: Der Krieg könnte den Umstieg auf erneuerbare Energien im globalen Süden stärker beschleunigen als jeder Klimagipfel, da die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zur strategischen Gefahr wird [38:42].

Fazit: Vijay Prashad sieht in dem Konflikt ein Zeichen für den schwindenden Einfluss des US-Imperialismus. Er warnt davor, dass der Westen die Widerstandsfähigkeit des Iran und die veränderten globalen Machtverhältnisse (BRICS, industrielle Kapazitäten Chinas/Russlands) massiv unterschätzt.

Sprache (Ton)
Deutsch
Laufzeit
44min 59s

Erstellt: 31.03.2026 - 07:09  |  Geändert: 31.03.2026 - 07:09

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