"I am not a hero, I am a composer" Hanns Eisler in Hollywood von Horst Weber

"I am not a hero, I am a composer" Hanns Eisler in HollywoodEiner der ganz großen, weithin verkannten Komponisten ist Hanns Eisler. Von den Nazis mußte er fliehen. Im Exilland USA wurde er Opfer der antikommunistischen Hysterie. In seinem letzten Exil in der DDR litt er an der Engstirnigkeit vieler Genossen. In der BRD wurde er als Kommunist boykottiert.

ISBN  978-3-487-14787-1       48,00 €  Portofrei        Bestellen

So, zwischen allen Stühlen entstand ein großes, vielfältiges, sensibles, kämpferisches und komplexes Werk, das die Tragik und Zerrissenheit des 20.Jahrhunderts widerspiegelt und das weit in die Zukunft weist.  Viele seiner Zeigenossen hat das überfordert. Es wäre zu wünschen, dass sein Werk endlich die Zuhörer und Verbreitung findet, die es verdient.

Aus der zerstörerischen Heimat flieht Eisler 1933 in die rettende Fremde, aus den USA vertreibt ihn 1948 das Committee on Un-American Activities, zurück in die zerstörte Heimat. Anziehung und Abstoßung vertauschen im Exil ihre Pole. In Hollywood komponiert er für die Filmindustrie und kritisiert sie zugleich in seinem Buch »Komposition für den Film«; mit seiner Filmmusik ist er zwar erfolgreich, aber seine ernste Musik wird nicht beachtet; zeitweise verdient er gut, doch Schulden zehren immer wieder die Einkünfte auf. In seinen Liedern aus Hollywood beklagt er die Barbarei der Heimat und die Öde der Zuflucht. Erzählt wird vom unsteten Leben im Exil, von den Spielregeln der Hollywood-Gesellschaft und von den politischen Hintergründen seiner Verfolgung. Interpretiert werden seine Kompositionen, seine »Kunst zu erben« und seine Ästhetik der displaced form. Bisher unbekannte Quellen, u.a. das Protokoll seiner ersten, nichtöffentlichen Vernehmung durch das Komitee, werden vorgestellt und ausgewertet. Es entsteht das facettenreiche Bild eines melancholischen Kämpfers, der um Gradlinigkeit bemüht, doch von Widersprüchen gezeichnet war.

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Als Hanns Eilser im Exil war (Rezension Dradio)

Horst Weber: "I am not a hero, I am a composer", Georg Olms Verlag 2012, 536 Seiten
Man kennt ihn vor allem als Schönberg-Schüler und als Komponisten der DDR-Hymne - doch auch in den USA hatte Hanns Eisler seine Hörer. Dem amerikanischen Exil des Musikers hat Horst Weber ein wohltuend ideologiefreies Buch gewidmet, das mit manch einem Klischee aufräumt.
Besprechung und dem Radiofeature von und mit Stefan Amzoll
 
 

Erstellt: 07.07.2014 - 23:36  |  Geändert: 25.06.2018 - 10:30

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